Stimmkreisabgeordneter Bocklet macht Druck in Sachen S 4 – Langzuggarnituren für S 4 stehen nicht zur Verfügung

Es rumort nicht nur im Landkreis Fürstenfeldbruck, sondern auch in Geltendorf wegen der Situation auf der S4-Bahnlinie, die nach Verbesserungen schreit. Jetzt macht auch der Stimmkreisabgeordnete Reinhold Bocklet Druck in Sachen S 4, denn es gibt offenbar ein Beschaffungsproblem. Die Erwartungen der Verkehrsfachleute wurden enttäuscht: Die gebrauchten Langzuggarniturender Baureihe ET 423 aus dem Rheinland, Frankfurt und Stuttgart, die für eine Verbesserung der Beförderungssituation eingeplant waren, stünden nicht zur Verfügung heißt es in der Presseerklärung von MdL Bocklet vom 22. September 2011.

Die Beschaffung und der Einsatz von zusätzlichen Langzuggarnituren der Baureihe ET 423 auf der S4-Bahnlinie stand im Mittelpunkt eines ausführlichen Gesprächs, das Stimmkreisabgeordneter Reinhold Bocklet dieser Tage im bayerischen Wirtschaftsministerium führte. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen der Verkehrsfachleute stehen danach gebrauchte Langzuggarnituren der Baureihe ET 423 aus dem Rheinland und aus den Räumen Frankfurt und Stuttgart nicht für die Verbesserung der Beförderungssituation auf der S4 zur Verfügung. Der Hauptgrund liege vor allem darin, so Bocklet, dass es sich bei diesen Zuggarnituren um Auslaufmodelle handelt und die als Ersatz vorgesehenen Züge noch nicht durch das Eisenbahnbundesamt zugelassen wurden. Außerdem sei für die Bahn keine einzige der überzähligen 22 S-Bahn-Langzuggarnituren verzichtbar, weil sie als Reserve für den Reparaturumlauf dringend gebraucht würden. Hinzu komme, dass der Grundsatz der einheitlichen Flotte die Bahn daran hindere, andere Zugtypen zu verwenden. Der Landtagsvizepräsident will sich mit diesem unbefriedigendem Sachstand nicht zufrieden geben. Deshalb hat er zusammen mit den Kollegen Dr. Thomas Goppel, Dr. Otmar Bernhard und Eberhard Rotter eine Initiative im Landtag angekündigt, um die aktuelle Situation erneut im Wirtschaftsausschuss zur Sprache zu bringen, damit das Verkehrsangebot auf der am stärksten genutzten S-Bahn-Strecke im westlichen Umland von München über die täglichen 6 Verstärkerzüge zwischen Geltendorf und Pasing hinaus endlich verbessert werden kann. Nach Mitteilung von Wirtschaftsminister Martin Zeil muss unter Berücksichtigung des jetzigen Vorplanungsstandes beim Ausbau der Strecke Pasing – Eichenau fur die Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren und füur das anschließende Planfeststellungsverfahren mit zwei Jahren gerechnet werden. Erst nach Baurechtserlangung könne mit dem Ausbau der S4 begonnen werden, wenn die benötigten Mittel zur Verfügung stünden. Dabei sei die 2. Stammstrecke eine notwendige Voraussetzung, damit der viergleisige Ausbau zwischen Pasing und Eichenau seine volle verkehrliche Wirkung entfalten könne. Ein isolierter Ausbau der S4 hätte nach Einschätzung der Fachleute nur einen geringen Nutzen, da die Züge bestenfalls bis Pasing fahren könnten und die Münchner Innenstadt nicht erreichten. Bis Ende dieses Jahres wird nach Aussage des Wirtschaftsministeriums die Nutzen-Kosten-Untersuchung vorliegen, auf deren Grundlage die Bahn die Entwurfs- und Genehmigungsplanung starten kann. Angesichts dieser Fakten muss man sich nach Überzeugung des Landtagsvizepräsidenten auf die dringlichsten und kurzfristig bzw. in überschaubarer Zeit umsetzbaren Maßnahmen konzentrieren. Dazu gehören neben den dringend benötigten Langzuggarnituren die Beseitigung der Störanfälligkeit der Stammstrecke, die Umsetzung der Erneuerung des Stellwerks Pasing und die nachhaltige Verbesserung der Information der S-Bahn-Nutzer an den Bahnhöfen und in den Zügen. Spätestens im Dezember dieses Jahres wird das nächste Treffen der betroffenen Gemeinden mit dem Wirtschaftsministerium stattfinden, in dem es um den behindertengerechten Ausbau der Bahnhöfe in Puchheim und Buchenau geht. Mit dem Scheitern der Olympiabewerbung Munchens ist die Chance einer Sonderfinanzierung des Bahnknotens München, insbesondere der 2. S-Bahn-Stammstrecke, weggefallen. Wie der Landtagsvizepräsident betont, hat der Bayerische Landtag die notwendigen Landesmittel für die Maßnahmen des Gesamtkonzepts zugesagt. Wegen vieler anderer Projekte in ganz Bayern könne der Freistaat allerdings seinen Beitrag nicht erhöhen. Deshalb hat die CSU-Landtagsfraktion auf ihrer Klausurtagung in Kloster Banz in Gegenwart von Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer eine klare Finanzierungszusage des Bundes noch in diesem Jahr eingefordert und nochmals die Dringlichkeit der 2. S-Bahn-Stammstrecke unterstrichen.

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