Mit Rekordbeteiligung

»Stunde der Wintervögel«: Spatz wieder auf Platz eins - aber nicht im Landkreis FFB

Haussperling auch Spatz genannt sitzt bei Schnee im Winter auf Ast
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Erneut belegte der Haussperling bayernweit Platz Eins bei der „Stunde der Wintervögel“ des LBV. Im Landkreis Fürstenfeldbruck landet er auf Platz Zwei.

Landkreis – Bereits zum dritten Mal in Folge erobert der Haussperling in Bayern Platz Eins bei der „Stunde der Wintervögel“ vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Insgesamt haben über 40.000 bayerische Teilnehmer aus über 30.000 Gärten knapp eine Million Vögel gemeldet.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck haben 863 Teilnehmer in 635 Gärten insgesamt 16.269 Vögel gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr beteiligten sich im Freistaat über 13.000 Naturfreunde mehr – im Landkreis Fürstenfeldbruck 371 – und übertrafen damit auch die bisherige Rekordteilnahme von 33.000 aus dem Jahr 2018 deutlich. In Fürstenfeldbruck waren es damals 627.

Niedriger Durchschnitt

„Diese Rekordbeteiligung ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Lockdown zurückzuführen“, sagt Annika Lange, LBV-Vogelexpertin. Im Schnitt wurden dieses Jahr allerdings nur 32 Vögel pro Garten beobachtet und somit so wenige wie noch nie. „Solche temporären Rückgänge müssen nicht gleich als Alarmsignal gesehen werden. Gerade wenn so viele Arten tendenziell eher ausbleiben, deutet das auf übergeordnete Ursachen hin wie eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur. Die Vögel suchen unsere Gärten dann seltener auf“, sagt Lange. Zum dritten Mal sichert sich der Haussperling den Spitzenplatz, während sein Artgenosse, der Feldsperling, den zweiten Platz belegt. „Obwohl Haus- und Feldsperlinge in weniger Gärten gemeldet worden sind als in den vergangenen Jahren, können sie ihre Führungsposition halten. Die Meldezahlen liegen aber im Rahmen der üblichen Schwankungen der Populationen“, erklärt Lange.

Im Landkreis FFB anderer erster Platz

Im Landkreis Fürstenfeldbruck hat sich der Feldsperling den Thron bei der diesjährigen Winterzählung erobert. Insgesamt 2.422 Exemplare wurden gezählt. Damit liegt er in der Region vor dem Haussperling mit 2.206. Beide Arten wurden in etwas über 40 Prozent der Gärten gesichtet. Der regionale Sieger des vergangenen Jahres, die Kohlmeise, ist 2021 nur auf Rang drei geflattert.

Gesamtergebnis

Im Gesamten gesehen folgen auf das Spitzentrio aus Haussperling, Feldsperling und Kohlmeise die Amsel und Blaumeise. „Seit sieben Jahren hat es keine andere Art geschafft, eine der fünf Top-Platzierungen einzunehmen“, so Lange. Der Buchfink landet auf Rang sechs. Die Plätze sieben und acht belegen Erlenzeisig und Grünfink. Elster und Rotkehlchen schließen die bayernweite Top Ten ab. Im Landkreis Fürstenfeldbruck folgen auf den ersten dreien die Amsel, Blaumeise und Buchfink, genau wie bei den bayernweiten Ergebnissen. Die Amsel behält somit ihren Platz vom vergangenen Winter. Während der Grünfink seinen 8. Rang vom Vorjahr verteidigt, gibt es auf Platz 7 eine deutliche Änderung: Hier nistet sich in diesem Jahr die Wacholderdrossel ein und konnte ganze 20 Plätze gut machen. Damit bestätigt sich die bayernweite Beobachtung zu den Wacholderdrosseln auch im Landkreis Fürstenfeldbruck. Der Siebtplatzierte 2020, der Stieglitz, rutscht dagegen aus den Top 10 auf die 11, gefolgt vom Erlenzeisig auf der 12. Die beiden Plätze davor belegen dieses Jahr die Elster und die Rabenkrähe.

Regionale Unterschiede

Die meisten Vögel bekamen mit 41 pro Garten die Teilnehmer in Niederbayern zu sehen, die Teilnehmer in Oberbayern zählten mit 29 im Schnitt weniger gefiederte Gäste als alle anderen bayerischen Vogelfreunden. Der Landkreis Fürstenfeldbruck liegt mit knapp 26 gezählten Vögeln noch unter dem oberbayerischen Durchschnitt.
Weitere landkreisgenaue Zählergebnisse können unter www.stunde-der-wintervoegel.de eingesehen werden. Die nächste Vogelzählung findet vom 13. bis 16. Mai statt.
red

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