Amsel erobert Landkreis zurück

"Stunde der Gartenvögel" mit neuem Teilnahmerekord im Landkreis

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Die Amsel ist im Landkreis auf Platz 1.

Landkreis - Für die Sensation bei der Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ sorgen dieses Jahr die Teilnehmer selbst. Über 25.500 Bayern (davon 470 im Landkreis Fürstenfeldbruck; 2019 waren es 243) haben Anfang Mai in über 17.400 Gärten, Parks und Balkonen (300 im Landkreis Fürstenfeldbruck; 2019 waren es 179) ihre Vögel gezählt und dem LBV gemeldet (7.253 Vögel im Landkreis Fürstenfeldbruck).

Eine Rekordteilnahme, die das bisherige Rekordergebnis des Vorjahres sogar verdoppelt hat. „Wir sind überwältigt von der sensationellen Beteiligung an unserer Mitmachaktion. Wie erhofft, schlägt sich das gestiegene Interesse an der Natur vor der Haustüre in Corona-Zeiten direkt in der Stunde der Gartenvögel nieder“, sagt Annika Lange, LBV-Citizen- Science-Beauftragte. Leider hat sich der anfängliche Trend, dass das bundesweite Blaumeisensterben in Bayern nur eine Randerscheinung bleibt, im Endergebnis nicht bestätigt. 

Weniger Blaumeisen als im Vorjahr

Auf Platz 2 ist die Kohlmeise.

„Auch bei uns wurden wie im Bundesdurchschnitt 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet als im Vorjahr“, so Lange. Bei der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ hatten die LBV-Naturschützer ein besonderes Auge auf die Blaumeise geworfen. „Mit nur noch 1,54 Vögeln pro Garten im Gegensatz zu 2 beobachteten Vögeln 2019, haben die Teilnehmer*innen 22 Prozent weniger Blaumeisen in Bayern gezählt“, erklärt Annika Lange. Im Landkreis Fürstenfeldbruck waren es 1,28 Blaumeisen pro Garten und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereits vor der großen Vogelzählung erreichten den LBV und NABU mehr als 1.500 bayerische Verdachtsfälle von toten oder kranken Blaumeisen. Für ganz Deutschland wurden knapp 40.000 betroffene Vögel gemeldet. Als Auslöser des Blaumeisensterbens wurde das Bakterium Suttonella ornithocola bestimmt. Mit den Ergebnissen aus der Vogelzählung kann nun ein sehr wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen der Anzahl der Meldungen kranker Meisen und einem Rückgang der Bestandszahlen hergestellt werden. Je mehr tote Meisen von einem Ort gemeldet wurden, umso größer waren dort auch die Rückgänge der Meisenzahlen. Weitere Arten wie die Goldammer oder das Rotkehlchen, die im Rahmen des Meisensterbens häufig von Vogelfreunden ebenfalls mitgemeldet wurden, verzeichnen auch einen Rückgang. „Auch für diese Vogelarten könnte ein Zusammenhang von Verdachtsmeldungen und Bestandsrückgängen bestehen. Ein Labornachweis des Bakteriums liegt bei diesen Arten jedoch noch nicht vor“, erklärt Lange. Der Haussperling (1.) ist nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer der häufigste Gartenvogel in Bayern mit über vier Vögeln pro Garten. Der Spatz stagniert jedoch auf dem schlechten Niveau der Vorjahre und kommt schon seit einigen Jahren nur noch in zwei Drittel der bayerischen Gärten vor. Die Amsel (2.) erholt sich von den Bestandsrückgängen durch das Usutu-Virus in den Vorjahren und den letzten beiden Dürresommer. Sie ist als weitverbreitetster Gartenvogel, der in über 90 Prozent der Gärten gezählt wurde, zurück auf ihrem angestammten zweiten Platz. Dahinter rangiert der Feldsperling (3.) vor dem Star (4.). Auf Platz fünf folgt die Kohlmeise vor der Blaumeise (6.).

So sah das Ergebnis im Landkreis aus

Im Landkreis Fürstenfeldbruck belegt die Amsel den ersten Platz und ist in 98 Prozent der Gärten vertreten. Damit hat sie sich von Platz drei im Vorjahr an die Spitze gearbeitet. Die Kohlmeise liegt mit einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2019 gleich dahinter. Auf Rang drei folgt mit deutlichem Abstand der Haussperling, den die Brucker Teilnehmer nur in etwa jedem zweiten Garten gesichtet haben. 

"Kummervogel" hat sich vorgekämpft

Und auf dem dritten Platz der Feldsperling.

Dahinter reihen sich der Feldsperling (4.) und der Star (5.) ein. Die Blaumeise belegt in der Liste den 6. Platz und behält damit – trotz des deutlichen Rückgangs – ihre Platzierung vom vergangenen Jahr.Der Grünfink fällt im Landkreis auf Rang 11. Damit verliert er zwar nur einen Platz im Vergleich zu 2019, tatsächlich steht dahinter aber ein deutlicher Rückgang von 27 Prozent. Der Buchfink (9.) hat sich um zwei Plätze verbessert, es wurden aber 14 Prozent weniger als voriges Jahr gesichtet. Die Ringeltaube macht drei Plätze gut und verbessert sich von Rang 16 (2019) auf Rang 13 (2020); die Türkentaube findet sich auf Platz 15 (2019: Platz 20). Mehlschwalbe und Mauersegler gehören bei der aktuellen Zählung zu den Gewinnern im Landkreis. Die Mehlschwalbe saust von der 24 (2019) auf die 12 (2020) und der Mauersegler von Platz 34 (2019) auf die 16 (2020). Das bedeutet einen Zuwachs von 167 Prozent beziehungsweise 395 Prozent. Der „Kummervogel“ aus dem vergangenen Jahr (Rückgang um 95 Prozent im Landkreis, Platz 63), die Bachstelze, hat sich in diesem Jahr mit 35 Exemplaren auf Rang 30 vorgekämpft. Bereits vor der „Stunde der Gartenvögel“ haben uns über 1.000 Naturfreunden Wiedehopfe in ihrem Garten gemeldet. 

Noch 35 Wiedehopfe in Bayern gezählt

Die Vögel befanden sich dabei auf dem Durchzug in ihre Brutgebiete. „Am Wochenende der Vogelzählung konnten immerhin noch 35 Wiedehopfe in den bayerischen Gärten (davon 2 im Landkreis Fürstenfeldbruck) gezählt werden, was uns hoffen lässt, dass der eine oder andere Vogel doch in Bayern bleibt und wieder zum Brutvogel wird“, so Lange.

Alle Ergebnisse auf der Webseite des LBV

Detaillierte Ergebnisse sind auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene auf www.lbv.de/mitmachen/stunde-der-gartenvoegel/ abrufbar.

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