DDR-Zeitzeugin Sylvia Burk schrieb ein Buch "STIGMA" 

Als 18-jährige im DDR-Gefängnis –  Ein Albtraum ohne Ende 

+
Sylvia Burk mit altem DDR-Ausweis in Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck – Nächtelange Verhöre ..... Erpressung von Geständnissen..... ständig schreiende Offiziere im militärischen Strafvollzug Dessau... So schilderte DDR-Zeitzeugin Sylvia Burk die  Haft-Tortur als politisch Verfolgte in der damaligen DDR bei einem Interview in Fürstenfeldbruck. In ihrem Buch „STIGMA“ hat die zweifache Mutter, Jahrgang 1961, traumatische Erfahrungen im vermeintlichen „Arbeiter- und Bauern-Paradies“ niedergeschrieben.

Frau Burk, als DDR-Zeitzeugin haben Sie Schülern in Emmering von dem damaligen Unrechtssystem erzählt - haben die Schüler eine Vorstellung davon, dass Republikflüchtlinge an der Grenze erschossen worden sind, dass einige geflüchtete DDR-Bürger bis in den Westen verfolgt wurden und sogar zwangsweise zurückgebracht wurden? 

 Sylvia Burk: Ja, ich habe dies alles erzählt.  

Sie hatten als junge Frau keine Republikflucht geplant, Sie sind aus politischen Gründen zu einem Gefängnisaufenthalt mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Warum? 

 Sylvia Burk: ..... wegen „assozialem Verhalten §249“. 

Was haben Sie in diesem DDR-Gefängnis (Ort usw.) erlitten?  Wie haben Sie die Mitarbeiter der Staatssicherheit erlebt? 

 Sylvia Burk: .....nächtelange Verhöre ..... Erpressung von Gestaendnissen..... ständig schreiende Offiziere im militärischen Strafvollzug... Willkür. 

 Die DDR entzog Sträflingen die Kinder - auch eines Ihrer Kinder wurde zwangsweise in ein Heim eingewiesen. Was haben Sie damals gefühlt? 

 Sylvia Burk: ......tiefen Mutterschmerz....grosse Ängste, ihn nie wieder zu sehen.....Verzweiflung.....Trauma.....Beziehungsprobleme......Willkür. 

 Bei der Maueröffnung haben Sie an einen Scherz geglaubt. Hatten Sie die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung aufgegeben? 

 Sylvia Burk: Ja, ich habe eine Woche lang gebraucht, um dies zu glauben, da in mir ein tiefes Misstrauen gegenüber der Wahrheit in dieser Diktatur entstanden ist. 

 Viele DDR-Bürger wurden von Verwandten, Arbeitskollegen und Freunden, aber auch von ihren eigenen Ehepartnern oder den Eltern bespitzelt und verraten. Quälen auch Sie solche Vermutungen, gerade weil man Ihnen Ihre eigene Stasi-Akte nie aushändigen konnte? 

 Sylvia Burk: ja, ich weiss bis heute nicht, wie ich allgemein Menschen trauen kann.....Folge dieser Ungeklärtheit.  

Nicht einmal die flächendeckende Versorgung mit Kinderkrippen und Kindergärten haben Sie in guter Erinnerung. So wurden Sie als lebhaftes Kind doch schon im Kindergarten "ruhiggestellt"... 

 Sylvia Burk: ....ja, ich wurde angebunden, um ruhig zu sein, wurde mit 4 Jahren sexuell genötigt, was mir angelastet wurde, da die Aufsichtspflicht der Erzieherinnen nicht wahrgenommen wurde und sie sich damit, indem sie mir die Schuld dafür gaben, strafrechtlich ihrer Verantwortung entziehen konnten.

 In Ihrem Buch "STIGMA", das Sie im Eigenverlag herausgegeben haben, beschreiben Sie die jahrelangen Verletzungen, Verunglimpfungen und Übergriffe. Auch der jetzige Bundespräsident, dem Sie zweimal begegnet sind, kennt Ihr Buch. 

 Sylvia Burk: ....ja, ich habe es ihm vor einem gemeinsamen Abendessen durch das Kunstkabinett Moenter, nach einer Lesung seines Buches in einer Kirche in Meerbusch/Osterath gewidmet.

 Haben Sie vor, Recherchen im Stasi-Archiv durchzuführen?

 Sylvia Burk: ...ja, das würde ich gern tun, wenn es endlich Unterlagen darüber gäbe.                     

 Hedwig Spies

Auch interessant

Meistgelesen

Mit Picknickkorb zum Kloster
Mit Picknickkorb zum Kloster
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Grundschüler ernten und kochen gemeinsam
Grundschüler ernten und kochen gemeinsam
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park

Kommentare