Auf Initiative des Landratsamtes trafen sich Vertreter der IKG, Historiker und Bürger 

Großes Symposium zum Erinnerungsort Olympiaattentat

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v.li.: Landtagsvizepräsident Bocklet, Landrat Karmasin, stv. Landrätin Drechsler, Staatsminister Spaenle, IKG-Präsidentin Knobloch, Witwe Fliegerbauer, Prof. Dr. Kramer vom Institut für Bay. Geschichte, Schuster-Fox, Generalkonsul Dr. Shaham, Niedermeier (Ehemann v. Witwe Fliegerbauer)
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Brucks Landrat Thomas Karmasin spricht ein Grußwort
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Generalkonsul des Staates Israel für Süddeutschland, Dr. Dan Shaham bei seinem Grußwort
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die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Dr. Charlotte Knobloch
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Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle bei seinem Grußwort
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Dr. Angelika Schuster-Fox, wissenschaftliche Beraterin des Landkreises FFB
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Prof Dr. Ferdinand Kramer, Institut für Bayerische Geschichte der LMU München
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Maria Theresia Niedermeier (Witwe des erschossenen Polizisten Fliegerbauer) mit ihrem jetzigen Mann

Fürstenfeldbruck – Ein klassisches Museum oder eine Gedenk- und Begegnungsstätte: Im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck soll an authentischem Platz ein Erinnerungsort an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 entstehen. Wie der neue Erinnerungsort allerdings aussehen soll, steht noch nicht fest. Am 25. September fand deshalb im Fliegerhorst ein öffentliches ganztägiges Symposium mit Vorträgen und Diskussionen statt. Die Bevölkerung sollte an den Planungen und Überlegungen mit einbezogen werden.

Das vom Landratsamt initiierte Symposium „Neuer Erinnerungsort Olympia-Attentat Fürstenfeldbruck `72“ stieß sehr zur Freude von Landrat Thomas Karmasin (CSU) auf großes Interesse der Bevölkerung. Fast 200 Zuhörer hatten sich angemeldet, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Viscardi-Gymnasiums und der Ferdinand-Miller-Realschule. Der Saal im Offizierheim im Fliegerhorst war gut gefüllt. Auch nach 43 Jahren sei die Betroffenheit über das schreckliche Attentat in der Öffentlichkeit noch groß, sagte Karmasin bei seinem Grußwort. Bis heute haben die Menschen das abscheuliche Verbrechen nicht vergessen. Es sei immer wieder ein ergreifender Moment, wenn jährlich an der Gedenkstätte die zwölf Namen der ermordeten Israelis und des deutschen Polizeibeamten verlesen werden. Karmasin erinnerte an die zentrale Gedenkfeier am 5. September 2012, als die Angehörigen aus Israel erstmals die Kraft hatten, an den Originalschauplatz zu kommen. Damals gab Ministerpräsident Seehofer auch sein Versprechen ab, der Freistaat werde sich an einem würdigen Gedenkort beteiligen. „Sie alle sind Garant, dass wir heute ein Stück weiterkommen“, sagte der Landrat zu den anwesenden Gästen. „Erinnerungsorte sind identitätsstiftend für eine Region. Bitte helfen Sie dem Landkreis bei diesem Vorhaben.“

„Die zentrale Aufgabe lautet, den jungen Menschen zu erklären, was das Vergangene mit ihrem Leben zu tun hat“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch. Die zeitliche Distanz zu den historischen Ereignissen sei in gewisser Weise ein Segen für die jungen Menschen. „Sie sind frei von jeder Schuld – umso mehr tragen sie Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft.“ In Fürstenfeldbruck erinnere man sich seit vielen Jahren an die Opfer dieser Katastrophe vor 43 Jahren. Dieses Engagement werde getragen von Menschlichkeit und Empathie sowie dem Bewusstsein, dass das gemeinsame Gedenken für eine gemeinsame Zukunft grundlegend ist. „Ich halte es für wichtig und richtig, dass der Freistaat das Engagement unterstützt und neben München ist mir an einem Gedenkort hier, am authentischen Schauplatz, an dem die Katastrophe ihr tragisches Ende fand, besonders gelegen.“ Er wünsche sich einen Ort, der mehr ist als nur ein Denkmal, ein Museum, sondern der zum Nachdenken anregt, ein Ort, der Toleranz vermittelt, einen Ort des Lernens und des Lehrens, sagte der Generalkonsul des Staates Israel für Süddeutschland, Dr. Dan Shaham. „ An diesem Ort müssen sich unsere ideologischen Werte widerspiegeln.“ Die Bundesrepublik und der Freistaat schulden dem Landkreis großen Dank, sagte der bayerische Staatsminister für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle. Unauslöschlich haben sich die Ereignisse auch bei ihm eingeprägt, der in der Nähe des Olympiastadions aufgewachsen ist. Als er zusammen mit Seehofer 2012 an der Gedenkfeier in Tel Aviv teilnahm, habe er gespürt, welche tiefen Wunden das schreckliche Ereignis hinterlassen habe. „Ich werde alle politische Energie einsetzen, dass wir das Projekt auf den Weg bringen“, versprach der Staatsminister, dass der Freistaat auch die nötigen Mittel für einen Gedenkort bereitstellen wird. 

Dieter Metzler

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