Tafeln in der Diskussion - Dorothée von Bary referierte im Rahmen der Brucker Zeitgespräche

Dorothée von Bary, Sonderschullehrerin an der Pestalozzischule referierte am 24. Februar im Rahmen der „Brucker Zeitgespräche“ über das Thema „Tafeln in der Diskussion“. Als Mitbegründerin der Tafeln im Landkreis und langjähriges Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, beschrieb von Bary im Gemeindesaal der Erlöserkirche vor ca. 50 Zuhörern, welche Entwicklung die Tafeln im Laufe der Jahre genommen haben.

Ursprünglich stammt die Idee der Tafeln aus den USA. Im Jahr 1993 wurde in Berlin die erste Tafel in Deutschland gegründet. Inzwischen gibt es ca. 850 Tafeln. Im Landkreis Fürstenfeldbruck werden alle Tafeln von der Bürgerstiftung getragen. Die erste ist im Jahr 2000 in der Kreisstadt entstanden. Inzwischen gibt es Tafeln in Germering, Olching, Maisach, Puchheim-Eichenau. Die meisten Tafeln, so auch die im Brucker Landkreis, sind im Bundesverband Deutsche Tafel organisiert. Am Beispiel der Brucker Tafel erläuterte von Bary den durch den Anstieg von Bedürftigen immer größer werdenden Aufwand für die freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer. So versorgt die Tafel in der Kreisstadt allein jede Woche 520 Personen, darunter 181 Kinder. Bezogen auf die 290 ausgegebenen Berechtigungsausweise sind davon 100 Personen Hartz IV Empfänger, ebenso viele beziehen Arbeitslosengeld eins und etwa halb so viele sind Rentner mit zu geringer Rente, informierte von Bary. Dazu kommen Fälle von Geringverdienern oder Menschen in vorübergehenden schwierigen Lebenslagen, die von der Caritas oder der Diakonie geschickt werden. Zur Versorgung der Menschen werden 38 Geschäfte angefahren, weitere 13 auf Anforderung, stellte von Bary den wöchentlichen Aufwand dar. Dazu werden pro Woche zehn Personen, zwei Fahrer und acht zur Ausgabe der Lebensmittel im Laden benötigt. Jede Person leistet ca. zehn Stunden Arbeit, also insgesamt 100 ehrenamtliche Stunden allein in der Kreisstadt. Im Laufe der Jahre haben sich die Tafeln aber auch stark verändert, berichtete von Bary. Auf der einen Seite wachse die Zahl der Bedürftigen, andererseits gehe die Spendenbereitschaft der Supermärkte mehr und mehr zurück. Zuverkäufe lehne sie jedoch ebenso ab, wie das Ansinnen der Verwaltung, von den Tafelkunden einen symbolischen Obolus zu fordern. Die Diskussion, die derzeit um die Tafeln geführt wird, habe ihrer Meinung nach aber nur am Rande etwas mit den Tafeln zu tun, so von Bary. „An ihr wird aber offenbar, dass wir eigentlich eine gesellschaftliche Diskussion führen müssen, wie wir als Staat mit den Menschen umgehen, die auf Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind, wie wir diesen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und garantieren“, meinte von Bary zum Ende ihrer Ausführungen.

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