Münchner Autorin Christiane Vidacovich präsentierte ihren Fortsetzungs-Band in Fürstenfeldbruck

Die Tanten vom Viktualienmarkt - Die wilden Jahre

+
Christiane Vidacovich: Die Autorin Christiane Vidacovich brachte mit ,,Die Tanten vom Viktualienmarkt - Die wilden Jahre" ihren zweiten Band heraus.

Fürstenfeldbruck - In ihrem zweiten Band  ,,Die Tanten vom Viktualienmarkt - Die wilden Jahre" erzählt die Autorin Christiane Vidacovich Geschichten vom Leben auf dem Viktualienmarkt und von Ereignissen, die sie als jugendliche Waise im Heim und als junge Erwachsene erlebt hat: ,,Das Buch ist eine Fortsetzung und beginnt dort, wo das erste Buch aufhört", sagt die Münchnerin bei einem Interview im Hotel Post. ,,Eine Freundin wollte, dass ich die Geschichte weiter erzähle. Der zweite Grund war, über das Leben der Heimkinder zu schreiben". Der Viktualienmarkt zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Geschehnisse.

 Es ist eine Zeitreise in die 1960er und 1970er Jahre, in der die beiden Marktfrauen und ,,Tanten" Anni und Fanni ihren Geschäften nachgingen, obwohl sie mittlerweile alt geworden sind. Christa lebte vier Jahre lang im Heim, dem kleinen grauen Haus. Sie beschreibt den Heimalltag als eine Zeit geprägt von Freude und Widersprüche. Ein bisschen heimatlos, ein bisschen sündig und naiv leben die Kinder der damaligen Zeit in ihrer Welt. ,,Im Heim waren wir alle ein bisschen gleich, weil wir niemanden hatten", erinnert sich Christiane Vidacovich. ,,Gleichzeitig hatte ich auch viele Freiheiten und habe das sehr genossen". Es sei ein Vorteil gewesen, dass Christa und die anderen Heimkinder ihre eigenen Entscheidungen treffen konnten: ,,So schlimm die Erfahrungen auch waren, wir lernten sehr schnell, selbständig zu sein". Ihre Beziehungen zu Männern beschreibt Christa als sehr schwierig, weil sie ein Gefühlsleben nie richtig kennengelernt habe.

Einem Kapitel widmet Christiane Vidacovich der Münchner Künstlerin Liesl Karlstadt, deren Großnichte sie persönlich kennengelernt hat. ,,Sicher ist, dass die Liesl Karlstadt nicht nur Partnerin von Karl Valentin, sondern auch Ideengeberin war und mit ihm zusammen in 25 Jahren annähernd 400 Sketche und Komödien entworfen, getextet und organisiert hat", heisst es in dem Buch.

Nach ihrer Ausbildung bei der Bayerischen Bank, zog Christa aus dem Heim aus und nahm sich eine kleines Zimmer im Münchner Norden. Kurz darauf tritt sie ihre neue Arbeitsstelle als Chefsekretärin bei einem Bauunternehmen an. Irgendwann reifte in Christa der Entschluss, in die Schweiz zu gehen, wo sie bei einem renommierten Verlag anfangen konnte.

Zu ihrer Tante Anni hielt sie noch lange Kontakt und besuchte sie regelmäßig. ,,Ich habe öfter auf sie aufgepasst, wenn sie mal wieder zu viel getrunken hatte", erzählt Christiane Vidacovich. ,,Als sie gestorben ist, war ich bei ihr und habe sie noch im Arm gehalten".

Seit 1980 arbeitet die heute 71-Jährige als selbständige Vermögensberaterin. Darüber hinaus hat sie vor 10 Jahren den Verein ,,Die Streichelbande e.V." (www.streichelbande.de) gegründet: Die mittlerweile rund 200 ehrenamtlichen Mitglieder besuchen gemeinsam mit ihren Hunden Senioren- und Behindertenheime sowie Kindergärten und Schulen, um den Menschen dort Freude und Wärme zu schenken.

Weitere Infos zum Buch und Bestellmöglichkeiten unter: http://dietantenvomviktualienmarkt.de/

 Nicole Burk

 

Auch interessant

Meistgelesen

Großbaustelle Buchenau
Großbaustelle Buchenau
Zu zweit unterm Baum
Zu zweit unterm Baum
Caritas richtet Zentrum für Asyl und Migration ein
Caritas richtet Zentrum für Asyl und Migration ein
Brand in Müllverbrennungsanlage
Brand in Müllverbrennungsanlage

Kommentare