Mammendorfer Faschingszug

Lokalpolitik blieb in Mammendorf verschont

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Tausende Menschen huldigten am Faschingsdienstag-Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein, aber Temperaturen um den Gefrierpunkt, dem bunten Faschingstreiben in Mammendorf.

Mammendorf – Zunächst säumten sie dichtgedrängt die Augsburger Straße in beiden Richtungen, um den „Gaudiwurm“ mit seinen 18 Wagen und acht Gruppen zu bestaunen, anschließend ging vor dem Bürgerhaus bei der Aftershowparty bis 21.30 Uhr die Post ab.

Wieder einmal erwies sich der Faschingszug in Mammendorf als der Magnet im westlichen Landkreis, ähnlich dem in Olching im östlichen Teil des Landkreises. Aus allen Himmelsrichtungen strömten die Besucher herbei, so dass zumindest die Besucherzahl gegenüber dem vergangenen Jahr, als leichter Nieselregen doch viele abhielt, von 5.000 bei weitem überschritten wurde. Zum zweiten Mal wurde der Zug von Mitarbeitern eines Securitydienstes begleitet, der nicht nur darauf achtete, dass die Musik nicht zu laut aufgedreht wurde und dass kein Schnaps getrunken wurde, sondern auch, dass die Sicherheit gewährleistet war. „Natürlich gibt es keinen absoluten Schutz. Es kann immer etwas passieren. Aber zum Glück sind wir von einem Unfall verschont geblieben“, meinte Kulturreferent Anton Fasching.

Lokalpolitik blieb verschont

Und was den Moorenweisern Besuchern beim Umzug wegen des Ausfalls der Zugmaschine nach wenigen hundert Metern versagt blieb, konnten die Besucher in Mammendorf den Wagen der Luttenwanger Landjugend – die Tigerente nach dem Vorbild von Janosch - bewundern. Und wie in Gernlinden verschonte auch der Mammendorfer Faschingszug die Lokalpolitik. Bis auf einen Motivwagen, der sich über die Entscheidung von Bürgermeister Heckls Räum- und Spritzdeckendienst lustig machte, setzten sich die Wagen schwerpunktmäßig mit der Bundeshauptstadt Berlin sowie der chaotischen Bundespolitik auseinander.

So versetzte ein riesiges U-Boot des FC Bayern-Stüberls aus Hattenhofen die Menschen in Erstaunen. „Wir sind mit dem U-Boot auf der Suche nach der abgesoffenen Jamaika-Koalition unterwegs“, erklärte ihr Chef Christian Ettenberger, wobei er eingestand, die Idee das U-Boot zu bauen war zuerst da. „Dann kam uns das politische Desaster in Berlin gerade recht.“ Wie „koalieren“ funktioniert, dass machten die Landjugend aus Puch und Biburg den Parteien In Berlin vor. Ihr gemeinsamer Motivwagen als Koalitioncamp: „Ich bin ein Politiker – holt mich hier heraus“ lehnte sich an das Dschungelcamp an. „Wir haben es der großen Politik gezeigt“, meinte Korbinian Grimm, erster Vorstand der Pucher Landjugend dazu.

Flughafen und Air Berlin Pleite

Auch der Burschenverein Jesenwang nahm Berlin ins Visier und zwar die ewige Flugplatz-Baustelle. „Da ist ja bei uns auf dem Flugplatz Jesenwang seit Jahren mehr Flugbetrieb“, so der erste Vorstand Tobias Burkhardt. Die Landsberieder Landjugend machte sich derweil über die Pleite von Air-Berlin lustig, während die Landjugend aus Steinbach das Kuhglockenläuten-Verbot thematisierte. „Wir haben die Gefängnisausbrüche in Berlin aufs Korn genommen“, erklärte Mammendorfs erster Vorstand des Katholische Burschenvereins, Josef Mayer. „Wegen guter Führung hab ich mich selbst entlassen, die Bevölkerung kann dies kaum fassen“, prangte am riesigen Gefängniswagen, in dem es allerdings recht zünftig zuging und allen Anschein niemand freiwillig verlassen wollte.

Prämierung der Wagen

Die in auswärtige und einheimische Motivwagen unterteilte Prämierung ergab folgendes Ergebnis: 1. Platz belegte der Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Mammendorf, 2. Platz der KBV Mammendorf, 3. Platz: wurde nicht vergeben; 1. Platz (auswertige Wagen): KBV Moorenweis, 2. FC Bayern Stüberl Hattenhofen, 3. Platz Oberländer Hüttn – Käpt’n Blaubär. Bei den Fußgruppen wurde nicht unterschieden zwischen auswärtigen und einheimischen Gruppen. 1. Platz SVM-Basketballabteilung – Zone 30, 2. Platz TuS FFB – traditionell urbay. Schnaps- und Schnupfverein, 3. Platz: Alsinapade – Mammendorf. Nur der jeweils erste erhielt einen Wanderpokal und eine Flasche Sekt.

Dieter Metzler

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