Teilnahme der Stadt Germering am Projekt "Öko-Modellregionen"

Scharnier zwischen Großstadt und ländlicher Region

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Frisches Obst und Gemüse ist besonders aus der Region immer gefragter.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurde der Puchheimer Umweltreferent Manfred Sengl auf den Wettbewerb „ Staatlich anerkannte Öko-Modellregion“ aufmerksam gemacht und reichte gemeinsam mit der Gemeinde Emmering und der Stadt Olching ein Schreiben beim Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein. Der erste Schritt war damit getan. In der vergangenen Germeringer Stadtratssitzung referierte Sengl nun über die Thematik und eine mögliche Beteiligung der Stadt Germering, da eine vollumfängliche Bewerbung bis zum 31. Januar eingereicht werden müsse.

Germering - „Öko“ oder „Bio“ – Begriffe, die in den letzten Jahrzehnten noch als verpönt galten, gar eine negative Konnotation trugen, sind in letzter Zeit wieder mehr im Kommen. Ein plastikfreies Leben, eine gesunde Ernährung und sogenannte „Super Foods“ sind zu täglichen Begleitern für viele Menschen geworden – oder zumindest das Streben danach. Das Öko-Modell soll nun heimische Bio-Produkte und vor allem das Bewusstsein für eine regionale Identität anregen und vorantreiben. 

Identifikation mit Heimat stärken

Findige Germeringer mögen jetzt denken, wozu man das brauche, immerhin hat die Stadt bereits zwei Wochenmärkte mit frischen Produkten aus der Region, Hofmärkte oder bietet die Möglichkeit Eier, Kartoffeln oder Milch frisch vom Erzeuger zu beziehen. „Wir wollen keine vorhandenen Organisationen ersetzen“, das ist Sengl besonders wichtig, „sondern diese stärken“. Für Germering spräche die Nähe zur Großstadt München, das Potential sich als Öko-Region hier einen Namen zu machen trüge zur Identitätsfindung bei und würde eine Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat stärken. Mit Puchheim, Olching, Emmering und Germering würde auf ein relativ kleines Gebiet über 100.000 Konsumenten kommen – außerdem wachse die Region und die lokalen Strukturen verändern sich regelmäßig. 

Wie sieht die Umsetzung konkret aus?

Im Speziellen gestalte sich die Umsetzung des Modells so, dass ein Projektmanager eingesetzt würde, dessen Personalkosten zu 75 Prozent vom Staat übernommen würden. Die restlichen Kosten in Höhe von 4.900 Euro pro Jahr müssten von der Stadt getragen werden. Im Vordergrund stehe dann, so Sengl weiter, die Förderung der Bildungsarbeit, der Biodiversität und das Angebot an ökologischen Produkten zu steigern. „Im Bereich Bildung können Angebote für Schüler aus München ausgearbeitet werden, die bisher keinen Bezug zur Landwirtschaft hatten, um so einen ersten Kontakt herzustellen“, erklärt der Umweltreferent. Gut vorstellbar sei auch eine Ausweitung des sogenannten „Urban Gardenings“ wie es in Puchheim mit den Stadtbeeten angeboten würde, ebenso wie eine Vernetzung der Kommunen, da sie alle als Fairtrade zertifiziert wären oder die Ausbreitung von Blühflächen und Streuobstwiesen. Konkret würde eine Online-Vermarktung angestrebt, um auch das junge Publikum zu erreichen, das nicht die Möglichkeit der Wochenmärkte nutzen könne, aber dennoch nicht auf regionale Produkte verzichten möchte. 

Stadtrat stimmt für Beteiligung

Ein wachsender Bedarf an Bioprodukten, die aus der Region kommen, erschloß sich auch den Mitgliedern des Stadtrats. Neben einem Imagezuwachs werden neue Einkommensmöglichkeiten geschaffen und die Landwirtschaft vor Ort gestärkt. Nach einer zweijährigen Förderphase ist eine dreijährige Anschlussphase möglich. Obwohl sich der Stadtrat mit der Gewichtung der Begriffe „öko“ und „regional“ uneinig war, stimmten er mit drei Gegenstimmen für eine Teilnahme am Wettbewerb. 

Claudia Becker

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