Zum Schwimmen animieren

Volksschwimmen: Wo die Zeit (fast) niemanden interessiert

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„Ich habe nie gedacht, dass ich das nicht schaffe“, sagte die neunjährige Sophie Probst aus Bruck, die beim diesjährigen Volksschwimmen der Brucker Wasserwacht nach 666 Metern als erste das Ufer am Pucher Meer erreichte.

Fürstenfeldbruck – „Ich kann seit meinem fünften Lebensjahr schwimmen. Das haben mir Mama und Papa beigebracht“, erzählt die Schülerin der Philipp-Weiß-Schule. Mama Andrea kam ein wenig später an, denn sie hatte ihre zweite Tochter, die siebenjährige Julia im Schlepptau.

Die Insel geht ab

Seit Jahren habe sie sich mit dem Gedanken herumgetragen, an dem Schwimmen teilzunehmen, sagte die 66-jährige Irmgard Strohmair aus der Kreisstadt. Diesmal habe sie es endlich gepackt. Und ausgerechnet jetzt hat die Stadt die Badeinsel im Pucher Meer entfernt. Die habe vor allem den älteren Schwimmern immer eine gewisse Sicherheit gegeben, meinte sie. Die Stadt könnte doch die Haftung ruhig übernehmen. Jetzt traue sie sich nicht allein über den See zu schwimmen. Da müsse schon jemand mitschwimmen.

Zum Schwimmen animieren

Apropos Begleitung: Alle Schwimmer wurden aus Sicherheitsgründen begleitet, entweder von ausgebildeten Rettungsschwimmern mithilfe von Rettungsbrettern oder durch ein Motorrettungsboot. Aber die Helfer mussten nicht eingreifen. Der tiefere Sinn des jährlichen Volksschwimmens der Wasserwacht, das heuer zum 44. Mal stattfand, ist, die Menschen zum Schwimmen anzuregen. Dabei geht es um den Spaß und darum, auch mal seine Grenzen auszuloten.

Für Familie mitgeschwommen

„Ich habe meiner Familie und den Kindern zuliebe mitgemacht“, sagte der 50-jährige Hauke Buchwald noch ein wenig atemlos, kurz nachdem er aus den Fluten des Pucher Meeres gestiegen war. „Die beiden Kids (sein 13-jähriger Sohn und dessen Freund) haben mich zum Schluss der Strecke herausgefordert. Da konnte ich nicht mehr mithalten, und die beiden sind an mir vorbei gezogen“, meinte er mit einem Lachen. „Aber ist ja kein Wunder: beide sind bei der Wasserwacht.“

Vorbereitung für Triathlon

Als Vorbereitung auf seinen nächsten Triathlon betrachtete Jürgen Reisch das Schwimmen über das „Meer“. Er dürfte einer der wenigen gewesen sein, den die Zeit interessierte, die er für die 666 Meter benötigte. „21 Minuten und fünf Sekunden. Das ist für mein Alter gut“, war der 71-jährige Brucker mit seiner Leistung zufrieden. Im vergangenen Jahr nahm er erstmals am Wörthsee-Triathlon teil, erzählte er. „In meiner Altersklasse wurde ich auf Anhieb Zweiter.“ Zuvor hatte er drei Monate dafür trainiert. „Ich schwimme gern, fahre gern Rad und laufe auch gern“, so Reisch. „Also, was liegt da näher, als am Triathlon teilzunehmen, solange es noch geht.“ Für den 34. Triathlon am 28. Juli hat er sich schon angemeldet.

Beste Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für das Volksschwimmen am Pucher Meer hätten heuer aber auch nicht idealer sein können. Sonne pur und hochsommerliche Temperaturen luden geradezu zum Schwimmen ein. So gab es mit 56 Teilnehmern wie der stellvertretende Leiter der Wasserwacht, Stephan Hein, am Nachmittag durchgab, eine zufriedenstellende Beteiligung beim diesjährigen Event. „Die Teilnehmerzahl ist natürlich wetterabhängig. Wir haben von zehn Teilnehmern bis weit über 100 schon alles gehabt“, teilte der Organisationsleiter des Schwimmens mit. 

Urkunden und Medaillen

Zur Belohnung gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und eine Medaille. Auch heuer bot die Wasserwacht wieder vier verschieden lange Strecken zur Auswahl an, die bewältigt werden konnten: eine 50-Meter-Sprintstrecke, eine 100-Meter Kurzstrecke, eine 333-Meter lange Mittelstrecke (einmal quer über das „Meer“), sowie eine Langstrecke von 666-Metern (Hin und zurück über den ganzen See).

Dieter Metzler

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