Zweite Mobilitätswerkstatt in Fürstenfeldbruck

B2-Verlegung steht ganz oben auf der Liste

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Wegen der Corona-Abstandsregeln mussten die Teilnehmer der zweiten Mobilitätswerkstatt statt in Gruppenarbeit diesmal an Einzeltischen jeder für sich selbst arbeiten.

Fürstenfeldbruck - Kreative Vorschläge wie eine Seilbahn oder Laufbänder wie am Flughafen als neue Möglichkeiten der Fortbewegung brachten die Teilnehmer der zweiten Mobilitätswerkstatt für den Brucker Verkehrsentwicklungsplan ein. Am Ende stand aber eine altbekannte Forderung im Mittelpunkt: Eine B2-Umgehung.

Zehn Leitziele bearbeiteten die 35 Teilnehmer – mehr waren wegen der Corona-Beschränkungen nicht zugelassen – bei der Mobilitätswerkstatt. Zu folgenden Punkten durften die Brucker ihre Meinung abgeben: zur Stärkung hochwertiger Zentren und Quartiere, die Entwicklung des Fliegerhorstes, zur verkehrsarmen Gestaltung von neuen Bauvorhaben, zu neuen Mobilitätsoptionen sowie zur Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen bei der Lösung von Verkehrsproblemen; aber auch zu Verbesserungen der Sicherheit von Fußgängern, zur Stärkung des Fahrrads als Alltagsverkehrsmittel, zur Stärkung des Personennahverkehrs, zur verträglicheren Gestaltung der Parkplätze und zur Verkehrsberuhigung in Innenstadt und Wohngebieten. Während bei der ersten Mobilitätswerkstatt Visionen in Gruppenarbeit erarbeitet wurden, mussten die Teilnehmer angesichts der Abstandsregeln wegen Corona jeweils für sich selbst tätig werden. 

Mischgebiete beim Fliegerhorst oder neuen Bauvorhaben gefordert

„Die Arbeitsweise ist ein wenig ungewöhnlich“, sagte Brucks Verkehrsplanerin Montserrat Miramontes. „Es ist fast wie in der Schule.“ Um Verkehr schon im Keim zu ersticken, wollten mehrere Teilnehmer, dass sowohl beim Fliegerhorst als auch bei anderen neuen Bauvorhaben Mischgebiete entwickelt werden, sodass Wohnen und Arbeiten im Quartier möglich ist. Öffentliche Stellplätze an den Straßen sollen zugunsten von Tiefgaragen reduziert werden. Auch das Thema Fußgängerzone in der Innenstadt kam wieder auf. Ebenfalls bereits bekannt ist die Forderung nach einer Umgehung für die B2. Ein Teilnehmer betonte, dass es fünf vor zwölf sei: „Das Straßenbauamt hat sich bei der Verlegung der Trasse der B2 endlich bewegt“, sagte der Brucker. Doch die Stadt reagiere nicht darauf. „Sie muss jetzt auf das Straßenbauamt zugehen“, forderte der Mann.

Konkrete Maßnahmen sollen im dritten Schritt der Bürgerbeteiligung ausgearbeitet werden

Allerdings dürfe die Streckenführung über die Oskar-von-Miller-Straße am Kloster vorbei nicht auf die äußere Schöngeisinger Straße – wie vom Straßenbauamt ins Auge gefasst –, sondern über die innere Schöngeisinger und die Landsberger Straße verlaufen. Auch ein anderer Brucker plä- dierte für eine Umgehung. Er sieht als Grundproblem den durch die Pendler verursachten Durchgangsverkehr an. „Die müssen jeden Tag durch Bruck fahren, und die werden wir bei allen Konzepten, die wir hier erarbeiten, nicht los“, sagte er. Kerstin Knuth von Green City Experience, das den Verkehrsentwicklungsplan zusammen mit den Firmen Gevas und ASV Wulfhorst erarbeitet, nahm auch diese Anregungen mit auf. Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele sollen nun im dritten Schritt der Bürgerbeteiligung ausgearbeitet werden. Am 22. September ist die nächste Mobilitätswerkstatt geplant, bei der es auf Basis der Ergebnisse der ersten beiden Bürgerbeteiligungen dann konkret werden soll.

Andreas Daschner

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