Falsche Polizisten scheitern mit neuer Masche bei Seniorin  

Telefonbetrug: Vermeintlicher Unfall der Tochter weckt Misstrauen bei 86-jähriger Germeringerin

Von Claudia Becker

Die 86-jährige Seniorin erkannte den Telefonbetrug noch rechtzeitig.

Germering - In Zeiten von Corona haben Delikte wie Wohnungseinbrüche stark nachgelassen. Dafür haben sich Kriminelle vermehrt auf den Betrug am Telefon spezialisiert. Immer wieder kommt es zu Fällen bei denen Senioren um ihr Erspartes gebracht wurden. So auch der Versuch am Mittwochmittag, 13. Januar, in Germering - die Seniorin blieb jedoch misstrauisch.

Eine 86-jährige Seniorin erhielt um 13 Uhr Anruf von einer unbekannten Nummer einen Anruf. Am Telefon war eine Frau, die mit weinerlicher Stimme sagte, sie sei „die Nina“, die Tochter der Seniorin, die tatsächlich auch diesen Vornamen trägt. „Laut der 86-jährigen Frau weinte die Anruferin durchgehend und sagte, sie habe einen Unfall gehabt und sei nun bei der Polizei. Dann sagte sie, sie gebe das Telefon nun einen Polizisten weiter“, erklärt Andreas Ruch, Erster Polizeihauptkommissar in Germering.  

Die Seniorin wurde an einen Mann, der sich als der Beamte ausgab, der den vermeintlichen Unfall der Tochter aufnahm, weitergereicht. Er schilderte der 86-jährigen Germeringerin zudem, dass der Unfall ein Todesopfer gefordert habe und nun gegen die Tochter ermittelt würde. Die Seniorin glaubte diese Geschichte und hatte große Angst. Der falsche Polizist führte aus, dass die Tochter vor Gericht müsse und die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen fahrlässiger Tötung Ermittlungen führe. „Im Laufe des Gespräches gab er an, man könne die Sache aber auch gegen eine Barzahlung abwenden. Er forderte 5.000 Euro, damit die Tochter nicht vor Gericht komme“, beschreibt Ruch den Fall weiter.

Um die Dramaturgie zu steigern, hörte die Angerufene durchgehend ihre angebliche Tochter weinen. Nachdem die Seniorin äußerte, sie habe Bargeld daheim, nur wisse sie nicht wieviel genau, beendete der falsche Polizist das Gespräch. Kurze Zeit später rief ein angeblicher Kriminalpolizist aus Germering an und hakte nach, wie es mit dem Geld ausschauen würde. Der falsche Kriminalpolizist erklärte im weiteren Gespräch, es würden auch 2.000 Euro reichen. Nachdem er der Seniorin ankündigte, es würden demnächst zwei zivile Kollegen vorbei kommen, um das Geld zu holen, wurde die Seniorin misstrauisch. Sie fragte nach, ob dort denn wirklich die richtige Polizei sei und sagte dann, sie rufe jetzt bei der Dienststelle in Germering an. Daraufhin wurde das Telefonat vom Anrufer sofort beendet. Im Anschluss rief die Seniorin ihre Tochter an und klärte ab, ob es ihr gut ginge. Die Germeringer Polizei erhielt kurze Zeit später durch die richtige Tochter Kenntnis von dem Vorfall und zeigt sich „heilfroh, dass die ‚falschen Kollegen‘ in diesem Fall keinen Schaden anrichten konnten“, erklärt Ruch.

Präventionstipps der Polizei

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- Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei derartigen Anrufen! - Beenden Sie im Zweifelsfall das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten bzw. Informationen über vorhandene Wertgegenstände oder Bargeld preiszugeben! - Gehen Sie nicht auf Forderungen zur Überweisung von Geldbeträgen ein! - Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen! - Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung! - Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!

Weitere wertvolle Tipps und Hilfestellung zu diesem Thema bietet die Präventionskampagne „ LEG AUF“ des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Informationen unter folgendem Link.

pi

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