Polizeiinspektion Germering warnt vor gewerbsmäßigem Teppichreinigungsbetrug – Senioren besonders gefährdet 

Perfide Betrugsmasche:  Teppichkunden nach 10 - 20 Jahren wieder aufgesucht

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Unser Foto zeigt Andreas Ruch,  Stellv. Inspektionsleiter der PI Germering bei einer Hundeplakataktion. Die neuesten Ermittlungen konzentrieren sich auf gewerbsmäßigen Teppichreinigungsbetrug. 

Germering - Teppichreinigung ist Vertrauenssache.  Wer sich ein Schnäppchen durch ein Haustürgeschäft erwartet, geht leicht Betrügern auf den Leim. So warnt die Polizei in Germering vor einer besonders perfiden Masche: Ältere Mitbürger, die vor rund 10 oder 20 Jahren (!) in der Türkei einen Teppich erworben haben, werden derzeit gezielt angerufen. Die Betrüger fragen, ob ihr wertvolles Erinnerungsstück professionell gereinigt werden solle. Sogar die damalige Kaufpreissumme wird genannt.  Die Polizei warnt dringend vor einem solchen überteuerten Reinigungs-Auftrag, der  noch dazu unfachmännisch ausgeführt wird.  Die Unbekannten seien wahrscheinlich  auch an den Wertsachen der betreffenden Senioren interessiert. 

Vorsicht vor gewerbsmäßigem Teppichreinigungsbetrug in Germering:   Stellv. Inspektionsleiter Andreas Ruch von der PI Germering  und seine Kollegen warnen vor allem Senioren als die bevorzugte Opfergruppe von Trickbetrügern vor einer derzeit praktizierten und besonders perfiden Masche. 

Es geht  im Detail darum, dass die Germeringer Polizei Erkenntnisse gewinnen konnte, wonach derzeit gezielt ältere Mitbürger von Trickbetrügern angerufen werden, die allesamt vor rund 10 bis 20 Jahren bei einer Reise in die Türkei schöne Teppiche im Wert von jeweils einigen tausend Euro z.T. im fünfstelligen Bereich erworben haben. Diese älteren Mitbürger und Mitbürgerinnen werden seit letzter Woche gezielt angerufen und danach gefragt, ob ihr damals erworbener Teppich (genaue Kaufsumme wird vom Anrufer genannt) professionell gereinigt werden solle. 

Der Teppich würde bei Angebotsannahme von zu Hause abgeholt und selbstverständlich nach der Reinigung wieder zurückgebracht, versprechen die Anrufer.  Die Tipps der Polizei im Falle eines derartigen Anrufs lauten:  "Gehen Sie auf keinen Fall auf ein derartiges telefonisches Angebot ein, da das Interesse des Anrufers nicht nur Ihrem Teppich gilt, sondern in erster Linie den Wertsachen in Ihrer Wohnung.  Sollten Sie auf ein Teppichreinigungsangebot eingegangen sein, melden Sie sich bitte bei der Germeringer Polizei und erstatten Anzeige wegen Betrugs. Denn das Angebot ist zum einen völlig überteuert und zum anderen wird Ihr Teppich keinesfalls professionell gereinigt, sondern wird vielmehr durch die Reinigung stark in Mitleidenschaft gezogen.  Wenn Sie bereits Kontakt mit den „Teppichreinigern“ hatten und bezahlt haben, genieren Sie sich bitte nicht, dennoch zur Polizei zu gehen. Je früher Sie zur Anzeigenerstattung kommen, desto besser können Sie eine gute Personenbeschreibung des Abholers Ihres Teppichis abgeben, mit deren Hilfe die Polizei Ihren Fall lösen kann.  Sollte Ihr Teppich tatsächlich in nächster Zeit abgeholt bzw. zurückgebracht werden, notieren Sie sich bitte auf jeden Fall das Kennzeichen der von den Kurieren benutzten Fahrzeuge". 

Wie die PI Germering ermittelte, beträgt die Schadenshöhe aller ähnlich gelagerter Fälle mittlerweile 50 000 Euro. 

Das Polizeipräsidium München meldete einen ähnlichen Fall am Freitag, 13.02.2015: Dabei wurde bei einer 74-jährigen Seniorin in Gräfelfing ein Werbeflyer für eine Teppichreinigungsfirma in ihren Briefkasten eingeworfen. Da sie insgesamt vier wertvolle Teppiche reinigen und reparieren lassen wollte, nahm sie Kontakt mit der Firma auf. Sie vereinbarte einen Abholtermin für Mitte Februar, woraufhin zwei jüngere Männer die Teppiche auch abholten.

Da die Reinigung und Reparatur nach erster Inaugenscheinnahme über 5.000 Euro kosten sollte, nahm die 74-jährige Rentnerin Kontakt zur Polizei auf. Bei den polizeilichen Recherchen erhärtete sich der Verdacht, dass es sich bei der inserierten Firma um eine nicht seriöse Geschäftsstelle handelte.

Zum vereinbarten Rückgabetermin, am 26.02.2015, brachten zwei 26- und 29-jährige Männer aus Hamburg die Teppiche zurück und forderten den überteuerten Rechnungsbetrag ein. Schon beim ersten Anblick der Teppiche war klar, dass diese nicht fachgerecht gereinigt und repariert wurden.

Die beiden Männer wurden wegen versuchten Betruges festgenommen und gegen sie wurde ein Haftbefehl erlassen.

Warnhinweis der Münchner Polizei: Aufgrund des geschilderten Vorfalls warnt die Polizei dringend davor, auf unseriöse Inserate von Teppichreinigungsfirmen zu reagieren und sich auf Haustürgeschäfte einzulassen. Seriöse Angebote sollten ausschließlich über den renommierten Fachhandel eingeholt werden.

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