Bisherige Maßnahmen des Landratsamtes während der Corona-Krise

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Dr. Thomas Weiler (links) wurde vom Landrat zum Ärztlichen Leiter FüGK für den Bereich des Rettungszweckverbandes ernannt. Dr. Peter Hössler (rechts) wurde als Versorgungsarzt der FüGK Fürstenfeldbruck zugeordnet.

Desinfektionsmittel und Mundschutze verteilen, Bürgertelefon einrichten, Vorsichtungszelt für das Klinikum aufstellen, Ärztlichen Leiter und Versorgungsarzt ernennen, Teststationen in Betrieb nehmen - das Gesundheits- und Landratsamt Fürstenfeldbruck hat in diesen Krisen-Zeiten allerhand zu tun. 

Die Lage im Landkreis hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus und der Tätigkeit der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) stellt sich am 3. April so dar:

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt sichtet die eingehenden Angebote und Bedarfsmeldungen. An sie gehen die Lieferungen der zentral vom Freistaat Bayern bestellten Materialien. Diese werden durch die FüGK nach einer strengen Priorisierung verteilt. Oberste Priorität hat die Versorgung des Klinikums Fürstenfeldbruck, an zweiter Stelle stehen ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, danach kommen weitere Einrichtungen (etwa Heime und ambulante Wohngemeinschaften). 

Ärztlicher Leiter ernannt

„Die Führungsgruppe arbeitet auf Hochtouren“, heißt es vom Landratsamt. Bereits am 27. März wurde Thomas Weiler, Leiter der Starnberger Kliniken als Ärztlicher Leiter FüGK für den Bereich des Rettungszweckverbandes von Landrat Karmasin ernannt. Seine wichtigste Aufgabe ist, für die Aufstockung der Bettenkapazitäten zu sorgen und dann im Bedarfsfall dafür zu sorgen, dass die vorhandenen Kapazitäten optimal genutzt werden. Weiler hat der Regierung von Oberbayern ein Konzept für die Reha-Klinik Höhenried als Hilfskrankenhaus für den Bereich des Rettungszweckverbands Fürstenfeldbruck vorgestellt. Dort stünden im Bedarfsfall über 300 Betten zur Verfügung. 

Hotel im Landkreis als Reserve weiter im Blick

Für den nördlichen Bereich des Gebiets des Rettungszweckverbands wurden vom Dachauer Landrat Stefan Löwl umfassende Planungen zur Umwandlung eines stillgelegten Hotels in ein Hilfskrankenhaus getätigt. Auf dieser Grundlage ist seit 3. April eine entsprechende Zulassung erteilt, mit der Inbetriebnahme des Hilfskrankenhauses in Dachau ist innerhalb der nächsten Woche zu rechnen. Weiler schlägt weiter vor, ein leerstehendes Hotel im Landkreis als Reserve weiter im Blick zu behalten. Weitere Erhöhungen von Bettenkapazitäten sind bereits in die Wege geleitet. 

Versorgungsarzt ernannt

Am 30. April hat Thomas Karmasin nach Abstimmung mit dem ärztlichen Kreisverband Peter Hösler als neuen Versorgungsarzt der FüGK Fürstenfeldbruck zugeordnet. „Hösler ist seit vielen Jahren als Allgemeinarzt im Landkreis tätig und ein ausgezeichneter Kenner der ärztlichen Versorgung vor Ort“, schreibt das Landratsamt. Er hat die Aufgabe, eine ausreichende Versorgung mit ärztlichen Leistungen und entsprechender Schutzausrüstung zu planen und zu koordinieren, soweit dies bei der Bewältigung des Katastrophenfalls notwendig ist. Dies bedeutet: Schaffung von weiteren Testmöglichkeiten, die Einrichtung von Schwerpunktpraxen, die Planung und Vorbereitung aller notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung und die Unterstützung der FüGK bei der Verteilung der infektionsfachlich notwendigen Schutzausrüstung an die in den Arztpraxen Beschäftigten.

Zweite Teststation in Germering in Betrieb

Die zweite Teststation startete vergangenen Montag in Germering. Es erhalten zum einen Personen dort einen Testtermin, die von ihren Hausärzten für eine Testung per Fax an den Stab des Versorgungsarztes im Landratsamt vorgeschlagen werden. Zweitens werden dort Personen getestet, die über die 116 117 von der KVB dem Landratsamt zur Testung vorgeschlagen werden. Dies ist nur dann der Fall, wenn der Betreffende Symptome aufweist. Die von Hausarzt beziehungsweise KVB oder 116 117 gemeldeten Patienten werden automatisch vom Stab des Versorgungsarztes im Landratsamt angerufen und erhalten einen Termin.

Anders als bei der ersten Teststation des Landkreises ist hier eine telefonische Terminvergabe direkt beim Landratsamt nicht möglich. Ziel ist eine Testkapazität von weit über 50 Testungen pro Tag.

 978 Tests bei Drive-Through-Station

In der vom Landkreis seit 17. März betriebenen ersten Teststation sind bis Stand 3. April 978 Personen getestet worden, 894 Ergebnisse sind schon zurück mit 82 positiven Befunden.

Knapp 12.000 Mundschutze und 1.500 Liter Desinfektionsmittel verteilt

Insgesamt wurden annähernd 12.000 Mundschutze, 2.600 FFP 2 Masken, 1.500 Liter Desinfektionsmittel, 460 Schutzanzüge und einige Handschuhpakete und Schutzbrillen verteilt. Materialanforderungen von Einrichtungen mit niedrigerer Priorität können derzeit nur in besonderen Ausnahmefällen berücksichtigt werden. 

Bürgertelefon am Wochenende nur noch samstags

Das Landratsamt hat bereits am 13. März – vor Feststellung des Katastrophenfalls durch den Freistaat Bayern – ein Bürgertelefon installiert und dieses auch am Wochenende besetzt. Dort sind bis zum 1. April 4.229 Anrufe eingegangen. Da die Zahl der Anrufe am letzten Wochenende stark gesunken ist, ist das Bürgertelefon, um auch die personellen Ressourcen zu schonen, ab sofort nur noch am Samstag von 9 Uhr bis 18 Uhr besetzt. 

Rund um die Uhr bis zu 15 Mitarbeiter

Im Gesundheitsamt arbeiten seit dem 16. März zusätzlich 21 Kräfte, bestehend aus Mitarbeitern des Landratsamts und neuen Kräften, etwa Medizinstudenten sowie Staatspersonal, das von den unterschiedlichsten Behörden des Freistaates Bayern abgeordnet wurde. In der FÜGK sind im Schichtbetrieb sieben Tage rund um die Uhr bis zu 15 Mitarbeiter des Landratsamtes beschäftigt. 

Vorsichtungszelt vor Klinikum

Das Zelt und der Container vor der Liegendanfahrt des Klinikums zur Ersteinschätzung von Patienten wurden am 6. April in Betrieb genommen. Dort werden fußläufige Patienten und die, die mit Rettungswagen gebracht werden, ärztlich und pflegerisch gesichtet und eine Ersteinschätzung vorgenommen. Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19 Erkrankung besteht, kommen in einen speziellen Bereich in der Notaufnahme, der nur für sie reserviert ist. Dort werden sie weiter untersucht.

red

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