Thema im Ausschuss

Zoff am Marthabräuweiher wegen Lärm

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Stein des Anstoßes: Die Sitzgruppen am Bewegungsparcours sollten nach dem Willen der Anwohner abgebaut und verlegt werden.

Anwohner des Parks am Marthabräuweiher fordern den Abbau der Sitzgelegenheiten im Bereich des Fitness-Parcours, da sie sich vor allem in den Sommermonaten um den Schlaf gebracht fühlen.

Fürstenfeldbruck – Der Umwelt- und Verkehrsausschuss lehnte dies auf seiner jüngsten Sitzung jedoch mit klarer Mehrheit ab. Stattdessen sollen Sicherheitsdienst und Streetworker für Ruhe sorgen.

Nächtliche Partys und Lärm bis in die frühen Morgenstunden - selbst Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) spricht von einem „Hotspot“, welcher der Verwaltung durchaus bekannt sei. Man habe auch reagiert und im August große Hinweisschilder aufgestellt, die auf die Einhaltung der Nachtruhe hinweisen. Geändert habe dies laut Anwohner allerdings nichts.

Jugendliche nutzen Bank als Feier-Treffpunkt

Nachts sei es unerträglich, besonders in der warmen Jahreszeit nutzen Jugendliche die Sitzgruppen am Fitness-Parcours als Treffpunkt und feierten bis tief in die Nacht, erklärte Bernd Kottenhahn, der in unmittelbarer Nachbarschaft am Rande des Parks wohnt, gegenüber dem Plenum. Er habe „bestimmt über 20 mal die Polizei gerufen“, jedoch ohne Erfolg, da kurz danach die nächste Gruppe Jugendlicher komme. Es sei, „als wenn der Nachbar jeden zweiten Abend eine Grillfeier bis drei Uhr früh veranstalte“ beklagt sich Kottenhahn.

Lohde trauert um abgelehnte Sicherheitswacht

Es ist der altbekannte Konflikt zwischen öffentlichem Raum und Privatsphäre. Die Tische und Bänke wurden vor allem aufgestellt, um Nutzern des Parcours eine Sitzgelegenheit zu bieten. „Sitzgruppen und Parcours gehören zusammen“, betont Andreas Lohde. Der CSU-Fraktionschef erkennt zwar auch „ein gewisses Konfliktpotential“, weiß in dieser Sache aber auch den Vorsitzenden des Sportbeirats, Joachim Mack, hinter sich. Lohde kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Stadtrat seinerzeit die Sicherheitswacht „unter der Rädelsführung der Dritten Bürgermeisterin Karin Geißler“ vom Tisch gefegt“ habe. Dies räche sich nun.

Sicherheitsdienst und Streetworker

Dass ein, zwei Bürger in Uniform ohne wirkliche Befugnisse in diesem Fall hilfreich wären, bezweifelten wiederum viele Ausschussmitglieder. Irene Weinberg (BBV) plädierte dafür, während der warmen Jahreszeit den von der Stadt beauftragten Sicherheitsdienst öfter dorthin zu schicken sowie einen Streetworker, der entsprechend auf die Jugendlichen einwirken könne. „Wir befinden uns im öffentlichen Raum, da ist mit Lärmbelästigung zu rechnen“, befand Mirko Pötzsch (SPD). Die Bänke an anderer Stelle zu platzieren, wäre keine Lösung, sondern würde das Problem nur verlagern.

Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium schließlich, die Sitzgruppen vorerst an ihrem Ort zu belassen und bis zum Ende der Sommerferien verstärkt auf Sicherheitsdienst und Streetworker zu setzen. Sollte dies nicht fruchten, könne man immer noch über weitergehende Maßnahmen diskutieren.

Stadt findet keinen Streetworker

Der Haken an der Sache: Es gibt derzeit überhaupt keinen Streetworker in Bruck. Die Stelle sei zwar schon länger ausgeschrieben, aber „wir finden schlichtweg niemanden“, erklärt Rathaussprecherin Tina Rodermund-Vogl. Man hoffe jedoch, bis zum Frühjahr jemanden für diesen Posten zu finden.

Kotterhahn, nach der Sitzung sichtlich konsterniert, bleibt skeptisch. Er bezweifelt, dass der Beschluss viel ändern wird.

Peter Fischer

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