Mit drei Frauen an der Spitze

Tierfreunde Brucker Land machen weiter

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Die neue Führung der Tierfreunde (von links): Birgit Eggers-Spängler, Maike Neuer und Andrea Mittermeir.

Der Fortbestand der Tierauffangstation in Überacker ist gesichert. Die „Tierfreunde Brucker Land“, die die Station betreiben, haben einen neuen Vorstand gewählt. Drei Frauen des Vereins Katzentatzen übernehmen die Führung.

Maisach - Dass die Tierfreunde überhaupt nach einer neuen Vorstandschaft suchen mussten hatte finanzielle Hintergründe: Die Gemeinden im Landkreis wollten den Verein nicht dabei unterstützen, eine hauptamtliche Arbeitskraft anzustellen. Diese sollte den Vorstandschaft und Hilfskräfte in der Auffangstation entlasten. Derzeit hilft nur der Landkreis bei der Finanzierung einer 450-Euro-Kraft. Die Kommunen, in deren Zuständigkeit die Versorgung von Fundtieren eigentlich fällt, weigerten sich. 

Kolleginnen von Katzentatzen wurden ins Boot geholt

Wie die scheidende Vereinschefin Daniela Tillhon bei der Jahreshauptversammlung erinnerte, fiel deshalb der Beschluss, die Tierauffangstation im Juli 2019 zu schließen. Genau das wollte dann Andreas Mittermeir, Vorsitzende des Vereins Katzentatzen, verhindern. „Es gab intensive Gespräche, ich habe viel mit mir gerungen“, sagte sie nach ihrer Wahl in der Maisacher Sportgaststätte. Am Ende habe sie aber einfach nicht dabei zuschauen können, dass ein Tierschutzverein und das einzige Tierheim im Landkreis geschlossen wird. Die Moorenweiserin holte sich ihre Katzentatzen-Kolleginnen Maike Neuer als Schatzmeisterin und Birgit Eggers-Spängler als Schriftführerin ins Boot. Alle drei wurden von den anwesenden 34 Mitgliedern mit großer Mehrheit gewählt. Zusammen mit der Auffangstation muss die neue Vereinsführung wohl nur zwei Katzen übernehmen.

Ziel: Alle vorhandenen Tiere vermitteln

 „Unser großes Ziel war es, noch alle vorhandenen Tiere zu vermitteln“, berichtete Tillhon. 2018 waren das immerhin noch 221 Katzen, Kaninchen und andere Kleintiere. Das Vorhaben gelang bis auf das besagte Katzenduo. Doch selbst das für die beiden Tiere nicht aller Tage Abend. Denn Mittermeir sagte bei der Mitgliederversammlung ganz klar: „Die Auffangstation wird in der bisherigen Form weiter betrieben.“ Der Erhalt der Tierstation sei eine Herausforderung. „Wir sind uns der Aufgabe bewusst, aber wir werden das irgendwie schaffen“, sagte Mittermeir. Dass eine hauptamtliche Arbeitskraft weiter das Ziel der Tierfreunde bleibt, hatte Mittermeir schon im Vorfeld der Wahl erklärt. Wie konkret dies finanziert werden soll, steht jedoch noch nicht fest. 

Keine Zusammenlegung der Katzentatzen und Tierfreunde geplant

Eine Zusammenlegung der Katzentatzen und der Tierfreunde ist nicht geplant, wie die neue Vereinschefin auf Nachfrage eines Mitglieds erklärte. Zur Frage, wie sie den Aufwand von zwei Vereinsführungen stemmen wolle, sagte sie: „Bei den Katzentatzen habe ich den Ruf, gut delegieren zu können.“ Was sie auf jeden Fall will, ist aber eine intensivere Zusammenarbeit der Vereine. Maisachs Bürgermeister Hans Seidl sagte der neuen Vereinsführung die weitere Unterstützung der Gemeinde zu. Die Kommune stellt seit 14 Jahren kostenlos das Grundstück für die Auffangstation bei Überacker. „Heute ist ein guter Tag für den Verein, für den Tierschutz und für die Tierauffangstation“, kommentierte Seidl die Neuwahl. Die Zahl der Fundtiere steige. „Der Landkreis wird sich deshalb etwas überlegen und für die finanzielle Ausstattung des Vereins sorgen müssen“, sagte der Gemeindechef.

Andreas Daschner

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