Hühnermobil in Puch

Hühner mit Luxuswagen

+
Tägliche Suche: Die 220 Hühner der Familie Britzelmair legen im Schnitt 180 Eier pro Tag – die werden gerne von der dreijährigen Tochter Anna und Ingrid Britzelmair eingesammelt.

Es soll Autofahrer geben, die auf ihrem Weg über die B 2 von und nach Mammendorf vor Neugierde von der Straße abzukommen drohen. Und das alles wegen seines Hühnermobils auf einer Wiese in Puch, das die Blicke vieler Vorbeifahrender anzieht.

Fürstenfeldbruck – Die Familie Markus und Ingrid Britzelmair haben ihren Hof im Juli 2016 auf Bio umgestellt und sich im Sommer 2017 ein Hühnermobil angeschafft.

Dabei handelt es sich doch nur um einen Stall – einen Stall auf Rädern. Noch erwecken diese Hightech-Wohnmobile für Hühner aber Aufmerksamkeit, denn noch sind sie eine Seltenheit im Landkreis. Bio-Landwirt Britzelmair hat das Mobil für etwa 40.000 Euro angeschafft. Seit dieser Zeit picken und scharren 220 Hühner und fünf Hähne munter über die grünen Wiesen des Bio-Landwirts rund um Puch. Die Hähne sorgen für ein besseres Sozialverhalten unter den Hühnern, klärt Britzelmair auf. „Jeder Hahn hat seine Hennen.“ Außerdem schützen sie die Hühner vor Greifvögeln. 

Hightech für die Hühnerschar

Die Freilandhaltung von Legehennen in mobilen Ställen gilt ohnehin als potenziell beste Haltungsform. Dadurch, dass die Auslauffläche für die Hühner häufiger wechselt, hat das Geflügel immer frisches Grün vor der Hühnerhaustür und muss nicht auf vom eigenen Kot überdüngten Flächen herumlaufen. Die Hühner führen wahrlich ein Luxusleben. Das Hühnermobil ist mit Luken zur Belüftung, Solarstrom zur Beleuchtung, Legenester, Futter und einem großen Tank zur Trinkwasserversorgung ausgestattet. Die Hühner können tagsüber jederzeit selbst entscheiden, ob sie im Hühnermobil bleiben oder den freien Auslauf auf der Wiese wählen. Das Gehege ist mit einem mobilen Weidezaun abgesteckt, in dem die braungescheckten Hühner, ruhig und zufrieden herumlaufen können.

Übrigens handelt es sich bei dem Hühnermobil um einen echten Hightech-Stall, der sogar computergesteuert wird. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang werden automatisch berechnet und entsprechend öffnen oder schließen sich die Zugänge. Das wissen die Hühner und ziehen sich rechtzeitig ganz allein in ihren Stall zurück, und wenn es wieder hell wird, geht es wieder hinaus an die frische Luft.

Alle zwei Wochen ein Umzug

Spätestens alle zwei Wochen zieht Markus Britzelmair den Stall ein paar hundert Meter weiter auf ein frisches Stück Weide. „Hühner brauchen einfach Gras. Und zwar unglaublich viel, das kann man manchmal gar nicht glauben“, sagt er. Durch die regelmäßige Verlegung des Stalls bleiben die Hühner auch gesund. Gefüttert werden die Hühner darüber hinaus mit 100-prozentigem Biofutter aus eigenem Anbau, das nach den Bio-Richtlinien frei von gentechnisch veränderten Pflanzen erzeugt wird. Etwa 300 Kilogramm pro Woche braucht der Bio-Landwirt an Futter. „Die gelben Eidotter erhalten einen ganz hervorragenden Geschmack“, sagt Britzelmairs Ehefrau Ingrid, die voll hinter der im Jahr 2016 durchgeführten Umstellung des Betriebs zum Bio-Hof steht.

Bio-Eier zum Verkauf

Einmal am Tag kommt Familie Britzelmairs, Markus, Ingrid und die dreijährige Tochter Anna, zu den Tieren.

Die ganze Familie ist in die Pflege und Versorgung der Hühner eingebunden. Mindestens einmal am Tag kontrollieren die Britzelmairs, neben Markus und Ingrid gehört die dreijährige Tochter Anna dazu, die Tiere und sammelt die gelegten Eier ein. „Das sind pro Tag im Durchschnitt 180 Stück“, weiß Markus Britzelmair. Die frisch gelegten Bio-Eier bietet die Familie täglich in ihrem „Eier-Häusl“ auf dem Hof am Lindacher Weg 2, zum Verkauf an. Der Selbstbedienungs-Verkauf sei gut angelaufen, berichtet Britzelmair. Geld habe in der Kasse nie gefehlt. „Einmal haben wir sogar einen Schuldschein vorgefunden, der später auch eingelöst wurde“, ergänzte Ingrid.

Dieter Metzler

Auch interessant

Meistgelesen

Fahrerflucht: Opel fängt nach Zusammenprall Feuer
Fahrerflucht: Opel fängt nach Zusammenprall Feuer
Hoch zu Ross durch die Kirche
Hoch zu Ross durch die Kirche
Motorradfahrer (22) prallt beim Überholen auf Mini Cooper
Motorradfahrer (22) prallt beim Überholen auf Mini Cooper
"Ein kleiner Pieks tut nicht weh"
"Ein kleiner Pieks tut nicht weh"

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.