In der Stadt Fürstenfeldbruck wurde bisher keine Genehmigung für die Haltung eines "gefährlichen Tieres" beantragt 

22 Mio Tiere in deutschen Haushalten – für gefährliche Exemplare ist eine Genehmigung erforderlich 

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Das Halten einer Katze ist immer erlaubt, solange es nicht zu Beeinträchtigungen für die Nachbarn kommt und auch ein Dobermann fällt nicht unter die „Liste gefährlicher Tiere“

Fürstenfeldbruck – In deutschen Wohnungen werden mittlerweile ca. 22 Millionen Tiere gehalten. Allein in Deutschland geben Tierbesitzer Jahr für Jahr über zwei Milliarden Euro für Fertignahrung und andere Bedarfsmittel aus.  Schlangen, Leguane, Riesenspinnen, Kröten, Ratten – Hund und Katze sind in dieser exotischen Auswahl von Haustieren nichts Ungewöhnliches. Wer in Bayern ein gefährliches Tier einer wild lebenden Art halten will, muss die Erlaubnis der Gemeinde einholen. Im Brucker Ordnungsamt wurde bisher keine einzige Genehmigung beantragt. 

 Welches Tier in einer Mietwohnung gehalten werden darf, ist nicht pauschal zu beantworten. Es kommt darauf an, was im Mietvertrag steht. Schweigt der Mietvertrag über die Tierhaltung, ist man gut beraten, den Vermieter dennoch vor einer Anschaffung um Erlaubnis zu fragen. Doch abgesehen von den mietvertragsrechtlichen Bestimmungen, die sehr individuell gefasst sein können, bestimmt in Bayern das Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG), welche Tiere gehalten werden dürfen. Verbietet der Mietvertrag jegliche Tierhaltung, ist dies nach Ansicht des Bundesgerichtshofes (BGH) unwirksam. Die Haltung von Kleintieren wie Goldhamstern, Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Schildkröten und Aquarienfischen ist nämlich nicht genehmigungspflichtig.

 Und nach jüngster Rechtsprechung dürfen nicht einmal Hunde und Katzen generell verboten werden. Mit Urteil vom 20. März 2013 bestätigte der BGH seine mieterfreundliche laufende Rechtsprechung zur Haustierhaltung, wonach generelle Haltungsverbote für Hunde und Katzen unzulässig sind. Der Artikel 37 LSTVG enthält eine „Liste gefährlicher Tiere“ (www.sicherheitsrecht-bayern.de). 

Wer in Bayern ein gefährliches Tier einer wild lebenden Art halten will, muss die Erlaubnis der Gemeinde einholen. Die Erlaubnis wird von der Gemeinde nur erteilt, wenn der Tierhalter ein berechtigtes Interesse nachweist, gegen seine Zuverlässigkeit keine Bedenken bestehen und Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz nicht entgegenstehen. 

Ein berechtigtes Interesse kann ein wissenschaftliches, wirtschaftliches oder sonstiges persönliches Interesse sein. Bloße Liebhaberei stellt noch kein berechtigtes Interesse dar. Als wildlebend gelten alle Tierarten, die üblicherweise nicht in menschlicher Obhut gehalten werden. Gefährlich sind solche Tiere, wenn der Umgang mit ihnen wegen der ihnen eigentümlichen Veranlagungen oder Verhaltensweise zu Verletzungen oder Schäden führen kann. Auf die spezifische Eigenschaft des einzelnen Tieres (Gutmütigkeit, Gezähmtheit) kommt es für die Begründung in der Erlaubnispflicht nicht an. 

In der Kreisstadt ist die Welt in dieser Hinsicht völlig  "in Ordnung".  Beim für die Erlaubniserteilung zuständigen Amt im Brucker Rathaus, dem Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung, wurden nach Auskunft von Sachbearbeiterin Stefani Breitsameter derzeit keine Genehmigungen beantragt. Gleichwohl will Breitsameter aber nicht ausschließen, dass Tiere, die unter die „Liste gefährlicher Tiere“ fallen, ohne die erforderliche behördliche Erlaubnis gehalten werden. Die unlängst im Rothschwaiger Wald von der Feuerwehr eingefangene Königsphyton und der zweite Schlangen-Fund am 16. 8.  fallen übrigens nicht unter die genehmigungspflichtigen Tiere. 

 Dieter Metzler

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