Radwegekonzept: Bürgerbeteiligung erwünscht

Mangel an Schildern und Ständern

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Sie rufen die Bürger auf, sich am Radwegekonzept zu beteiligen (von links): Landrat Thomas Karmasin, der Radverkehrsbeauftragte Sebastian Klaß, Helmut Hareiner vom ADFC, Alexander Bertram vom Planungsbüro Topplan und Christian Gerhard von der Verkehrsplanung des Landratsamtes

140.000 Euro will der Landkreis bis Ende des Jahre für ein Radwegekonzept in die Hand nehmen. Die Vorarbeit ist bereits geleistet. Jetzt werden die Bürger mit ins Boot geholt. Sie sollen ihre Verbesserungsvorschläge einbringen.

Im September 2016 hat die Erstellung des Radwegekonzepts im Landkreis Fürstenfeldbruck begonnen. Die Bestandsaufnahme durch das Planungsbüro Topplan brachte ein überraschendes Ergebnis: Statt der geschätzten 400 Kilometer ist das Radwegenetz im Kreis tatsächlich sogar 700 Kilometer lang. „Allerdings sind dabei alle geeigneten Strecken berücksichtigt – also auch Schotterwege oder wenig befahrene Straßen“, sagt Alexander Bertram von Topplan. Helmut Hareiner vom ADFC ergänzt: „Ein Radweg im eigentlichen Sinne muss für die ganze Familie geeignet sein.“ Das sind die erfassten Wege im Landkreis bislang aber offenbar nicht.

Befahrung brachte einige Probleme ans Licht

Das Ergebnis der Befahrung brachte laut dem Radverkehrsbeauftragten des Landkreises, Sebastian Klaß, nämlich einige Probleme ans Licht, die allerorts aber durchwegs ähnlich seien: „So ist die Beschilderung der Radwege uneinheitlich und lückenhaft sowie die Radwegführung oft nicht durchgängig.“ Außerdem gebe es generell einen hohen Bedarf an Abstellanlagen. „Oft reichen die Ständer nicht aus und die Räder werden auch daneben noch abgestellt“, sagte Klaß bei der Präsentation der Ergebnisse im Landratsamt. Insbesondere für hochwertige Räder wie E-Bikes fehlen zudem verschließbare Abstellanlagen. Diese Ergebnisse fließen nun ins das Konzept ein, das außerdem mit den Vorschlägen der Bürger ergänzt werden soll. Diese Bürgerbeteiligung ist von Montag, 5. Februar, bis Samstag, 3. März, auf der Internetseite des Landratsamtes unter www.lra-ffb.de freigeschaltet.

Bürger können auf Gefahrenstellen hinweisen

Hier können die Bürger mit Hilfe der Landkreiskarte darauf hinweisen, wo ihrer Meinung nach Gefahrenstellen, Hindernisse oder fehlende Wegweiser auftreten. Zusätzlich kann im Bürger-Service-Zentrum des Landratsamtes oder in den Kommunen des Landkreises ein Fragebogen ausgefüllt und abgegeben werden. Während dies anonym möglich ist, ist bei der Online-Beteiligung eine Registrierung nötig. Dies hat den Vorteil, dass die Teilnehmer über die Bearbeitung ihrer Anliegen per E-Mail informiert werden. 

Verbesserungsvorschläge auf privaten Grund obliegen dem Eigentümer

Wie Christian Gerhard von der Verkehrsplanung der Kreisbehörde erklärte, ist das Konzept aber auf die überörtlichen Radwege beschränkt: „Innerörtliche Wege werden nicht berücksichtigt.“ Hareiner ergänzte, dass das Ziel sei, die Orte im Landkreis zu vernetzen und damit unter anderem auch den Alltagsverkehr vom Auto aufs Rad zu verlagern. Nach der Auswertung der Bürgerbeteiligung sollen voraussichtlich ab April Gesprächsrunden in den Gemeinden stattfinden, wo den Kommunen Handlungsvorschläge unterbreitet werden sollen. „Ab Sommer soll dann begonnen werden, diese abzuarbeiten“, sagt Klaß. Neben dem Landkreis sind dabei zum Beispiel beim Bau von Fahrradständern vor allem die Kommunen gefragt. In der Bestandsaufnahme wurden auch öffentlich zugängliche Wege auf privatem Grund berücksichtigt. Inwieweit dort Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden können, obliegt dem Eigentümer. „Hier kann der Landkreis nicht schnell mal den Weg teeren“, sagte Karmasin. 

Andreas Daschner

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