Trauer-Café des Oekumenischen Sozialdienstes hilft über belastende Erlebnisse hinweg

Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen fühlen sich Trauernde häufig mit ihren Gefühlen isoliert. Oft ist es dann so, dass auch die Gesprächsbereitschaft bei Freunden, Nachbarn und in der eigenen Familie begrenzt ist, immer wieder über den Verlust und die Verstorbenen zu reden. Gerade dies ist aber für die Trauernden wichtig. Trauer kann Angst machen, Vereinsamung auslösen und sogar Krankheiten verursachen. Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist es für Trauernde nicht einfach, wieder in so etwas wie „den Alltag“ zurückzufinden.

All‘ diese Gedanken veranlassten den Oekumenische Sozialdienst Gröbenzell e. V. heuer im Januar im Begegnungs- und Sozialzentrum in der Rathausstraße 5 ein Trauercafe zu eröffnen. Unter dem Motto „Cafe für die Seele“, laden Geschäftsführerin und Sozialpädagogin Martina Seeger und ihre ehrenamtlichen Helferinnen Angelika Gothsche, Elke Ziegler-Groschke, Beate Alstetter sowie Christine Jergens Trauernde jeden dritten Dienstag im Monat, in der Zeit von 15 Uhr bis 17 Uhr, in den Wintergarten des Sozialzentrums ein, um mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen. „Diese Einrichtung, die in München sehr erfolgreich ist, gab es in Gröbenzell bisher nicht. Wir haben die Idee aus München übernommen, nachdem wir das Konzept für gut befunden haben“, informierte Seeger. Das Trauercafe ist ein Angebot für alle Trauernden – unabhängig von Konfession und Nationalität – und es kann ohne jede Anmeldung spontan in Anspruch genommen werden. Es handelt sich um keine geschlossene Gruppe. „Freunde und Nachbarn gehen nach einem Tod schnell wieder zum Alltag über. Mit der Trauer ist der Betroffene dann oft allein“, so Seeger. Das Bedürfnis, sich mit anderen auszutauschen, die Ähnliches erfahren haben, sei jedoch sehr groß. Im „Cafe für die Seele“ haben die Gäste bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit, einander in einer zwanglosen Atmosphäre kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Es handelt sich um ein offenes, unverbindliches Angebot, ohne jeglichen therapeutischen Ansatz. Wir wollen einfach dazu nur den Rahmen bieten. Wir wollen Hoffnung machen, dass es weitergeht, Tipps geben, ggf. Freundschaften schließen“, erläuterte Seeger und betonte, dass auch Menschen willkommen sind, die ein Verlusterlebnis oder aus einem anderen Grund eine Lücke in ihrem Leben auszuhalten haben. Menschen, die sich entschließen, das Trauercafe zu besuchen, könnten ggf. zuvor durchaus einmal mit Christian Stockmann vom Rettungsdienst des Malteser-Hilfsdienstes Gröbenzell Kontakt gehabt haben. Stockmann arbeitet nämlich ehrenamtlich beim Kriseninterventionsteam (KIT) Gröbenzell. Er berichtete den Gästen des März-Treffens über KIT, das sich um die Akutbetreuung von traumatisierten Menschen kümmert. Unter anderem wird KIT zur Betreuung von Angehörigen bzw. Betroffenen nach tödlichen Verkehrs- oder Hausunfällen, nach Suizid, nach plötzlichem Säuglingstod sowie nach Gewaltverbrechen eingesetzt.

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