Im Trend: Schwanger ab 35 Jahre - Gesundheitsamt berät

Wegen der vielfältigen Möglichkeiten der Lebensgestaltung erwarten immer mehr Frauen ihr erstes Kind ab Mitte 30, häufig auch später. Das führt bei den Schwangeren oft zu Unsicherheiten und wirft Fragen auf wie z.B. wird das Baby gesund zur Welt kommen? Wie wirkt sich die Schwangerschaft auf den Beruf aus oder wie wird das Kind die Partnerschaft verändern?

Darauf hat die Schwangerenberatung des Gesundheitsamtes Fürstenfeldbruck reagiert und eine Gruppe für Spätgebärende (ab 35 Jahre) ins Leben gerufen, in der sich die Frauen umfassend informieren und über ihre neue persönliche Situation austauschen können. In insgesamt acht Treffen (seit 29.10. jeden Mittwoch von 19 bis 20.30 Uhr) finden die Schwangeren und auch solche, die es werden wollen, unter der Leitung von Martina Korber und Andrea Kriegner ein Forum für ihre Fragen und Probleme. In lockerer Atmosphäre besprechen die Teilnehmerinnen im Alter von 34 bis 45 Jahren ihre Sorgen und Nöte, berichten über ihre Erfahrungen und bekommen einschlägige Tipps. „Unser Ziel ist es, dass sich Frauen in ähnlichen Lebensumständen kennen lernen können. Außerdem wollen wir Wissen und Informationen vermitteln, damit sie sich besser mit ihrer neuen Situation auseinandersetzen können“, betont Martina Korber. Die Themen reichen von finanziellen Ansprüchen nach der Geburt, über Probleme und Fragen beruflicher oder persönlicher Art, bis hin zu Babyernährung im 1. Lebensjahr. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die pränatale Diagnostik, die gerade bei Frauen über 30 einen besonderen Stellenwert hat. „Die Teilnehmerinnen können sich in der Gruppe über Möglichkeiten und Risiken informieren und über eigene Erlebnisse berichten“, so die Sozialpädagogin. Teilnehmerin Stephanie D., 34 Jahre, fühlt sich in der Spätgebärenden-Gruppe fachkundig beraten. Sie ist im 6. Monat schwanger und weiß nicht, ob sie später wieder in ihren alten Beruf einsteigen kann und wie es mit Krippenplätzen aussieht. „Die Frage wird häufig gestellt, da aus finanziellen Gründen immer öfter beide Elternteile arbeiten müssen“, bestätigt Martina Korber. „Die Krippenplatzsituation hat sich in den letzten Jahren zwar enorm verbessert, aber man sollte sich schon vor Geburt des Kindes um einen Platz kümmern“. Auch Kerstin N., 39 Jahre, nicht schwanger, beschäftigt sich durch den Gruppenaustausch intensiver mit der Thematik, dass sie sich ein Baby wünscht. „Ich finde es sehr gut, dass hier alles offen erzählt wird und ich dadurch mehr Verständnis für Schwangere aufbringen und mich besser in die werdenden Mütter hineinversetzen kann. Die Gruppe gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein“. Die durchweg positive Resonanz zeigt, dass auch in Zukunft die Gruppe für Spätgebärende einen hilfreichen Wegbegleiter vor, während und nach der Schwangerschaft darstellt, gerade weil sich immer mehr Frauen zu einem späteren Zeitpunkt für ein Kind entscheiden. Der Lebensweg ist eben nicht mehr so starr vorgegeben wie noch vor einigen Jahrzehnten: Früher war Kinderkriegen mit 20 normal, heute ist es eher andersherum.

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