Christian Kopp liest aus dem Buch des Tropenarztes Ludwig Külz in der damaligen Kolonie deutschen Togoland – Neffe zu Gast 

"Als Tropenarzt in Afrika" - Lesung im Togohaus Maisach 

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Der Leseabend im Togohaus Maisach fand großen Anklang: (Von li) Christian Kopp, Margret Kopp, Vorsitzende des Vereins "Aktion PiT-Togohilfe e.V." und Jürgen Külz, Neffe von Ludwig Külz

Maisach - Ein Leseabend der besonderen Art fand am 21. Mai im Togohaus Maisach statt: Christian Kopp, Ehemann von Margret Kopp, las aus dem Buch "Als Tropenarzt in Afrika" von Ludwig Külz, der 1902 als junger Arzt aus der damals deutschen Kolonie Togoland an seine in Berlin zurück gebliebene Frau schrieb. Jürgen Külz, ein Neffe des Autors, der schon mehrfach mit Margret Kopp nach Togo reiste, war persönlich zu Gast und erzählte zum Auftakt einige biografische Details über seinen Onkel.  

 Der am 18. Februar 1875 in der Nähe von Leipzig geborene Ludwig Külz studierte Medizin als er erfuhr, dass für die Kolonien dringend Ärzte gesucht seien. 1902 reiste er (in einer dreiwöchigen Schiffsfahrt) nach Togo in den Ort "Aneho" (auch "Kleinpopo" genannt), um dort als Tropenarzt zu arbeiten. Er blieb dort bis 1905 und ging anschließend für fünf Jahre nach Kamerun. In der Zeit des 1. Weltkrieges war er als Armeearzt tätig, nach dem Krieg als Zivilarzt. Ludwig Külz ist im Jahr 1938 gestorben.

Während seiner Zeit in Togo schrieb Ludwig Külz seiner Frau reihenweise Briefe, in denen er ausführlich das dortige Leben, die für ihn faszinierende Tier- und Pflanzenwelt sowie die einheimische Bevölkerung beschreibt. Immer mehr lernt er die Kultur und die Sitten der Togoer kennen und schätzen. Er beschreibt Afrika als "Land der Widersprüche, des Werdens, der Neugestaltung, der inneren und äußeren Gegensätze. Es kann keine interessanteren und eigenartigeren Landschaftsbilder geben als die afrikanischen, aber auch die trostlosesten und langweiligsten Einöden sind hier zu finden". Seine Ankunft in Aneho schildert der deutsche Tropenarzt folgendermaßen: "Hier stehen dicht gedrängt wohl an 6-800 Eingeborenenhütten, aus dunklem Lehm gebaut, mit Schilf gedeckt, nur winklige Quergäßchen voneinander getrennt...Am Ende des Ortes liegt das Nachtigall-Krankenhaus". Das Buch beschreibt sehr offen und authentisch den schwierigen Aufbau des Nachtigall-Krankenhauses in Aneho, das vorwiegend für europäische Patienten bestimmt war. Für die Einheimischen gliederte Ludwig Külz ein Hospital direkt daneben an. Zu seiner wichtigsten Aufgabe gehörte es vor allem, den Kampf gegen die Pocken durch die ausgiebige Einführung einer Schutzimpfung aufzunehmen: "Alljährlich durchzieht die Seuche mehr oder weniger ausgedehnte Teile des Hinterlandes und fordert schwere Opfer".

Durch die Briefe an seine Frau konnte neues Wissen über Tropenkrankheiten, das dortige Klima und die Hygiene nach Deutschland gebracht werden. Darüberhinaus galten die Schriftstücke als wegweisend hinsichtlich der Definition des Berufes des Tropenarztes.

Nicole Burk

  

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