Trotz Corona mehr Neugründungen

6,3 Prozent mehr Unternehmensgründungen im Landkreis Fürstenfeldbruck als im Vorjahr

2020 gab es im Landkreis Fürstenfeldbruck 420 Neugründungen im Dienstleistungssektor.
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2020 gab es im Landkreis Fürstenfeldbruck 420 Neugründungen im Dienstleistungssektor.

Landkreis Fürstenfeldbruck – Die Coronakrise hat der Gründerlaune im Landkreis Fürstenfeldbruck im vergangenen Jahr keinen Abbruch getan: 1.773 Menschen haben 2020 ein Gewerbe angemeldet und damit den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit gewagt. Das ist ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Landkreis kann damit eine positive Bilanz ziehen, teilt die IHK für München und Oberbayern mit.

Bei Firmenneugründungen war mit 1.683 Fällen ein Zuwachs von 6,3 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebsübergaben an einen Nachfolger sank von 94 Fällen im Jahr 2019 auf 90 Fälle im Jahr 2020.

Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck, betont: „Ungebrochener Unternehmergeist zeigt sich vor allem auch in Krisenzeiten. Die Corona-Pandemie und die dadurch verursachten Lockdowns setzen zwar vielen Wirtschaftsbranchen erheblich zu, dennoch ergeben sich in vielen Bereichen auch neue Chancen, und es werden innovative Geschäftsmodelle und -ideen umgesetzt.“

Am liebsten wurde 2020 im Landkreis im Dienstleistungssektor gegründet (420 Gründungen). Es folgten der Handel mit 334 Neugründungen und das Baugewerbe mit 150 Gründungen. Ein Drittel der Nachfolgeregelungen (31 Übernahmen) kam im Handel zustande.

„Noch reichlich Luft nach oben“

Steinbauer sagt: „Dennoch gibt es in der Gründungsbilanz für den Landkreis noch reichlich Luft nach oben. Wenn wir mehr Menschen zum Sprung in die Selbstständigkeit ermutigen wollen, muss die Wirtschaftspolitik die Kultur der Selbstständigkeit stärker fördern und Gründungshürden abbauen. Dazu gehören weniger Bürokratie und mehr E-Government für die schnellere Erledigung notwendiger Behördengänge. Zudem müssen finanzielle Förderungen wie das KfW-Startgeld passgenauer und einfacher zugänglich gestaltet werden. Start-Ups brauchen außerdem viel bessere Rahmenbedingungen bei der steuerlichen Behandlung von Beteiligungskapital.“

Der Vorsitzende unterstreicht außerdem die wichtige Rolle von Existenzgründern für die Wirtschaft insgesamt: „Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovation und Dynamik. Sie legen das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind im Bestand gefährdet, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko übernehmen wollen.“

Die IHK für München und Oberbayern unterstützt Gründer mit einem umfangreichen Informations- und Mentoringangebot. Bereits seit einigen Jahren beobachtet die IHK den Trend, dass sich Gründer besser auf die Selbstständigkeit vorbereiten. Auch Gründungen im Nebenerwerb werden immer attraktiver. 2019 lag der Anteil der Nebenerwerbsgründungen bayernweit bei 70 Prozent. Gründer können auf diesem Weg den Sprung in die Selbstständigkeit zunächst mit weniger Risiko ausprobieren und sich dadurch langfristiger vorbereiten.

Die IHK-Gründerbilanz für den Landkreis Fürstenfeldbruck beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.

red

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