Baustellenrundgang in Maisach

Im Schneegestöber zur Südumfahrung

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Dick eingepackt und mit Schirm: Maisachs Bürgermeister Hans Seidl führte fast 30 Bürger bei Eiseskälte und Schneegestöber durch die Baustelle der Maisacher Südumfahrung.

Knapp 30 Maisacher Bürger trotzten dem Schneetreiben und der klirrenden Kälte, denn das Interesse war einfach größer. Und so waren sie der Einladung von Bürgermeister Hans Seidl (CSU) am 17. Februar gefolgt, um an einer gemeinsamen Besichtigung der Baustelle zur Südumfahrung Maisachs teilzunehmen. Kurzerhand führte die Gruppe die geplante Fußwanderung auf dem Nordteil des Militärflugplatzes im Rahmen eines Autokorsos mit einigen Stopps durch. 

Maisach - Im Zusammenhang mit dem Nachfolgekonzept zum Flugplatz Fürstenfeldbruck beschäftigt sich die Gemeinde bereits seit einigen Jahren mit einer Südumfahrung ihres Dorfes. Die Umfahrung soll zu einer zentralen Entlastung des Ortsbereichs vom Durchgangsverkehr führen und die Staatsstraßen 2345 und 2054 verbinden, sowie die Nutzungen von BMW Fahrsicherheitstraining, Trabrennbahn und Fahrsicherheitstraining der Polizei auf dem Flugplatz anbinden. 

3,2 Kilometer für rund zehn Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die 3,2 Kilometer lange neue Staatsstraße belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Es war ein langer Weg bis der Gemeinderat im Juli 2017 den Bebauungsplan beschließen konnte. Knapp 15 Jahre Planung, unterbrochen von zahlreichen Rechtsstreitigkeiten, waren dem Beschluss vorausgegangen. 

Gemeinde unter Zeitdruck 

Die größte Veränderung, mit der die Gemeinde anfangs zu kämpfen hatte, war nicht die Einstellung des Flugverkehrs 1995, sondern die von der EU von den Mitgliedsländern geforderte Ausweisung von sogenannten FFH-Gebieten (Flora und Fauna-Habitat), sagte Seidl. Bayern hatte vor allem Flugplätze zu Schutzgebieten von Pflanzen und Tieren erklärt. Ein Eingriff war eigentlich nur möglich, wenn das öffentliche Interesse überwog. Von der gesamten Fläche von 300 Hektar sind 261 Hektar FFH-Gebiet. 25 Hektar waren ursprünglich für einen Zivilflugplatz vorgesehen, den jedoch die Gemeinde erfolgreich verhindert hat (2009). Bei der Planung zur Umsetzung der Südumfahrung geriet die Gemeinde am Ende gar unter Zeitdruck, weil die Zusage von Fördermitteln (bis zu 50 Prozent der Baukosten) nur noch für das Jahr 2018 besteht. 

Jeweils nur eine Fahrbahn pro Richtung 

Die Umgehungsstraße verläuft auf der ehemaligen nördlichen Startbahn. Die Breite von anfangs 28, im weiteren Verlauf von 18 Metern werde nicht benötigt, da die Straße nur eine Breite von sieben Metern haben werde, informierte Seidl. Der sogenannte Taxiway werde entsprechend verschmälert und in FFH-Gebiet umgewandelt. Insgesamt handelt es sich dabei um 13 Hektar. Die belastete Asphaltoberfläche wurde bereits abgefräst und entsorgt. „Es wird nur jeweils eine Fahrbahn in eine Richtung geben“, verneinte Seidl die Frage einer Bürgerin auf einen Radweg. Das habe einen bestimmten Grund. Der Mensch sei nämlich der größte Störfaktor in einem FFH-Gebiet. Auch eine geplante Baumallee fiel aus Gründen des Artenschutzes der Planung zum Opfer. Das gesamte Gebiet der Umgehung werde eingezäunt, weil der Mensch der Natur absolute Ruhe lassen soll. „Dadurch wird auch eine Verbreitung zwischen Maisach und Fürstenfeldbruck, die im Rahmen der Konversion auf dem Gebiet einen neuen Ortsteil mit 3.000 bis 5.000 Menschen errichten möchten, vermieden“, meinte Seidl. Ein Radweg werde aber am Feldweg entlang des Flugplatzes in Richtung Feldstraße überlegt, so Seidl. Dann bräuchten die im Süden von Gernlinden wohnenden Menschen nicht mehr über die Brücke radeln, sondern könnten ebenerdig nach Maisach fahren. Kampfmittel unter der Erde 

Als ein Problem bezeichnete der Maisacher Bürgermeister die Untergrund-Untersuchungen, weil man nicht weiß, wie lange diese Untersuchungen andauern. So wurden bisher elf Kampfmittelfundstellen ausgemacht, die teilweise in fünf Meter Tiefe liegen. Wobei es sich aber auch Flugzeugteile handeln könnte. Über Bilddokumentationen der Royal Air Force habe man nachweisen können, dass auf dem Gebiet keine Einschläge im Krieg erfolgten. Das Gebiet allerdings besitze die schlechtesten Böden von ganz Maisach mit der geringsten Humusauflage. Man stehe gleich auf Kies, und in Urzeiten habe die Gemeinde die Kiesgruben als Müllgruben verwendet, informierte Seidl. Als erste Baumaßnahme der Südumfahrung werde ein Kreisverkehr mit Anbindung an die Staatsstraße gebaut, um darüber die Baustelle beschicken zu können. 

Dieter Metzler

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