Er tuat dahoam jetza kommandiern – Dr. Herbert Kränzlein, einer der dienstältesten Bürgermeister, nach 24 Jahren von den Puchheimern verabschiedet

Das Ehepaar Dr. Herbert und Eva Maria Kränzlein bei der Ehrung. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Es war ein besonderer Abend für den verdienten und beliebten Dr. Herbert Kränzlein, im Kulturcentrum PUC nach 24 Jahren an der Spitze der Gemeinde/Stadt Abschied zu nehmen von Freunden, Mitarbeitern und Mitstreitern. Mit einem Seitenhieb und Augenzwinkern in Richtung Ehefrau Eva Maria Kränzlein kommentierte es die musische Familie um Hans Well: „Er duat dahoam jetza kommandiern ...“

Der mit dem Goldenern Ehrenring der Stadt Puchheim Geehrte - überreicht von Nachfolger Bgm. Norbert Seidl - war mit Landrat Thomas Karmasin der Einzige, der sich streng an die zeitliche Programmvorgabe hielt, was seine viel bewunderte Disziplin und persönliche Zurücknahme einmal mehr unterstrich. Die Gratulanten Andreas Magg, Erster Bürgermeister der Stadt Olching, und der geschäftsleitende Beamte der Stadt Puchheim, Jens Tönjes, brillierten durch feinsinnig-literarische, aber auch launig-anspielende Beiträge. Norbert Seidl, ohne Pathos, aber mit ehrlichem Nachdruck: "Für mich persönlich bist Du ein Vorbild. Du hast wesentlich gemacht, was Puchheim heute ist: Eine Stadt!“ Landrat Karmasin, gerichtet an einen der „dienstältesten Bürgermeister in Oberbayern“ und verbunden mit einem Dank für alles Geleistete in Gemeinde/Stadt, Landkreis und bayerischem Städtetag, dazu schmunzelnd: „Er konnte im Kreistag richtig fröhlich und witzig sein. Aber an gewissen Tagen kam er auch so bedrückt, als wären die Sorgen der Proletarier allesamt alleine auf seinen Schultern versammelt …“ Andreas Magg beschäftigte sich ausführlich mit einer Kränzlein-Forschung über Google-Auskünfte. Magg befand nach mangelhaften Ergebnissen schlussendlich dann doch, dass der ehemalige Jurist und Richter „viel Liebenswertes“ an sich habe, gepaart mit einer großen persönlichen Ausstrahlung und viel Beharrlichkeit. Verwaltungsmann Tönjes hatte sich - aus welchen vergleichbaren Gründen auch immer - die Dissertation von Dr. Kränzlein vorgenommen und befand: „Wir wissen jetzt mehr über Sie, als Sie über die Verwaltung.“ Er lobte dennoch dessen „Standhaftigkeit im Widerspruch“ und zitierte Winston Churchill mit „Ein kluger Mann macht die Fehler nicht alle selbst. Er lässt auch andere ran.“ Herbert Kränzlein dankte in seinen Abschiedsworten mit dem Hinweis, dass er - Tönjes - wahrscheinlich erst der Dritte nach zwei prüfenden Professoren gewesen sei, der die Dissertation gelesen habe. Der SPD-Kandidat für den künftigen bayerischen Landtag riet allen zum lebenslangen Lernen, vom ersten Arbeitstag an und nie mit dem Fragen aufzuhören. Er freue sich insbesonders - „wenn auch etwas parteiisch!“ - den Bürgermeisterstab an jemanden aus dem eigenen politischen Langer weitergegeben zu haben. Im musikalischen Begleitrahmen waren Mitglieder der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck/Puchheim sowie Ehemalige des Puchheimer Jugendkammerorchesters, u.a. Anna Katharina Kränzlein, sowie die Sängerin Daniela Hennecke. Eröffnet wurde der musische Teil von der Familie Overbeck mit der Umdichtung „Sir PUC“ nach dem Original von Stevie Wonder. Das musikalische Restprogramm gestaltete die Familie um Hans Well, beginnend mit einer neuen Begrüßungsinterpretation über bekannte Großkopferte und Gschlamperte, kleinformatige und politisch-aufgeblasene Möchtegerne in Stadt und Land, aus nah und fern.

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