Bunte Banner für den Klimaschutz

Germeringer Klimademonstration

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Der Platz füllte sich, je weiter sich der Zeiger der Uhr der 5 vor 12 Marke näherte. Denn genau um diese bedeutungsschwere Uhrzeit wollten die Menschen in Germering Solidarität zeigen und sich gemeinsam für den Klimaschutz stark machen. Ähnlich wie viele Schüler das ganze letzte Jahr zuvor weltweit auf die Straße gingen und demonstrierten, kamen am vergangenen Freitag über tausend Menschen aller Generationen auf dem Germeringer Stadthallenvorplatz zusammen – die einen bewaffnet mit Trillerpfeifen, andere hielten aussagekräftige Schilder hoch und wieder andere gaben ihre Meinung lautstark auf der Bühne kund.

Germering - „Tut was für eure Enkel“, „Es gibt keinen Planeten B“ oder „Keine Toleranz für Klimaignoranz“ prangert auf den bunten Bannern der Demonstranten. Vielen Germeringer Schülern wurde es durch verkürzte Stunden an diesem Freitag ermöglicht, den Therese-Giehse-Platz zu besuchen. Wie Greta Thunberg es in ihren Ansprachen immer wieder vormachte, wird auch hier die Stimme der Jugend gehört. Neben mutigen Schü- lern der beiden Germeringer Gymnasien übernimmt den Part des Sprachrohres die 23-jährige Mitorganisatorin der Klimademonstration Sophie Schuhmacher, die mit ihrem Poetry Slam „Es kotzt mich an“ gezielt die Massen erreichte. Polarisierend und provokant „slamte“ sie in das Mikro: „Doch dass man einfach so nebenbei über Jahre hinweg das Thema vertagt, das kotzt mich an. Und es kotzt mich an, dass dann erst ein Haufen Jugendlicher aktiv werden muss und den Politikern sagt, ey, da läuft irgendwas schief. Doch heute fühl ich mich nicht leer, wir sind schon viele und werden noch mehr. Gemeinsam können wir alles schaffen, drum will ich nicht mehr reden – lasst uns machen!“ 

Auftrag: Nachhaltiger leben

Und genau dieses Stichwort „endlich handeln“, nehmen sich die Demonstranten vor Ort zu Herzen. Ein Gemeinschaftsgefühl breitet sich aus. Die Aktivisten zeigen sich beeindruckt von den vielen Menschen, die in Germering zusammengekommen sind. Auch Initiator Michael Lorenz, Pfarrer der Evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, hätte nicht mit so einer Menschentraube gerechnet. Neben den großen Parteien, haben sich auch örtliche Vereine und Einrichtungen wie die AWO, der Bund Naturschutz oder der ADFC eingefunden, um durch ihre Stände auf das Thema Nachhaltigkeit und Regionalität aufmerksam zu machen. So bietet beispielsweise die Kleiderkammer des Germeringer Sozialdienstes „Schick und schee“ passend zur Wiesn Second-Hand-Dirndl an, der Wirtschaftsverband lockt mit vitaminreichen, aber ziemlich sauren Äpfeln aus heimischen Gärten oder der Umweltbeirat, der eine Unterschriftenaktion gegen den geplanten Kiesabbau im Planegger Holz startete. Ein Umdenken der Menschen wird nicht nur auf dem Stadthallenvorplatz in Germering gefordert, auch die Puchheimer riefen, inspiriert von Pfarrer Lorenz, auf dem Grünen Markt zur Demo auf, der hauptsächlich Schüler folgten. Während die Bühne von unterschiedlichen Rednern okkupiert wird, die Hin und wieder durch musikalische Ergüsse unterbrochen werden, zücken viele der Aktivisten am frühen Nachmittag ihr Smartphone. Das Klimakabinett hat sich zeitgleich auf einen Pakt geeinigt. So soll das Bahnfahren gefördert, der Einbau neuer Ölheizungen bis 2026 verboten oder die Pendlerpauschale erhöht werden. 

Claudia Becker

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