Luzienhäusl-Schwimmen

Schwimmendes Lichtermeer

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Die selbst-gebastelten, beleuchteten Luzienhäuschen der Kinder wurden von der Feuerwehr in die Maisach gelassen.
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Maisach – Seit vielen, vielen Jahren pflegen die Kreisstadt als auch das Dorf Überacker einen in Bayern einmaligen Brauch: das Luzienhäuschen-Schwimmen auf der Amper beziehungsweise auf der Maisach.

Der Jahrhunderte alte Brauch geht ursprünglich zunächst auf das Schutzbedürfnis der Brucker Bürger vor Hochwasser zurück. Bereits im 18. Jahrhundert hatten die Kinder während eines schlimmen Hochwassers am Tag der Heiligen Luzia beleuchtete Nachbildungen der Häuser in Fürstenfeldbruck gebastelt und dem Fluss geopfert - am nächsten Tag ging der Pegelstand tatsächlich zurück. Danach wurde zum Dank jedes Jahr am 13. Dezember der Brauch des Luzienhäuslschwimmens gepflegt. Diese Tradition schlief irgendwann ein, wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Fürstenfeldbrucker Lehrer Georg Kachelriß wiederbelebt.

30 Kinder mit ihren Eltern am Kirchberg

„Wir haben vor vielen Jahren diesen Brauch einfach übernommen“, informierte Überackers Feuerwehrkommandant Josef Plabst, warum auch in der Gemeinde Überacker dieser Brauch gepflegt werde. „Früher hat der Sportverein Rot-Weiß die Durchführung der Veranstaltung organisiert, seit 2003 setzen wir diesen Brauch fort.“ Eingeladen hatte die Feuerwehr alle Kinder und Eltern, die ein Luzienhäuschen im Kindergarten gebastelt hatten, aber auch Kinder und Eltern, die einfach nur zuschauen wollten. So versammelten sich etwa 30 Kinder vor dem Kirchberg von St. Bartholomäus, wo die Kinder voller Stolz, Erwartung und Spannung dem Brauch entgegen fieberten.

Gebastelt, geweiht und zu Wasser gelassen

Der Kommandant und seine 25 Helfer sicherten an diesem Abend den Weg von der Kirche, wo im Rahmen einer kleinen Andacht die liebevoll gebastelten und mit Teelichtern erleuchteten Luzienhäuserl zunächst von Gemeindereferentin Katharina Hofmann gesegnet wurden, um anschließend bei einem Zug durch die St. Wolfgang-Straße gemeinsam zum Gartenfestplatz hinunter zu laufen. Dort wurden dann die beleuchteten Luzienhäuschen eines nach dem anderen von den Feuerwehrlern in die vorbeifließende Maisach zu Wasser gelassen. Nach dem Brauch traf man sich an zwei großen Lagerfeuern auf dem Gartenfestplatz und ließ die Veranstaltung bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwürstel ausklingen.

Dieter Metzler

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