Anfang Mai besuchten Brucker Realschüler die Ukraine - Jetzt kam der Gegenbesuch

Blumenbeet als Zeichen der Freundschaft zwischen ukrainischen und deutschen Schülern 

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Aufstellung zum Erinnerungsfoto: die ukrainischen und deutschen Schülerinnen und Schüler. Im Hintergrund Lehrerin Elisabeth Tocha-Ring, Stiftungsvorsitzender Prof. Dr. Volker Thieler und Brucks 2. Bürgermeister Erich Raff.

Fürstenfeldbruck – Mit einem gemeinsam angelegten Blumenbeet in Lviv (Lemberg) und in Fürstenfeldbruck wollen jeweils acht Schülerinnen und Schüler des Akademischen Gymnasium aus der Ukraine und der Ferdinand-von-Miller-Realschule aus der Großen Kreisstadt ein Zeichen setzen, dass die Freundschaft zwischen den beiden Schulen Wurzeln schlagen und wachsen und gedeihen möge.

 „Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen in der Ukraine gewinnt das Projekt natürlich an politischer Brisanz und das gemeinsame Engagement der Schüler und aller Verantwortlichen ist umso stärker zu würdigen“, sagte Prof. Dr. Volker Thieler, der Vorstandsvorsitzende der Kester-Haeusler-Stiftung, der als Völkerrechtler die Idee, im Rahmen einer Schulpartnerschaft und eines Schüleraustausches mit einem gemeinsamen Projekt zur Völkerverständigung beizutragen, begrüßte. Anfang Mai waren acht Brucker Realschüler aus der achten und neunten Jahrgangstufe für eine Woche nach Lemberg geflogen und nahmen dort am Unterricht am ältesten Gymnasium der Ukraine teil. 

Ca. 670 Schüler besuchen diese traditionsreiche Bildungseinrichtung, davon lernen 600 Schüler deutsch als Fremdsprache. Jetzt weilten die ukrainischen Gymnasiasten zum Gegenbesuch in der Kreisstadt. In Lviv habe man eine herzliche Gastfreundschaft erlebt, berichtete Realschullehrerin Elisabeth Tocha-Ring. Von den politischen Vorfällen habe man in der westlichen Ukraine nichts zu spüren bekommen, so Tocha-Ring. Allerdings habe man auch einen Plan B in der Tasche gehabt. Falls der Flughafen Lviv dicht gemacht hätte, wäre man mit Autos ins nahe Polen gefahren, um von dort die Rückreise anzutreten. Die Eltern von zwei Brucker Schülerinnen hielten die Reise nach Lviv für zu gefährlich und erteilten ihren Kindern nicht die Erlaubnis. Die ukrainischen Gymnasiasten erwartete in Fürstenfeldbruck ein reichhaltiges Programm, u. a. ein Besuch der Staatskanzlei, eine Fahrt in die Berge und ins bayerische Oberland, sowie die Teilnahme an der 50.Jahrfeier der Realschule. Untergebracht waren die ausländischen Schüler während der Woche in Fürstenfeldbruck in den Familien der Gastgeber-Schüler.

 Die Verbindung der beiden Schulen entstand, als sich im Rahmen eines Comenius-Projektes der Europäischen Union Lehrerinnen der Brucker Realschule und die Schulleiterin sowie eine Lehrerin aus Lviv im Februar 2013 in Spanien kennenlernten. Dabei wurde die Idee einer Zusammenarbeit und eines Schüleraustausches geboren, die dann bei zwei Besuchen in Lviv konkretisiert wurde. Die 14 bis 16-jährigen Schüler aus Fürstenfeldbruck und Lviv konzipierten einen kreativen Workshop mit dem Thema „Back to the Roots – Planting the Future“ und gestalteten ein „Friedensbeet“. Die Idee eines Freundschaftsbeetes entstand ganz spontan, berichtete Tocha-Ring. In Lviv habe man links vom Schuleingang ein Beet in weiß-blau mit einem Mini-Maibaum gestaltet. Die Lviv-Schüler legten ihr Beet rechts vom Eingang an. Auf dem Gelände der Brucker Realschule legen die Schüler ein gemeinsames 20 Quadratmeter großes Beet an, das im Rahmen der 50-Jahrfeier der Brucker Realschule am 27. Mai eingeweiht wird.

 In der Haeusler-Villa haben die Schüler das Konzept für das gemeinsame Beet erarbeitet. Mit dem Projekt werde man zwar nicht die große Politik beeinflussen, aber gerade solche kleinen Aktionen tragen zu einer Völkerverständigung bei, meinte Brucks zweiter Bürgermeister Erich Raff als Vertreter der Kreisstadt bei der Begrüßung der Schülerinnen und Schüler sowie der beiden Lehrerinnen aus beiden Schulen. Gleichwohl begrüße er die Idee der Schulpartnerschaft der Ferdinand-von-Miller- Realschule mit dem Akademischen Gymnasium Lviv (Lemberg). In den vergangen Jahren hat die Kester-Haeusler-Stiftung verstärkt Projekte mit Schulen initiiert und durchgeführt. Dazu zählen beispielhaft Zeitzeugen-Projekte zur DDR-Vergangenheit, die Unterstützung bei Bundeswettbewerben wie „Kinder zum Olymp“ oder „Kultur gut stärken“ im Rahmen einer Initiative des Deutschen Kulturrates e. V. in Berlin sowie die Ausschreibung des Karl-Trautmann Kunstförderpreises für Schüler. 

Seit März 2014 ist die Stiftung auch Mitglied beim Wertebündnis Bayern, einer Initiative der Bayerischen Staatsregierung. 

Dieter Metzler

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