Der Umbau des Quartiersplatzes gilt als zentrale Aufgabe der Großen Kreisstadt FFB

Der Umbau des Quartiersplatzes am alten Graf-Rasso-Gymnasium zählt in diesem Jahr mit zu den zentralen Aufgaben der Großen Kreisstadt. Im Rahmen eines Workshops informierte unlängst das Planerteam Martina Schneider vom Büro Rockinger und Schneider aus München und Manuela Skorka vom Büro für Architektur und Stadtplanung aus Neuried über den aktuellen Sachstand. Mit der Umgestaltung des Quartierplatzes und dem Umbau der alten Knabenschule soll im April 2009 begonnen werden; die Fertigstellung ist zum Mai 2010 angedacht.

In der Vergangenheit hatten bereits etliche Planungsgespräche mit den Leitern der angrenzenden Seniorenheime, der Schulleitungen, der VHS und der Verwaltung stattgefunden. „Wir sind froh, dass wir kurz an dem Punkt angekommen sind, wo wir mit dem Bauen beginnen können“, meinte Martina Schneider, die anschließend die Konzepte zur Gestaltung des Quartiers erläuterte. Dabei sind die angrenzenden Seniorenwohnheime und Schulen in die Gestaltung mit einbezogen. Ziel sei es, die öffentlichen Freiflächen so zu gestalten, dass eine Vielzahl an Aktivitäten für Jung und Alt gleichermaßen möglich ist. Das Konzept für die alte Knabenschule, in der im Erdgeschoss ein Mehrgenerationenhaus mit Cafeteria und im Ober- sowie Dachgeschoss Verwaltungs- und Seminarräume für die Volkshochschule untergebracht werden sollen, stellte Architekt Martin Wellnhofer vor. Das Gebäude werde behindertengerecht umgebaut und einen Aufzug im Treppenhaus erhalten. Er stelle sich das Mehrgenerationenhaus als eine zentrale Anlaufstelle im Quartier vor, ggf. mit einem Info-Stand. Ein Mehrgenerationenhaus stelle eine offene Begegnungsstätte dar, wo sich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte austauschen und gegenseitig unterstützen, führte der Geschäftsführer der VHS, Bruno Thalmayr, aus. Dabei ergänzte Thalmayr, dass er sich Angebote zu einer Sozial-, Behindertenberatung, Beratungen durch die Agentur für Arbeit oder dem VdK vorstellen könne, ebenso wie Eltern/Kind-Programme, Integrationskurse, Babysitter-Kurse oder auch Kurse für PC-, Handy-Schulungen für Senioren. Als so genanntes „grünes Klassenzimmer“ bezeichnete Architekt Frohmut Kurz den zweigeschossigen Neubau der Grundschule. Dabei werden die neue Sporthalle und die Räumlichkeiten für den vorgesehenen Ganztagsschulzug komplett in den Baukörper integriert. Durch die kompakte quadratische Baustruktur bestehe Platz für einen großzügigen Schulhof, der sich trotz Abtrennung nahtlos ins Quartier einfügt. Freie Wähler-Stadtrat Franz Neuhierl monierte die Gestaltung der Außenfassade der alten Knabenschule. Stadt-Planungsreferentin und Parteikollegin Gabriele Fröhlich erklärte dazu, dass der Bauausschuss mehrheitlich für eine Fassade aus der Gründerzeit gestimmt habe. „Die Platzgestaltung und den Umbau der alten Knabenschule halte ich für eine gelungene Sache“, hatte Brucks zweiter Bürgermeister, Johann Schilling, als Vertreter der Stadt eingangs die Info-Veranstaltung, an der neben den Experten Vertreter der Stadt, etliche Stadträte und Anwohner teilnahmen, eröffnet. Schillings Meinung fand allerdings nicht unbedingt die ungeteilte Zustimmung aller Anwesenden. So bemängelte Dr. Konrad Wankerl aus der Kirchstraße, dass die Nachbarn nicht in die Planung mit einbezogen wurden. Neben dem Lärm durch die Baustellentätigkeit befürchte Wankerl anschließend eine Dauerlärmbelästigung durch randalierende Jugendliche, und auch die Parkplatzsituation halte er für unbefriedigend. Projektmanagerin Martina Schneider hielt entgegen, dass mit der Umgestaltung des Quartiers keine Veranstaltungsplattform a la Veranstaltungsform Fürstenfeld geplant ist, sondern eher an einen ruhigen Verweilplatz für Alt und Jung. Ebenso traut auch der Bauherr des gegenüber dem Friedhofseingang auf dem ehemaligen Parkplatz der Sparkasse entstehenden Seniorenheimes nicht dem Frieden. Durch die Spielmöglichkeiten entstehe nun einmal Lärm. Dem hielten die Planerinnen entgegen, dass es sich um mobile Spielgeräte handele und dass man diese ggf. nur zu bestimmten Zeiten ausgeben könnte. Der Vorsitzende des Behindertenbeirates, Karl-Heinz Weiß, lobte einerseits das Projekt als einmalig, gleichzeitig stelle er aber eine zu große Abschottung zur Kreisklinik und zum BRK-Heim fest. „Es wäre fatal, die Sache von Beginn an schlecht zu reden“, erwiderte Johann Schilling, der sich eine Identifikation in der Bevölkerung mit dem Projekt wünscht und ergänzte dazu, dass die Stadt einem Vandalismus durchaus rechtzeitig zu begegnen wisse. Zur Abschottung bemerkte Schilling, man wolle bewusst keine weiteren Zufahrten, um dort nicht noch mehr Verkehr zu erzeugen.

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Naturjuwele fusionieren
Naturjuwele fusionieren

Kommentare