Umbenennung der Vhs

Brucker Vhs wird den Namen "Gretl-Bauer-Volkshochschule" tragen

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Die Brucker Volkshochschule heißt künftig „Gretl-Bauer-Volkshochschule“.

Fürstenfeldbruck – Der Stadtrat folgt dem Beschluss des Aufsichtsrates der Brucker Vhs und beschloss auf seiner jüngsten Sitzung, die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Stadt in „Gretl-Bauer-Volkshochschule“ umzubenennen.

Zudem wurde der Befürchtung, die Vhs könne aufgrund der Corona-Krise in Konkurs gehen, fraktionsübergreifend klar widersprochen.

Gründerin nun Namensgeberin

Auf Antrag der BBV-Fraktion wird die Brucker Volkshochschule nach ihrer Gründerin benannt. Die 1894 geborene Margarete Bauer-Elkan, kurz Gretl Bauer, übernahm 1925 nach dem Tod der Eltern die Leitung des von ihrer Mutter gegründeten Kinderheims in Neu-Esting. Als Halbjüdin wird Gretl Bauer während der NS-Diktatur diffamiert und 1934 geschieden. Die Einrichtung, um die sich die alleinerziehende Mutter fortan alleine kümmern musste, wird von den Nazis 1938 bis Kriegsende geschlossen, danach führte sie das Heim noch bis 1960. Parallel dazu ging im April 1947 aus dem von ihr gegründeten „Arbeitskreis geistig interessierter Menschen“ die Brucker Vhs hervor. Gretl Bauer starb 1984 und wurde auf dem Waldfriedhof beigesetzt. Christian Götz, der den Antrag im Namen der BBV-Fraktion stellte, hob nicht nur das couragierte gesellschaftliche Wirken Gretl Bauers hervor, sondern erinnerte auch daran, dass es in Bruck ohnehin „kaum öffentlich geehrte Frauen“ gäbe. Dies spiegle sich unter anderem darin wider, dass nur wenige Straßennamen sowie keine der Schulen in der Großen Kreisstadt nach Frauen benannt sind. 

Diskussion um "Konkurs"

Im Zuge dessen machte Götz auch auf die schwierige Situation, in der sich die Volkshochschule aufgrund der Corona-Krise befindet, aufmerksam. Es sei wichtig, „dass vonseiten der Stadt alles getan wird, um die Vhs nicht in den Konkurs gehen zu lassen.“ Dies sei „völliger Schmarrn“ entgegnete Finanzreferent Klaus Wollenberg (FDP). Die fehlenden Kurseinnahmen wären „eine überschaubare Größe.“ Es drohe kein Konkurs.

Vhs als wichtige Einrichtung

CSU-Fraktionschef Andreas Lohde versicherte: „Wir lassen die Vhs nicht allein. Die Stadt hat das im Blick.“ Auch Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) unterstrich die Bedeutung der Vhs, die wie das Veranstaltungsforum eine wichtige Einrichtung der Stadt wäre, „die als letzte geschlossen werden.“

Vhs-Leiterin zeigt sich skeptisch

Außerdem habe die Leiterin der Vhs, Silvia Reinschmiedt, „die letzten Jahre über einen super Job gemacht“ und wirtschaftliche Rücklagen gebildet. Raff erinnerte zudem an den 30 Millionen Euro schweren Rettungsschirm der Bayerischen Staatsregierung für die Erwachsenenbildung. Reinschmiedt zeigte sich am Rande der Sitzung dem Kreisboten gegenüber indes skeptisch. Zumal zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen sei, wie die 30 Millionen Euro unter den knapp 200 bayerischen Volkshochschulen und den rund 30.000 freiberuflichen Dozenten verteilt werden.

Peter Fischer

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