Umfrage mit 318 Schöngeisingern über 60 Jahre

Umfrage unter 318 Ü60-Bürgern: Senioren mögen ihr Schöngeising

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Bürgermeister Thomas Totzauer mit den fünf Mitgliedern des Seniorenbeirates mit Heinrich Keller, Sabine Schäfer, Horst Honecker, Sonja Lux, Klaus Kinder und mit Dr. Rudolf Pettinger

In Schöngeising lässt sich‘s gut leben. Diese Ansicht vertrat bei der zweiten Seniorenbefragung, die der Seniorenbeirat im Auftrag der Gemeinde initiierte, die Mehrheit der Bürger über 60 Jahre. Sie sind zu über 90 Prozent mit ihrer Lebenssituation sehr zufrieden oder zufrieden. Über die Hälfte aller Befragten, die 1959 oder früher geboren sind, haben sich beteiligt. 318 Schöngeisinger haben über dreißig Fragen beantwortet und ihre Meinung kundgetan.

Schöngeising - Die wissenschaftliche Auswertung der Fragebögen erfolgte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Bereich Soziologie. Professor Dr. Nicole J. Saam, die Lehrstuhlinhaberin am dortigen Institut für Soziologie und selbst in Schöngeising wohnhaft, betraute mit dieser Aufgabe Kim Schäffner. Im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit konnte Schäffner die 318 Fragebögen aus Schöngeising auswerten und anschließend die Ergebnisse der Gemeinde zur Verfügung stellen. Es war für beide Seiten eine Win-Win-Stituation: Die Studentin hatte Datenmaterial für ihre Prüfungsarbeit und der Seniorenbeirat der Gemeinde eine differenzierte Auswertung der Befragung. Diese wurde von Nicole Saam und ihren Mitarbeitern begleitet. Der demografische Wandel manifestiert sich im Ort sehr deutlich.

Etwa 30 Prozent der Gemeindeglieder sind 60 Jahre und älter. Der Anteil wird in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen, ebenso der über 75-Jährigen. Große Bedeutung legt die Generation Ü 60 auf die Infrastruktur. Die ältere Generation bezeichnet mehrheitlich die Erhaltung der Arztpraxis, des Dorf- ladens, der Bank, der Poststelle und der gemeindlichen Anlaufstelle im Scherrerhaus für sehr wichtig. Zwischen den Generationen herrscht ein Geben und Nehmen. Der Anteil der Ü60, die Hilfe leisten, ist mit 39,3 Prozent deutlich höher als der Anteil derjenigen, die selbst Hilfe erhalten. Das spricht für eine gute soziale Einbindung der älteren Generation. Von ihrer Hilfe profitieren Kinder, Enkel, Nachbarn und Freunde. Die Senioren führen ein weitgehend eigenständiges und aktives Leben. 25,8 Prozent engagieren sich ehrenamtlich, 44,3 Prozent nehmen an Veranstaltungen für Senioren teil. „In Blick auf die Mobilitätsangebote zeigt sich ein erfreuliches Bild“, so das Fazit von Heinrich Keller, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Zwei Buslinien verbinden seit einem Jahr Schöngeising mit der Region. 

Bus und S-Bahn ermöglichen neben dem eigenen Auto Erledigungen und Kontakte außerhalb der Gemeinde. Mitfahrmöglichkeiten und das Fahrrad werden ebenso genutzt. 40,3 Prozent der Befragten erledigen Besorgungen außerhalb des Ortes mit dem Fahrrad. Ganz überwiegend sind die Befragten mit den öffentlichen Verkehrsangeboten zufrieden. Bemerkenswert sei laut Seniorenbeirat, dass das monatliche Mitteilungsblatt der Gemeinde/Verwaltungsgmeinschaft mit 91,5 Prozent besonderes Interesse als Informationsquelle bei den Ü 60 genießt. Auch die Aushangkästen werden stark beachtet. Die Tageszeitungen und das Anzeigenblatt Amperkurier und die Wochenzeitung Kreisbote werden von der älteren Bevölkerung mehrheitlich gelesen. Für den Seniorenbeirat und die Gemeinde ist das Ergebnis von großem Gewinn. Daraus lassen ich Rückschlüsse ziehen, in welchen Bereichen Schöngeising zum Wohl der älteren Generation noch Verbesserungen vornehmen kann.

red

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