Bäume im Stadtgebiet

Umweltausschuss befasst sich mit Baumpflege und -Fällungen in Fürstenfeldbruck

Die großen Weiden im Bereich der Amperbrücke werden halbjährlich gekürzt.
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Die großen Weiden im Bereich der Amperbrücke werden halbjährlich gekürzt, um ein Abbrechen der Äste und ein anschließendes Eindringen von Pilzen zu verhindern.

Fürstenfeldbruck – Die Verwaltung der Großen Kreisstadt reagiert mit einer Stellungnahme auf immer wieder auftretende Kritik an Baumfällungen im Brucker Stadtgebiet. Landschaftsplanerin Kathrin Zifreund hat in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei für dem Umweltausschuss Kriterien und Maßnahmen zur Baumpflege, Baumfällungen und Ersatzpflanzungen zusammengestellt.

Als Tagesordnungspunkt Elf nach mehr als drei Stunden Sitzungsmarathon aufgerufen wurde, war Zifreund bereits nicht mehr anwesend. So blieb es Valentin Zeh, Leiter der Stadtgärtnerei vorbehalten, den Stadträten die umfangreichen Maßnahmen zu erläutern.

„Generell liegt der Stadtgärtnerei viel daran, Bäume möglichst lange zu erhalten“, stellte Zeh gleich eingangs der Debatte fest. Um geschwächte Bäume durch geeignete Maßnahmen zu vitalisieren, würden alle städtischen Gehölze regelmäßig kontrolliert und auf Krankheitssymptome hin untersucht. Bei bereits auffälligen, besonders alten oder gefährdeten Bäumen wird das Kontrollintervall auf zwei bis sechs Monate verkürzt. Letztendlich gelte es aber immer, Bruchrisiko und Verkehrssicherheit zu beachten.

Stammumfang, Kronendurchmesser und Höhe

Faktoren, die bei der Baumkontrolle berücksichtigt werden, sind unter anderem Stammumfang, Kronendurchmesser und Höhe. Auch sichtbare Verdachtsmomente wie erkennbare Schäden oder Pilzbefall werden erfasst. Eine weitere Prüfmethode ist die Akustikprüfung, welche mittels Schonhammer erfolgt. Durch vorsichtiges Abklopfen des Stammes und der Wurzelanläufe können Hohlräume und versteckte Defekte geortet werden. Abschließend wird jeder einzelne Baum hinsichtlich seines Gesundheitszustandes und der Erhaltungswürdigkeit bewertet. Fällungen würden durch adäquate Jungbäume ersetzt.

BBV-Fraktionssprecher Christian Götz, selbst studierter Biologe, regte an, „manchmal etwas sensibler vorzugehen und ab und zu eine zweite oder dritte Meinung einzuholen“, auch wenn die Stadtgärtnerei langsam an ihre Grenzen komme. Zeh betreut mit seinen 15 Mitarbeitern eigenen Schätzungen zufolge zwischen 8.000 und 10.000 Bäume auf rund 570.000 Quadratmeter städtischer Flur. So dürfte „ein hohler Baum beispielsweise laut Naturschutzgesetz gar nicht gefällt werden, wenn er Winterquartier für eine Fledermaus sei“, ergänzte Götz.

Selbstverständlich achten seine geschulten Mitarbeiter darauf „ebenso wie auf Spechthöhlen oder Vogelbrut“, erwiderte Zeh. Auch habe die Stadtgärtnerei mittlerweile einen externen Baumkontrolleur miteinbezogen, der den gesamten Bestand überprüft und kartiert.

Eschentriebsterben an der Amper

Auf Nachfrage von Irene Weinberg (BBV), ob man den gesperrten Wanderweg an der Amper nicht wieder öffnen könne, erklärte Zeh, dies sei auf Anweisung des Wasserwirtschaftsamtes und in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde geschehen. Bei einer Ortsbegehung wurden viele aufgrund des Eschentriebsterbens geschädigte oder bereits abgestorbene Bäume entdeckt. Man wolle zeitnah beschließen, welche Maßnahmen trotz der Brutzeit ergriffen werden können und welche warten müssen.

Fischer

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