Die Höhe der Fördermittel ist völlig unklar

Digitale Schuloffensive in Bruck auf wackeligen Beinen

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Die Brucker Grund- und Mittelschulen – im Bild die Grund- und Mittelschule Nord – werden digital aufgerüstet.

Die Große Kreisstadt geht in Vorleistung: Um ihre vier Grund- und zwei Mittelschulen zukunftsfähig auszustatten, beschlossen auf einer gemeinsamen Sitzung Sozial- und Finanzausschuss ein entsprechendes Medienkonzept samt der dafür benötigten Mittel von rund 1.5 Millionen Euro – obwohl über die Höhe der Fördermittel zum jetzigen Zeitpunkt noch völlige Unklarheit herrscht.

Fürstenfeldbruck - Smartphones, Tablets, WLAN – der zunehmende Einsatz digitaler Medien verändert auch die Bildungslandschaft grundlegend. So will die Kultusministerkonferenz mit dem Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ sicherstellen, dass Schüler bereits in der Grundschule entsprechende Medienkompetenzen erlernen. Auch die Bayerischen Leitlinien für Bildung und Erziehung weisen Medienbildung als einen wichtigen Baustein des Bildungsauftrages von Grundschulen aus. 

1,5 Millionen Euro für Brucks Grunds- und Mittelschulen

Darüber, dass „an der Digitalisierung kein Weg vorbei führt“, wie es Willi Dräxler (BBV) ausdrückt, ist man sich im Plenum weitgehend einig, doch der Weg zum digitalen Klassenzimmer kostet Geld. Für Erstausstattung und Infrastruktur der vier Grundschulen und zwei Mittelschulen Brucks rechnet man mit rund 1,5 Millionen Euro. Innerhalb der nächsten drei Jahre will man alle Klassenzimmer mit Beamer, Leinwand und Dokumentenkamera ausstatten. Schüler- und Lehrerarbeitsplätze sollen Rechner, Monitore und mobile Endgeräte wie Notebooks oder Tablets erhalten. „Die analoge Tafel wird es aber weiterhin geben“, betont Nikoll Palucca vom Amt für Familie, Senioren, Jugend und Sport, der das „gesamtheitliche Medienkonzept“ der Stadt den Ausschüssen vorstellte. Hinzu kommen Folgekosten von jährlich etwa 180.000 Euro für Wartung, Software und eine IT-Fachkraft, die sich in Vollzeit um den laufenden Betrieb kümmern soll. Welche Maßnahmen in welcher Höhe gefördert werden ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch völlig unklar, denn mit dem Start der Digitaloffensive des Bundes an den Schulen, hierfür werden fünf Milliarden Euro Fördergelder bereitstellt, hat der Freistaat angekündigt, sein eigenes Förderprogramm über 700 Millionen Euro einzustellen. 

OB Erich Raff fühlt sich von der Politik im Stich gelassen 

Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) fühlt sich von der Politik auf Landes- und Bundesebene „im Stich gelassen.“ In acht Wochen beginne das neue Schuljahr und „wir wissen nicht, was förderfähig ist.“ So könne man nicht arbeiten. „Die Lederhosen haben wir schon, aber wo bleiben die Laptops“, umschrieb Grünen-Fraktionschef Christian Stangl die missliche Lage mit einem Bonmot. Auch Schulreferentin Claudia Calabró (SPD) kritisierte, man müsse „nun kitten, was von oben runter bestimmt wurde.“ Sie empfahl „das Ganze sukzessive anzugehen.“ Andreas Rothenberger (BBV) fragte noch, ob man eine Einverständniserklärung der Eltern wegen des WLAN bräuchte. Elektrosmog werde ein immer größeres Thema. Und „was passiert, wenn die Eltern oder auch Lehrkräfte sich weigern?“ Rothenberger mahnt Rechtssicherheit an, „bevor man in teure IT-Systeme“ investiere. Gleichwohl empfahlen beide Ausschüsse einstimmig dem Stadtrat, das vorgestellte Konzept anzunehmen. Man dürfe nicht ins Hintertreffen geraten.

Peter Fischer

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