IHK-Standortumfrage

Bürokratie bremst Betriebe

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Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses und Dr. Tina Emslander, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Region München, stellen die IHK-Standortumfrage vor.

Die IHK für München und Oberbayern hat Betriebe zu über 40 Standortfaktoren befragt, um heraus zu finden, wie sie den Landkreis Fürstenfeldbruck als Wirtschaftsstandort bewerten.

Maisach – „Der Landkreis hat mit einer Traumnote von 1,9 abgeschlossen und verbessert sich damit zum Jahr 2015 (2,0)“, stellte Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses FFB die Ergebnisse vor. Wer sich die Auswertung der einzelnen Bewertungskriterien aber genauer anschaut, erkennt: So zufrieden sind die Unternehmer gar nicht.

Fünf Kriterien mit über 40 Faktoren wurden bewertet

Die Umfrage stelle den Status Quo da, und zeige wo die Stärken der Region liegen, aber auch wo es sich gilt zu verbessern. 105 Betriebe aus verschiedenen Branchen wie Einzelhandel und Dienstleistungen haben den Fragebogen der IHK zurück gesendet, und damit über 40 Standortfaktoren in den Kategorien Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Standortkosten, Netzwerke, Standortattraktivität und Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung mit Noten von 1 bis 5 bewertet. Trotz der geringen Beteiligung, sei die Umfrage laut IHK-Pressereferent Aaron Gottardi repräsentativ.

Stärken und Schwächen

Die höchste Zufriedenheit bekam der Landkreis für die Anbindung an das Fernstraßennetz, für Loyalität und Motivation der Mitarbeiter sowie bei der Energieversorgung. Am wenigstens zufrieden sind die Unternehmer dagegen mit den Gewerbeflächen- und Grundstückspreisen, mit der Anbindung des Schienen- und Güterverkehrs, sowie den Büro- und Gewerbemieten. Besonderen Handlungsbedarf sehen die Betriebe bei der bürokratischen Verwaltung, den Mieten sowie den Personalkosten.

Verbesserung beim Breitbandausbau

Dass eine Verbesserung von 0,1 nicht die Welt ist, weiß auch Tina Emslander, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Region München. „Doch in der Umfrage wird deutlich, dass sich vor allem beim Breitbandausbau etwas getan hat.“ Natürlich gäbe es noch weiße Flecken mit Handlungsbedarf. Emslander nennt Mammendorf als Beispiel.

Eigentliche Gesamtnote ist schlechter

Der Knackpunkt bei der Note 1,9 ist, dass diese nicht aus dem Mittelwert aller 44 Bewertungsfaktoren errechnet wurde. Die Frage „Wie bewerten Sie den Landkreis als Wirtschaftsstandort?“ wurde den Unternehmen gesondert gestellt – heraus kam die 1,9. Nimmt man jedoch den Mittelwert aller Einzelnoten, ergibt sich für den Wirtschaftsstandort Landkreis Fürstenfeldbruck eine Gesamtnote von 2,7. Emslander erklärt dies so: „Wenn Unternehmer aus dem Bauch heraus den Landkreis bewerten, finden sie ihn als Wirtschaftsstandort sehr attraktiv, sie sind also allgemein sehr zufrieden.“ Erst wenn er sich mit den einzelnen Kriterien konkret auseinandersetzt, werde er kritischer.

"Genehmigungsverfahren ziehen sich in die Unendlichkeit"

Weiter kam aus der Umfrage hervor, dass 18,2 Prozent schon eine Verzögerung des Unternehmenswachstums durch Standortfaktoren in Kauf genommen haben. Als häufigsten Verzögerungsgrund nannten die Befragten mangelnde Verfügbarkeit von Gewerbegrund, langwierige Genehmigungsverfahren und zu hohe Kosten. „Genehmigungsverfahren zur Nutzungsänderung der Mieträume zog sich in die Unendlichkeit“, zitierte Michael Steinbauer einen Einzelhändler. Vor allem in Puchheim ginge es langsam zu. In Maisach dagegen hätte sich in den letzten Jahren etwas getan, doch zähle die Gemeinde noch immer zu einer der schwächsten Standorte.

Landkreis preislich noch günstig trotz Speckgürtel

„83,5 Prozent der Befragten, würden sich wieder für ihren Standort entscheiden“, ist eine weitere Erkenntnis aus der Umfrage. Das rühre vor allem daher, da Fürstenfeldbruck im Speckgürtel von München vor allem preislich noch sehr gut dastehe.

Kohr

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