Unterschriftensammlung und Fackelwanderung

300 Demonstranten setzen sich für Erhalt der "Hexe" ein

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300 Gröbenzeller kamen ins Rathaus, um sich für den Erhalt der „Hexe“ stark zu machen.
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300 Gröbenzeller kamen ins Rathaus, um sich für den Erhalt der „Hexe“ stark zu machen.
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300 Gröbenzeller kamen ins Rathaus, um sich für den Erhalt der „Hexe“ stark zu machen.

Mehr als 300 Menschen demonstrierten vor dem Gröbenzeller Rathaus und bei der jüngsten Ratssitzung für den Erhalt der Hexe.

Gröbenzell – Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) bezeichnete das als „starkes Zeichen“. Der Gemeinderat will nun weiter über einen Grundstückstausch mit den Eigentümern verhandeln.

Die Hexe ist ein geschichtsträchtiger Ort: 1952 wurde in der Bahnhofsgaststätte die Gründung der Gemeinde Gröbenzell gefeiert. Seit 1984 ist sie als Jugendlokal „Hexe“ beliebt. Zuletzt war Bürgermeister Schäfer gemeinsam mit seinem Bruder Eigentümer. Dann wurde die Hexe an eine Germeringer Wohnbaugesellschaft verkauft, die das Haus abreißen und Wohnungen und Büros errichten will.

Vor allem Jugendliche wollen Hexe zurück

Das wollen die Demonstranten aber nicht akzeptieren. Eine bunte Mischung von Gröbenzellern jeden Alters demonstrierten nun dagegen. Der Interessenverein (IVG) hatte dazu aufgerufen, nachdem bei der Jugendbürgerversammlung mit rund 120 Jugendlichen der Wunsch laut wurde, dass die Hexe erhalten werden muss.

Hexen für die Hexe

Die Gröbenzeller Gemeinderäte mussten sich auf dem Weg in den Sitzungssaal durch eine ungewohnt große Menschenmasse drängen. Viele Demonstranten waren als Hexe verkleidet erschienen. Auch bei der Sitzung selbst war der Raum gesteckt voll. Das wertete die IVG-Vorsitzende Marina Kinzel als eindeutiges Zeichen: „Die Hexe interessiert nicht nur die 16- bis 24-Jährigen, sondern die breite Masse.“ Das Lokal sei ein Stück Gröbenzell. „Hier wurde Geschichte geschrieben.“

"Wir wollen nicht wie Germering werden"

Der Abriss ist nach derzeitigem Stand nur durch einen Kauf des Grundstücks oder einen Grundstückstausch mit den Eigentümern möglich. Ein Tausch wird im Gemeinderat derzeit diskutiert. Kinzel sagt: „Wir wissen, dass der Erhalt viel Geld kostet, aber es rentiert sich trotzdem“. Das sah auch Werner Urban von den Gröbenhütern so: „Wir setzen uns grundsätzlich für den Erhalt alter Gebäude ein, denn die Geschichte einer Gemeinde sieht man auch an den Häusern.“ Er appellierte an die Demonstranten: „Helfen Sie mit, damit der Gröbenzeller Charakter erhalten bleibt.“ Jugendreferent Anton Kammerl (CSU) schlug sich auf die Seite der Demo-Teilnehmer. Selbstkritisch räumte er ein, dass der Gemeinderat es versäumt, dieses Herzstück von Gröbenzell zu sichern. Dass nun eine Germeringer Gesellschaft die Hand auf dem Areal hat, gefällt ihm nicht. „Wollen wir werden wie Germering?“ fragte er, und gab die Antwort gleich selbst: „Nein. Ein Hochhaus im Zentrum war absolut tabu, und so soll es auch bleiben.“

322 Unterschriften auf Papier, 3.000 online

Bereits im Vorfeld der Demo hatte der IVG 322 Unterschriften für den Erhalt der Hexe gesammelt, die Kinzel nun in der Sitzung übergab. Bei einer von Maximilian Rötzer ins Leben gerufenen Onlinepetition hatten sogar mehr als 3.000 Menschen unterschrieben. Vor dem Rathaus sammelten die Demo-Organisatoren weitere Unterstützerstimmen.

Grundstücksaustausch muss noch diskutiert werden

Martin Runge (Grüne), dessen Partei die Demo unterstützte, erklärte, dass es im Rat durchaus eine Mehrheit gebe, die ausloten will, wie man die Hexe erhalten kann. „Die Bewertungsgutachten sind fertig“, sagte er. Ein Grundstückstausch müsse nun aber erst diskutiert werden, da er mit vielen Unwägbarkeiten verbunden sei. „Im Gespräch sind Grundstücke an der Bahnhofstraße, bei denen aber offen ist, wie schnell Baurecht geschaffen werden kann.“

Fackelzug zur Hexe

Kinzel appellierte an die Räte, dass sie „alles unternehmen sollen, um die Hexe zu erhalten“. Mit einem Fackelzug zogen die Demonstranten anschließend durch Gröbenzell zum Jugendlokal am Bahnhof, wo sie ihre Aktion beendeten. 

Daschner

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