Unterwegs in Tadschikistan – Zwei Globetrotter aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck und Dachau berichten

Beeindruckende Gebirgslandschaft (Pamir) in Tadschikistan. Alle Fotos: Armin Glas

Über Usbekistan starteten die beiden Landkreis weit bekannten Globetrotter Egbert Knobloch, Mitarbeiter im Haus der Kunst in München, Olchinger und Armin Glas aus dem Landkreis Dachau im Sommer 2011 zu ihrer ausgedehnten Tadschikistan-Reise - in ein Hochgebirgsland, das an die VR China, an Afghanistan, Kirgistan und Usbekistan grenzt. Das Land, kulturell und sprachlich mit Persien eng verwandt, ist eines der ärmsten in der Welt, verfügt aber über Reserven an Erdöl, Erdgas und Braunkohle sowie über Seltene Erden, Quecksilber, Silber, Gold und Uran. 90% der Bewohner gehören dem Islam an, vorwiegend sunnitisch, aber in der ehemaligen Sowjet-Republik herrscht seit 2009 ein restriktives Religionsgesetz, was Aktivitäten christlicher Gruppierungen oder oppositioneller Islamisten vorn vornherein einen Riegel vorschiebt. Wodka und Trinksprüche sind landesweit bei den Männergesellschaften angesagt, im bergigen Gelände wird halsbrecherisch gefahren, als Kühlwasser-Ersatz dient schon mal Limonade und mit Radarfallen bessert der Staat seine Staatskasse auf. Und nachts wurden die beiden Globetrotter einmal unsanft durch ein Erdbeben aus den Betten gerissen.

Von Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans aus, ging die Reise am 9. 7. 2011 umständlich weiter. Armin Glas: "Wegen der Spannungen zwischen den Nachbarländern Usbekistan und Tadschikistan gibt es leider keine bequemen Flüge zwischen den Hauptstädten. So mussten wir erst mit einem Taxi von Taschkent zur Grenze nach Oybek fahren. Vorbei an weiten Feldern mit Baumwolle (problematisch für den Wasserhaushalt und die Böden) sowie Getreide kamen wir auf guten Teerstraßen schnell voran. Die Raserei des Taxifahrers wurde jäh gestoppt, als er in eine Radarfalle rauschte. Anstatt der erlaubten 50 Stundenkilometer war er mit 74 km/h unterwegs und so bezahlte der Mann eine Strafe von 10 000 Sum. Um 10.40 Uhr erreichten wir den Grenzübergang. Die Ausreise aus Usbekistan war langwierig, die Einreise nach Tadschikistan umso schneller. Erst nach zwei Stunden saßen wir im Taxi nach Chucand, der zweitgrößten Stadt von Tadschikistan mit etwa 160 000 Einwohnern. Am 10.7. standen wir schon um 5 Uhr früh auf um zum Airport zu fahren. Mit einer alten Antonow AN 24 RV, die schon über 40 Jahre auf dem Buckel hatte und zwei Reifen, von denen einer aussah wie "rundgelutscht", starteten wir um 7.03 Uhr. Schön war die Aussicht auf die Stadt Chucand, den grossen Stausee Kayrakkum, der den Fluß Syrdaria aufstaute, und das wüstenhafte Land. Nun flog der Pilot quasi ein Eck aus, um nicht über Kirgisien fliegen zu müssen. Bald schon überflogen wir die parallel verlaufenden Bergketten des Turkestan- und Zerafsangebirges. Die Aussicht auf die mit Schneefeldern bedeckten Bergriesen war beeindruckend! Bald schon ging der Pilot in den Sinklflug über und wir landeten nach nur 47 Minuten sicher in der Hauptstadt Duschanbe. Am 11. 7. wechselten wir am Vormittag in einer der vielen Wechselstuben nochmals Geld (in Usbekistan hatte uns eine alte Frau schwarz Geld aus einem alten Kinderwagen getauscht, und wir mussten das viele Geld in einer Tüte herumschleppen). Hier in Tadschikistan gab es für 200 US-Dollar 954 Somoni. Eintrag im Reisetagebuch von Armin Glas: "Nachdem der Egbert und ich hier in Zentralasien schon einiges erlebt haben,setzten wir unseren Abenteuerurlaub am 13.07.2011 damit fort,um die Hauptstadt Duschanbe zu erkunden.Die Metropole wurde erst 1925 zur Stadt erklärt und hieß bis 1961 Stalinabad.Zwar kann die jüngste unter den zentralasiatischen Großstädten keine historischen Baudenkmäler bieten,dennoch ist sie architektonisch attraktiv und liegt überdies in einer wahren Bilderbuchumgebung.Heute leben in der größten Stadt von Tadschikistan über 650.000 Menschen. Am Vormittag fuhren der Ecki und ich mit dem Bus in den Norden von Duschanbe,um in einem Guesthouse den Bergführer Vlad zu treffen.Die Infos zum Berg Khazret Sultan waren interessant,doch konkret konnte ich die Bergtour rauf auf den höchsten Gipfel von Usbekistan nicht buchen.Am Nachmittag besuchten wir als erstes das Nationalmuseum Bechzod,das den Ajni-Platz dominiert und in einem schmucken Gebäude aus dem Jahre 1934 untergebracht ist.Nett anzusehen war die etwas eingestaubte naturkundliche Abteilung,die teileweiße schon historische Industrieausstellung,das Thema zum 2.Weltkrieg und die Sonderausstellung,die dem Präsidenten Rahmon gewidmet ist. In der Nähe befand sich auch das interessante Nationalmuseum für Antike. Den Höhepunkt des Museums bildet eine 12 m lange und über 5 Tonnen schwere liegende Buddhastatue,die sowjetische Archäologen ausgegraben haben und als die größte in Zentralasien gilt. Am 14.07.2011 fuhren wir am frühen Morgen zum Flughafen.Am Ticket-Büro warteten wir gut 90 Minuten,dann war klar,dass heute keine Antonov von Duschanbe nach Chorog fliegt.Die kleinen Propellermaschinen fliegen auf Sicht und wegen des Wüstenwindes aus Afghanistan war wohl zuviel Staub in der Luft. Laut Reiseführer wäre dieser Flug "Die gefährlichste Flugstrecke der Welt".Die altersschwachen Antonov-Propellermaschinen können die Gipfel der Gebirge nicht überfliegen,sondern müssen spektakulär durch die engen Täler fliegen.So hatte sich einmal ein Pilot verflogen und dann wurde seine Maschine in Afghanistan abgeschossen!! Im Internet heisst es auch,dass "Aufgrund der landschaftlich außergewöhnlich attraktiven Route und der relativ geringen Fluggeschwindigkeit der eingesetzten Antonov AN 28 als eine der attraktivsten Linienflüge weltweit" gilt. Am Flughafen lernten wir einen Iraner und seinen lustigen Freund aus Tadschikistan kennen.So nahmen sie uns im Auto mit zu dem Sammelpunkt,wo die Geländewagen in den Pamir abfahren.Der Freund suchte für uns nach zwei bezahlbare Plätzen in einem der Jeeps.So kostete der Spass 350 Somoni,etwa 80 US-Dollar für die über 600 KM lange Strecke. Nachdem alle 7 Mann an Bord waren,fuhren wir um 10.00 Uhr los. Auf guten Teerstrassen nach Duschanbe schlich der Fahrer mit 50-60 KM/H dahin und so dachte ich mir, bei diesen Tempo kommen wir wohl nie an. Der Fahrer fuhr nur so langsam,um den vielen Geschwindigkeitskontrollen der Polizei zu entgehen.Trotzdem wurden wir oft rausgewunken,um die Papiere zu kontrollieren und um die 3 Somoni abzugreifen,die der Fahrer jeweils in die Dokumente legte. Moderne Wegelagerei!! Langsam erreichten wir die kargen Berge. Schön war auch die Aussicht auf dem breiten Fluß Vasch,der sich durch das Gebirge schlängelte.Weniger toll war der Zustand der Strasse.Oft fehlte die Teerdecke und so kamen wir auf der Piste mit vielen Schlaglöchern nur langsam voran.Stunde um Stunde fuhren wir durch Tadschikistan,das Geschaukel machte einen Müde,doch wegen der tollen Landschaft und weil es zu unbequem war,konnte ich nicht dösen. Um 17.40 Uhr legten wir unterhalb des 3.252 m hohen Chaburabot Passes eine längere Pause ein.Der wichtige Chefinspektor vom Beifahrersitz wurde schon vom Polizisten namens Oleg erwartet.Der Oleg sprach gut englisch und so wurden alle Mitreisenden zu einem üppigen Abendessen eingeladen. Erst wurde eine herzhafte Suppe gereicht,dann gab es eine Schale voller Fleisch, dazu Brot,Tomaten,Gurken,Sauerquark,Honig,Käsebällchen,Tee,Saft und Wodka.Das Essen schmeckte ausgezeichnet,doch nach zwei Stamperl Wodka hat es mir dann gereicht.Auch durfte ich einen Trinkspruch auf das schöne Tadschikistan zum Besten geben,den der Oleg dann übersetzte. Gut gestärkt fuhren wir um 19.00 Uhr weiter.Die Berge hier oben waren grün,der Pass selbst war wenig spektakulär.Nun führte die Schotterstrasse in vielen Kurven und Kehren bergab.Langsam wurde es dunkel und dank des spärlichen Licht vom Vollmond konnte man die wahnsinnig hohen Berge des Pamirs erahnen. Unten im Tal führte eine relativ gute Teerstrasse immer am reissenden und tosenden Grenzfluß Pjandz entlang.Auf der anderen Flußseite befand sich schon Afghanistan. Durch die lange Autofahrt und das Geschaukel durch die holperigen Strassen wurde ich langsam hundemüde. Auch am frühen Morgen des 15.07.2011 ging die rasante Geländewagenfahrt am Ufer des Grenzflusses Pjandz weiter. Auch der schwächelnde Fahrer wechselte sich mit dem besoffenen Chefinspektor am Steuer ab.Am Anfang hatte der Chefinspektor seine Probleme mit dem Schalten,doch schnell hatte er den Dreh raus. Langsam fielen mir vor Übermüdung echt die Augendeckel zu und so habe ich wohl auch etwas geschlafen. So um 4.00 Uhr meinte der Ecki,wir seien endlich da.Somit waren wir 18 Stunden unterwegs.Ich konnte es erst gar nicht glauben,so habe ich eigentlich mit einer längeren Fahrzeit gerechnet. Geschwindt bezogen wir im modernen Lal-Hotel Zimmer. Schon um 9.00 Uhr gab es ein üppiges Frühstück.Dann überlegten wir uns den weiteren Verlauf der Reise rein in den Pamir.So wollen wir uns einen Geländewagen leihen,um 2 Tage durch das Gebirge zu fahren. Nachdem der Jeep reserviert war,schauten wir Chorog zu Fuss an.Das Städtchen Chorog mit 22.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der autonomen Region Berg-Badachschan und liegt unweit des Flusses Pjandz und unmittelbar an der Grenze zu Afghanistan.Die Stadt befindet sich 2.200 m über dem Meer im westlichen Pamir. In Chorog besuchten wir ein Museum und den kleinen Basar mit dem Denkmal zum 2.Weltkrieg.Über eine Hängebrücke überquerten wir den reißenden Gebirgsbach Gunt,um hier zurück zum Hotel zu gehen. Zum Abendessen suchten wir ein Restaurant mit vielen betrunkenen Männern auf. Für meinen großen Hendlhaxn mit Salat,Brot,Fanta und Bier bezahlte ich 23 Somoni. Zurück im Lal-Hotel lernten wir den zweiten Botschafter der deutschen Auslandsvertretung in Taschkent/Usbekistan kennen. Er machte mit seiner Frau und den drei Kindern gerade Urlaub in Tadschikistan und fuhr weiter über den Pamir-Highway nach Kirgisien und dann zurück nach Usbekistan. Am Morgen des 16.07.2011 lag die Lufttemperatur bei angenehmen +20,5 Grad Celsius. Nach dem Frühstück suchten wir das Tourismusbüro auf,wo unser Fahrer mit seinem neuen Lada Niva schon auf uns wartete.Schon um 8.15 Uhr fuhren wir los,um den nahen Afghanenmarkt zu besuchen,der jeden Samstag stattfindet.Dieser afghanische Markt war von einer hohen Mauer umgeben und von der Polizei bewacht.So entstand hier quasi eine Freihandelszone!!Langsam kamen die bärtigen Männer vollbepackt mit ihren Waren über eine lange Hängebrücke über den Grenzfluß Pjandz,um ihre Produkte feil zu bieten. So um 9.00 Uhr fuhren wir weiter.So fuhren wir auf dem relativ guten Pamir-Highway rauf in die Berge.Diese schöne Panoramastrasse führt malerisch durch das breite Tal des Bergflusses Gunt immer bergauf rein in das Pamir-Gebirge.Rechts und links ragen die schroffen,kahlen Bergriesen in den blauen Himmel. Leider kamen wir nicht allzuweit.Schon nach nur 43 KM war der Lada Niva kaputt und der junge Fahrer schaute ratlos in den Motorraum. So rief er seinen Onkel an,der wohl von Chorog aus mit einem anderen Geländewagen uns aufpicken sollte. Nach einer guten dreiviertel Stunde kam der Onkel mir einem bulligen UAZ,einem Geländewagen aus russischer Produktion.Nun wurde alles umgeladen,selbst die Batterie wechselte das Auto.Mit dem Onkel am Steuer setzten wir die Reise um 10.50 Uhr fort. Schon um 12.50 Uhr erreichten wir das 134 KM von Chorog entfernte große Sanatorium bei der Ortschaft Dzelondi. Zum Mittagessen verspeiste ich im Restaurant ein Gulasch mit Brot und einer Mirinda dazu für nur 11 Somoni. Am Nachmittag überquerte ich zu Fuss auf einer klapprigen Holzbrücke den kleinen Gebirgsbach Gunt,um zum Dorf Dzelondi zu wandern.Das Dorf machte auf mich einen ärmlichen Eindruck,alles war vom Verfall geprägt und die Männer saufen sich mit Wodka zu. Zurück im Sanatorium besuchten der Ecki und ich die berühmten Thermalquellen von Dzelondi.Das Thermalwasser war mit mit +43,5 Grad Celsius echt zu heiß und so ging ich nur bis zu den Knien rein. Zum Abendessen genoß ich eine große,würzige Suppe mit Brot und Mirinda für nur 10 Somoni. Um 22.00 Uhr ging auch dieser ereignisreiche Urlaubstag zu Ende. Am 17.07.2011 standen der Ecki und ich um 7.00 Uhr auf.Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und um 8.00 Uhr waren wir wieder mit dem UAZ-Geländewagen unterwegs.So ging es noch ein kleines Stück rauf auf den Pamir-Highway,dann zweigte ein Feldweg nach rechts ab.Erst mußten wir ganz langsam einen Hang mit grossen,runden Steinen queren,dann wurde der Weg besser.Nun fragte der Fahrer noch zur Sicherheit einen Hirten,ob wir auch auf dem richtigen Weg sind. Schnell erreichten wir einen kleinen Gebirgsbach,der wohl zur Schneeschmelze im Frühjahr Unmengen an großen,runden Steinen hierher befördet hatte.Nun wollten wir den Fahrer wegen der total schlechten Streckenverhältnisse zur Umkehr bewegen,doch der Mann ließ sich nicht beirren.So fuhren wir mit Allrad und im kleinsten Gang ganz langsam und vorsichtig durch diese heikle Stelle.Ganz sachte ging es voran,auch die krasse Steigung von 50 cm rauf zum Ufer meisterte der Fahrer im zweiten Anlauf. Nun wurde der Feldweg besser und so schraubte er sich rauf auf einen Paß,dessen Namen und Höhe wir nicht kannten. Oben erwartete uns eine karge Hochebene,doch es blühten überall verstreut schöne,bunte Wildblumen.Eingerahmt war die Hochebene von kahlen Bergriesen,teilweise lag noch Schnee oben in der Höhe.Der Ecki und ich waren begeistert!! Der Feldweg runter vom Paß war in relativ guten Zustand und so kamen wir problemlos voran.Vor uns befanden sich die vergletscherten Bergriesen Pik Karl Marx mit einer Höhe von 6.723 m und der Pik Friedrich Engels mit 6.507 m Höhe.Was für ein Ausblick!! Nett waren auch die fetten Murmeltiere,die ab und zu den Weg querten. Nun erreichten wir ein anderes Quertal,in dem wir zurück nach Chorog fuhren.In diesem eher engen Gebirgstal gab es auch einige kleine Dörfer,die wohl von der spärlichen Landwirtschaft lebten. Langsam wurde der Fahrer und wir müde und um 12.20 Uhr riß uns ein lauter Knall aus der Lethargie.So hatte der Fahrer wohl nicht aufgepasst und so streifte er mit dem Hinterrad einen Felsen,der den Reifen zum Platzen brachte. Routiniert wechselte der Fahrer den Reifen,kontrollierte auch gleich das Kühlwasser und den Allgemeinzustand vom UAZ-Geländewagen. Nun ging es weiter durch die enge Schlucht bergab.Bald schon erreichten wir die Teerstrasse und so hatte uns die Zivilisation wieder. Heute legten wir gut 160 KM zurück und um 14.10 Uhr stiegen wir doch geschlaucht aber auch glücklich aus.Diese Rundtour durch den Pamir war echt jeden Somoni wert!! Zum Abendessen besuchten wir ein "Nobelrestaurant" direkt am Gebirgsfluß Gunt.Für mein Menü aus geschnetzelten Huhn mit Reis,Champignons und einem Bier bezahlte ich auch stolze 37 Somoni. Um 18.30 Uhr waren wir zurück im Hotel.Interessant waren die Nachrichten,die wir auf "Deutsche Welle Radio" anhören konnten. Am 18.07.2011 genossen wir schon um 7.00 Uhr das üppige Frühstück im Lal-Hotel.Dann packten wir unsere Sachen zusammen,um mit einem Maschrutka zum Flughafen von Chorog zu fahren.Dort haben wir erfahren,daß wegen der schlechten Sicht auch heute kein Flugzeug starten oder landen wird.Schade!! So fuhren wir zu dem Sammelpunkt,von dem die Geländewagen nach Duschanbe abfahren.Schnell wurden wir mit einem jungen Mann handelseinig.Nun bezahlten wir 300 Somoni pro Person.Schnell war der kleine Jeep vollgetankt und um 8.45 Uhr fuhren wir drei auch schon los.Der Fahrer hatte es wohl eilig und so raste er über die relativ gute Teerstrasse am Fluß Pjandz entlang.So schaffte er in den ersten 2 Stunden beachtliche 117 KM!! Total begeistert waren der Ecki und ich von der wilden Landschaft.So tobte unten der reißende Gebirgsbach Pjandz und drüben in Afghanistan erheben sich schroffe,teilweise schneebedeckte Bergriesen.Wahnsinn!! Drüben in Afghanistan führte ein stellenweiße abenteuerlicher Pfad am Fluß entlang.Nur mit Muskelkraft wurde der Pfad in die Felsen gehauen.Ab und zu wanderten Menschen auf dem Weg.Einmal sah ich einen Mann mit fünf mit Waren bepackte Esel,quasi der "Fernverkehr" in Afghanistan!! Unseren Fahrer war die Szenerie egal.Er hatte es eilig und so raste er rücksichtslos durch die Dörfer und auch Tiere auf der Strasse waren da nur lästig. Um 13.10 Uhr legten wir im Städtchen Kalaikum eine Mittagspause ein.Hier aß ich ein Fleischpflanzerl mit Ei,Reis,Pürree,Brot und einem Kirschsaft dazu. Nun verließen wir den Grenzfluß Pjandz und bogen ab in die Berge.Nun führte ein sehr schlechter Schotterweg über Stock und Stein rauf zum 3.252 m hohen Chaburabot Paß. Unser junger Fahrer hatte es nur noch eilig und so überholte er alle anderen Geländewagen und Lastwagen in teils waghalsigen Überholmanövern. Mir als Mitfahrer wurde es dabei Angst und Bange. Hier oben sahen wir auch einen Tanklaster,der umgekippt auf der Seite lag.Zum Glück blockierte der Truck nicht die Paßstrasse.Unbeeindruckt raste der junge Fahrer auf der anderen Seite den Berg hinab.Immer wieder hupte und bedrängte er die Lastwagenfahrer, um schneller überholen zu können. Schliesslich führte eine gute Teerstraße durch eine hügelige Landschaft nach Duschanbe.Hier gab er nochmals Vollgas und selbst Polizeikontrollen hatte er öfters ignoriert. Nach dieser total rasanten und riskanten Autofahrt stiegen wir um 20.20 Uhr erleichtert in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, aus.So benötigten wir für die 610 KM lange Wegstrecke echt nur 11 h 35 min.Eine tolle Fahrzeit,so hätte der junge Fahrer das "Blaue Band" für die schnellste Fahrt von Chorog nach Duschanbe echt verdient.Schneller wäre nur noch die Antonov!! Zum Abendessen suchten wir ein türkisches Restaurant in der Nähe auf. Selig schlafend alle Hotelgäste mitten in der Nacht zum 20.07.2011 aus den süssen Träumen gerissen.Irgendwann gegen 2.00 Uhr quietschten die Betten und wir wurden selbst hin und her geschaukelt. Erst schaute ich ziemlich verdutzt,dann war mir klar,wir waren gerade Zeugen eines Erdbebens. Später haben wir erfahren,das das Erdbeben eine beachtliche Stärke von 6,2 auf der Richterskala aufwies und dass das Epizentrum bei der Stadt Osch im Ferganatal sich befand. Am 22. 7. am Bergsee Iskanderkul in einem kleinen Ort fand Armin Glas schnell einen jungen Mann, " der mich mit seinem uralten Lada für 55 Somoni rauf zum Bergsee chauffierte. Die Strasse war in einem sehr schlechten Zustand und so fuhr der junge Mann schön langsam durch die vielen Schlaglöcher,nicht dass der altersschwache Lada auseinanderfällt!! In einem Dorf am Wegesrand erstand der Fahrer Zigaretten und eine Flasche Sprite. Bei der Fahrt bergauf wurde der Lada immer heisser.An einem Bach hielt der Fahrer an.So öffnete er die Motorhaube und schüttete als erstes das gute Sprite in den Kühler.Echt witzig,doch Mann muss sich nur zu helfen wissen!!Dann holte er mit der leeren Flasche noch einige male Wasser aus dem Bach,um den Kühlerbehälter aufzufüllen und um damit den Kühler zu benetzen." Die Nacht am 08.08.2011 vor dem Rückflug von Usbekistan aus war kurz und so standen der Ecki und ich schon um 3.00 Uhr auf. Nach einer heissen Dusche packten wir unsere Sachen zusammen und schon um 3.30 Uhr hatten wir ausgecheckt.Super aufmerksam war ein Taxifahrer, der gerade auf der Hauptstrasse unterwegs war. Wir waren noch in der dunklen Nebenstrasse, als uns der Taxler erspähte. Schnell hatte der Mann gewendet und uns für nur 5.000 Sum zum nahen Flughafen chauffiert.Der Flughafentransfer klappte viel besser aus erhofft!! Das Einchecken bei der Usbekistan-Airways und die Passkontrolle gingen schnell über die Bühne und ab 4.30 Uhr warteten wir im Terminal auf den Rückflug.Nach einer längeren Warterei brachte ein Bus uns Passagiere zur wartenden Boeing 767/300ER mit dem Namen Samarkand. Um 6.51 Uhr war der Jet in der Luft.Der Flug führte über die öde,trostlose Wüste und so erkannte ich von meinem Fensterplatz aus nur wenig. Da wir heute so früh aufgestanden waren,versuchte ich nun,etwas zu schlafen.Bald schon erreichten wir Europa und nach einer Flugzeit von 6h 39min für die 4.700 KM lange Wegstrecke landete der Pilot um 10.30 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Frankfurt. Unser Gepäck war da und so checkten wir gleich wieder bei der Lufthansa ein.Nach einer längeren Wartezeit war um 14.32 der Airbus A 321-100 mit dem Namen "Erlangen" in der Luft.Es war ziemlich turbulent und so wackelte die Maschine fast pausenlos.Wir waren quasi der Spielball der Elemente!! Nach einer Flugzeit von nur 33 Minuten landete der City-Jet sicher im Erdinger Moos. Autor: Armin Glas, zusammengefasst von Hedwig Spies

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