VGH urteilt zu Fürsty

Im S

treit um den früheren Flughafen Fürstenfeldbruck hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof seine Urteile gesprochen. Darin werden die Änderung des Landesentwicklungsprogramms und die Schließung des Flughafens für rechtmäßig erklärt. Mit dem neugefassten Landesentwicklungsprogramm und dessen nunmehrige Bestätigung durch den Verwaltungsgerichtshof ist der CSU/FDP-geführten Bayerischen Staatsregierung Einmaliges gelungen: Der Großraum München und große Teile Oberbayerns werden für das untere Segment der Allgemeinen Luftfahrt (Privat- und Geschäftsreiseverkehr mit max. 6 bis 8-sitzigen Flugzeugen) unerreichbar gemacht. Damit wird durch die CSU/FDP-Koalition eine einmalige Situation geschaffen, denn München wird in der EU der einzige große Wirtschaftsraum bleiben, der für diese Verkehrsart keine Infrastruktur vorhält. Frühere Ostblockländer wie Rumänien oder Bulgarien haben in ihren Ballungszentren gerade erst die Infrastrukturen für die Individualluftfahrt geschaffen. Die bei uns seit langer Zeit existierenden Anlagen werden dagegen von der CSU/FDP-Regierung unter Horst Seehofer und “Wirtschaftsminister” Martin Zeil mutwillig und unnötigerweise zerstört. Leidtragende dieser Politik sind in erster Linie in München und Südbayern ansässige Private, Freiberufler und kleine bis mittlere Unternehmen, die sich gerne des eigenen Flugzeugs bedienen würden, wenn es denn eine Infrastruktur dafür gäbe. Aber alle Firmen und Unternehmen im Münchner Raum sind betroffen, insbesondere, wenn deren Geschäftspartner und Kunden im In- und Ausland nun nicht mehr zu uns kommen, sondern leichter erreichbaren Herstellern und Lieferanten anderswo den Vorzug geben. Auch Unternehmern, Hotels und der Gastronomie im gesamten Großraum München entgeht Umsatz: Auswärtige Messebesucher, die es gewohnt sind, mit ihrem Firmenflugzeug flexibel, kurzentschlossen und schnell nach Genf (Messezentrum direkt am Flughafen), Frankfurt oder Paris zu reisen, werden sich den Besuch des Messegeländes in München zukünftig ersparen, das nur über landgebundene Verkehrsmittel oder einen weit draußen gelegenen Groß-Verkehrsflughafen im Linienverkehr zu erreichen ist. Die Entscheidung, auf dem Ex-Flughafengelände in Fürstenfeldbruck Test- und Trainingsstrecken für einen großen Münchner Automobilkonzern zu bauen, mag bei den Autobauern vielleicht gut ankommen. Den vielen kleinen und mittleren Unternehmen in unserem Land, die nicht unmittelbar in der KFZ-Industrie tätig sind oder zuliefern, bringt diese Politik nur Nachteile.

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