Ernüchternde Erfahrung im vermeintlichen Traum-Land 

Brucker Fußballer als Sportstipendiat in den USA

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Derzeit  Sport-Stipendiat  an der Holy Names University in Kalifornien: Christian Mühlberger, Fußballer des SC FFB.  

Schöngeising –  Aus den Vereinigten Staaten kam der Fußballer des SC FFB und Sohn des SCF-Vizepräsidenten, Christian Mühlberger an Weihnachten zu seiner Familie   und berichtete  über seine Erfahrungen als Sport-Stipendiat an der  Holy Names  University im kalifornischen  Oakland.

Daheim im Kreise der Familie ist es zu Weihnachten am schönsten. Auch Christian Mühlberger, den Fußballer des SC Fürstenfeldbruck und Sohn des SCF-Vizepräsidenten Hannes Mühlberger, der derzeit ein Sport-Stipendium an der Holy Names University im kalifonischen Oakland absolviert, zog es zu Weihnachten ins heimische Schöngeising. Als der 19-jährige Mühlberger am achten August erstmals in seinem jungen Leben zum „Abenteuer“ Studium an einem US-College aufbrach, ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Zuvor kannte er das Leben nur aus amerikanischen TV-Filmen. 

So habe er auch anfangs kein Heimweh verspürt, berichtete Mühlberger, der zwischen den Jahren die ersten vier Monate seines Aufenthalts nun Revue passieren ließ. „Das Heimweh kam erst, als der Tag des Abflugs immer näher rückte und ich mich freute, wieder alle zu Hause zu sehen.“ Nach dem Abi am Viscardi-Gymnasium vor einem Jahr hatte sich Mühlberger für ein Stipendium, das ihm ein Leben wie ein Profisportler und zugleich ein Studium garantierte, beworben. Wenige Tage vor Weihnachten kehrte der Nachwuchskicker in den Schoß der Familie zurück, bis es am 13. Januar wieder heißt, Koffer packen, um Teil zwei des knapp einjährigen Stipendiums zu Ende zu bringen. „Am 22. Mai komme ich zurück, und ich tendiere mehr dazu, dann hier zu studieren“, fiel Mühlbergers erste Bilanz im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eher ernüchternd aus. Zuvor war geplant, das Studium ggf. in den Staaten fortzusetzen. 

Auch wenn die Gastfreundschaft sehr groß geschrieben werde, und es an der kleinen Uni mit nur 1.400 Kommilitonen und Klassenstärken zwischen 25 bis 30 Studenten recht familiär zugehe, so sei die Ausbildung an einer deutschen Universität aber doch intensiver, stellte Mühlberger fest. Positiv sei, das er mit einem US-Boy das Zimmer teile, so habe er seine Englischkenntnisse perfektioniert. Ohne Auto musste er die meiste Zeit auf dem Campus verbringen. Der Tag war ausgefüllt mit Training, Vorlesungen, aber auch der Spaß kam nicht zu kurz, berichtete Mühlberger. 

Von September bis November absolvierte das College-Team 13 Spiele, zwei pro Woche. Zum Ende fand ein Abschlusstrip mit drei Spielen auf Hawaii statt. Mit einem Freiburger, der im Tor der College-Mannschaft stand, tummelten sich ansonsten überwiegend Argentinier und Schweden im Team. Die Spielqualität besaß aber höchstens Kreisliga-Niveau, stellte Mühlberger recht schnell fest. Erschreckt zeigte sich der junge Schöngeisinger über das geringe Interesse der US-Jugendlichen für Europa und speziell für Deutschland. „Dazu kommt noch, dass sie glauben, sie sind die besten und ihnen gehört die Welt. Von der Geschichte der alten Welt haben sie wenig Ahnung und zum Teil völlig falsche Vorstellungen. So glauben sie, dass es bei uns noch viele Nazis gibt“, erzählte Mühlberger. Für seine persönliche Entwicklung zieht Mühlberger ein positives Fazit. „Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht, die mich auf dem Weg zum Erwachsen werden auf jeden Fall weiter gebracht haben“, resümierte der 19-Jährige. Und auch der SCF kann sich freuen, denn wenn Christian Mühlberger zurückkehrt, wird er wieder das blaugelbe Trikot des Kreisstadtclubs überstreifen, so sofern sein Studienort heimatnah ist. Dieter Metzler

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