Viele Gäste in den Biergärten trotz der Auflagen

Vatertagsausflug während der Corona-Pandemie

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Fünf Freunde feierten ihren Vatertag im Maisacher Räuber-Kneißl-Biergarten (von links) Patrick, Bob, Sebastian, Matthias und Andrew.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Vatertag und Corona, ob das wohl gutgehen würde? Dazu lockte auch noch ein Top-Wetter viele Ausflügler an Christi Himmelfahrt in die Biergärten, so dass man das Schlimmste befürchten musste. Doch die Sorge, ob die Menschen bei ihrer wiedergewonnenen Freiheit auch die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten würden, war letztlich unbegründet. Diszipliniert und geduldig hielten sich im Landkreis die Besucher der Biergärten an die Auflagen, und auch die Wirte hatten sich optimal auf den Ansturm vorbereitet.

So ließen sich auch die drei Arbeitskollegen Bob, Sebastian und Matthias einer Spenglerfirma, sowie der selbständige Patrick und der IT-Angestellte Andrew ihren Vatertagsausflug zu Corona-Zeiten nicht vermiesen. Mit dem Fahrrad steuerten die fünf Freunde und Väter den Räuber-Kneißl-Biergarten des Bräustüberls in Maisach an und feierten fast wie gewohnt ihren Vatertag. Die von Bräustüberl-Wirt Harry Faul coronabedingten Beschränkungen nahmen sie dabei als notwendige Maßnahmen hin. 

Bob: "Die Krise holt uns noch ein"

Es blieb aber nicht aus, dass ihre Biertisch-Gespräche heuer ein wenig anders ausfielen, nicht ganz so unbeschwert, wie in den vergangenen Jahren. „Ich denke, die Krise holt uns noch ein“, meint Bob und die beiden Arbeitskollegen nicken zustimmend. Aufgrund der vor der Pandemie eingegangenen Aufträge haben sie jedenfalls derzeit noch keine Probleme mit der Arbeit. Niemand muss Kurzarbeit machen. Patrick, der selbständige Verkäufer von Werbeflächen hingegen ist während des Lockdown auf staatliche Förderung angewiesen. Bereits Anfang April habe er zwei Anträge gestellt, berichtet Patrick, der seit acht Wochen quasi kein Einkommen hat. Unterstützung habe er bisher noch keine erhalten. „Die haben wohl tausende von Anträgen zu bearbeiten“, hofft er aber täglich auf einen Bescheid. Und Andrew, der IT-Sachbearbeiter, macht Homeoffice. „Konzentriertes Arbeiten ist aber erst abends möglich, wenn meine beiden Kinder im Bett sind“, sagt er. Tagsüber werde er einfach zu häufig abgelenkt von seinem anderthalb und dreijährigen Nachwuchs. 

Fanclub wollte eigentlich Vatertag im Alten Wirt verleben

Gleich mit 15 Leuten wollten Philip und Bernd aus Eichenau vom Fanclub „Amperlöwen“ beim Alten Wirt in Emmering den Vatertag verleben. Wirt Goran Jokic musste ihnen allerdings aufgrund der coronabedingten Auflagen eine Absage erteilen. „Wir hatten uns das natürlich anders vorgestellt“, meinten der Physiotherapeut und der Abteilungsleiter eines mittelständischen Unternehmens. So saßen die beiden nur zu zweit im Emmeringer Biergarten. Beide haben mittlerweile aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Coronafälle kein Verständnis mehr für die Vorsichtsmaßnahmen. „Das ist eher kontraproduktiv“, meinen sie und vermissen vor allem dabei die sozialen Kontakte. An Urlaub denken Bernd und Philip heuer nicht. Sie spekulieren, dass sich bis zum Ende des Jahres alles wieder normalisiert.

Wolfgang und Ernst: "Urlaub heuer nur daheim"

„Heuer machen wir Urlaub nur daheim.“ „Wir sind froh, dass das Ameisenstüberl wieder geöffnet ist“, sagen Wolfgang und Ernst und freuen sich, dass sie im Biergarten von Markus Droth und Sabrina Dietel in der Kleingartenanlage an der Amper ihren Vatertag feiern können. „Außer der Maske und den Corona-Regeln ist der heutige Tag nicht anders wie sonst auch“, meinen der in der Pharmaindustrie beschäftigte Ernst und der in der Trinkwasserversorgung arbeitende Wolfgang. „Wir sind schon vor 40 Jahren hier mit unseren Kindern hergegangen. Das Ameisenstüberl mit seinem Biergarten, einem der schönsten weit und breit, ist einfach ein Stück Brucker Kultur.“

Dieter Metzler

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