Maisach ist die "Hochburg" des VDA - Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland – Gastfamilien gesucht

Maisacher Lokalpolitiker halten Kontakt zu Deutschen im Ausland - Von Namibia bis zur Steubenparade 

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VDA-Mitglieder aus dem Landkreis FFB vor dem „Capitol“ in Washington

Maisach – Viele Menschen können mit der Abkürzung VDA nicht so wirklich etwas anfangen, dabei besteht der „Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland“ bereits seit über 130 Jahren. Mit   dem stellvertretenden  Bundes- und zugleich Landesvorsitzenden Bayerns, Maisachs Altbürgermeister Gerhard Landgraf,  dem  zweitem Bürgermeister Roland Müller (CSU) als Schatzmeister und dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Maisacher Gemeinderat, Gottfried Obermeier als Schriftführer befinden sich gleich drei Maisacher Kommunalpolitiker im Landesvorstand des VDA-Bayern.

 Gibt man VDA bei Google ein,  so erhält man u. a. den Verband der Automobilindustrie, den Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde oder gar den Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare, um nur drei Institutionen aufzuzählen, die unter diesem Kürzel firmieren. Irgendwo versteckt taucht da auch plötzlich der Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland auf. Den rund 10.000 Mitgliedern liegt die Pflege und Bewahrung der deutschen Sprache, Kultur und Identität für die rund 14 Millionen auf dem ganzen Erdball verstreut lebenden Deutschen am Herzen, die sich heute noch zur deutschen Kultur und Muttersprache bekennen. Gegründet wurde der Verein am 15. August 1881 in Berlin mit dem Ziel, Deutsche außerhalb des Landes zu unterstützen. Während des Ersten Weltkriegs leistete der Verein u. a. auch Flüchtlingsbetreuungsarbeit. 

Bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten stieg die Mitgliederzahl auf über zwei Millionen Mitglieder an. Während der Nazi-Zeit wurde der Verein mehr und mehr seiner Zuständigkeiten beraubt und entsprechend dem damaligen Zeitgeist in „Volksbund für das Deutschtum im Ausland“ umbenannt und schließlich als eine der letzten privaten Organisationen gleichgeschaltet. Erst 1955 gründete der damalige bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner den VDA in seiner „ursprünglichen Form“ wieder. Nach einigen Namensumbenennungen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte beschloss die Mitgliederversammlung 1998 den jetzigen Vereinsnamen.

 „Der Verein leistet einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der Beziehungen auf kulturellem und teilweise auch wirtschaftlichen Gebiet“, stellte der stellvertretende Bundes- und zugleich Landesvorsitzende Bayerns, Maisachs Altbürgermeister Gerhard Landgraf, heraus.  

 „Wir Maisacher stellen eine kleine Hochburg dar“, meinte Landgraf nicht ohne Stolz, betont aber ausdrücklich, dass der VDA keine parteipolitischen Ziele verfolgt. Seit 1980 ist Landgraf im Verein aktiv und baute Kontakte zu Landsleuten im Ausland kontinuierlich auf, organisierte Reisen in die unterschiedlichsten Länder sowie Gegenbesuche. Als einer von 15 Landesverbänden richtet der Landesverband Bayern seine Aktivitäten vornehmlich auf die in Brasilien, Namibia, Dänemark, Schlesien und in Siebenbürgen lebenden Deutschen aus. „Aber wir waren auch schon drei Mal in Australien“, geriet Landgraf ins Schwärmen, wenn er von den Reisen in den fünften Kontinent berichtete. 1983, 88 und 99 war man mit den Maisacher-, Egenhofener- und der Luitpold-Blaskapellen nach Sydney, Canberra, Melbourne sowie ins deutsche Weinbaugebiet und nach Perth gereist. Auch Blumenau, eine 200.000 Einwohner große Stadt in Brasilien mit ca. 60.000 Deutschen besuchte man dreimal. „Da sieht es aus wie im Schwarzwald“, schilderte Landgraf. Die „Blumenauer“ waren auch schon zweimal zum Gegenbesuch da. 

Die bei  der Steuben-Parade mitmarschierte Kapelle aus Germerswang.  

Starke Eindrücke brachten die 60 VDA-Besucher aus der Mongolei mit, berichtete Landgraf vom „Naadam-Fest“. Durch die Beziehungen mit der ehemaligen DDR können viele noch deutsch sprechen. Unvergesslich werde auch die 24-stündige Reise im Jahre 1992 mit der Transsibirischen Eisenbahn durch die Taiga, der Besuch von Alma Ata und Omsk bleiben. Dreimal, 2000, 2005 und 2011 reiste man mit 150 Personen jeweils für acht Tage nach New York, besuchte Washington und die Niagara-Fälle und nahm mit drei Kapellen an der berühmten Steuben-Parade teil. „Es sind viele Freundschaften im Laufe dieser Reisen entstanden“, erzählte Landgraf, „und die Menschen pflegen diese Verbindungen über Jahre weiter.“ Im Mai 2014 bricht der Verein zu einer Reise nach Schlesien auf. Seit über 40 Jahren führt der VDA zur Kontaktvertiefung und zur Vermittlung eines wirklichkeitsnahen Deutschlandbildes auch einen internationalen Jugendaustausch mit Partnerorganisationen durch. 

Aktuell suchte Landgraf Gastfamilien für die Unterbringung von Austauschschülern aus Chile, Brasilien, Kolumbien und Namibia. Dabei handelt es sich um 14- bis 17-jährige Jugendliche, die in ihrem Herkunftsland deutsche Schulen besuchen und Deutsch als Fremdsprache lernen. 400 Schüler waren bundesweit für zwei Monate seit dem 14. Dezember unterzubringen, berichtete Landgraf. „Zwei Familien im Dachauer Hinterland haben jeweils einen Austauschschüler aufgenommen. Im Brucker Landkreis leider niemand“, zeigte sich Landgraf enttäuscht von dem schwachen Echo, womit sich wieder die geringe Wahrnehmung des VDA in der Öffentlichkeit zu bestätigen scheint. 

Dieter Metzler 

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