Preisentwicklung, Fachkräftemangel und Zusammenhalt

Verdrossenheit bei der Bau-Innung

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Haben trotz der Preisentwicklung und dem Fachkräftemangel noch immer etwas zu lachen: Die Mitglieder der Bau-Innung

Die Auftragslage in der Baubranche ist gut, sagte der Obermeister der Brucker Bauinnung, Thomas Vilgertshofer, bei der Jahreshauptversammlung im Restaurant Mythos. Wenn er an die Prämie aber denke, die jeder BMW-Beschäftige für das vergangene Jahr erhalten habe, „dann schluckt allerdings bei uns jeder“, sagte Vilgertshofer.

Germering - Die Preisentwicklung im Baugewerbe werde dagegen von vielen Faktoren, wie dem Konkurrenzkampf, der Lohnentwicklung, der Bundestraßen-Maut, beeinflusst. Ärgerlich sei auch, dass sich Aufträge immer wieder verschieben. Und ein ganz schwieriges Thema seien die langen Behördengenehmigungen. 

Einstimmig für die Beitragsanpassung

Nach einer Gedenkminute an die verstorbene Geschäftsführerin Jutta Sellin informierte Vilgertshofer die Mitglieder über die dadurch veränderte Geschäftsführung. Bis zu einer Nachbesetzung führt Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer ganz offiziell als Büroleiter die Geschäfte weiter. Er ist vorübergehend Ansprechpartner für die Innungsmitglieder. Einstimmig stimmten die Mitglieder einer Beitragsanpassung zu, die aufgrund der Erhöhung durch die Abgabe an den Landesverband und die Änderungen in der Geschäftsführung der Innung und Kreishandwerkerschaft erforderlich wurden. 

Nur noch 25 Prozent bilden aus

Dagegen wurde die Sonderumlage an die ARGE nach zweimaligen Überschuss für heuer ausgesetzt. Aufgrund einiger Beanstandungen musste die Innung ihre alte Satzung auf den neuesten Stand bringen. Nur noch 25 Prozent bilden aus, beklagte Kreishandwerksmeister Harald Volkwein die zunehmende Verdrossenheit bei den Betrieben. Viele der ausgebildeten Fachkräfte würden dem Handwerk den Rücken kehren und sich als Hausmeister an Schulen oder bei der Polizei, Bundeswehr und den Gemeinden verdingen. „Wir lassen uns wertvoll ausgebildete Fachkräfte kampflos wegnehmen“, klagte Volkwein. Das Problem des Fachkräftemangels löse man auch nicht, wenn man die Fachkräfte aus dem östlichen Ausland requiriere. „Das kann für eine funktionierende EU nicht der richtige Weg sein.“ Er betrachte die Innung nicht als einen Mitgliedsbetrieb, sondern als einen Verein, wo Freunde zusammenkommen, die sich auch notfalls gegenseitig helfen, appellierte Vilgertshofer an den Fortbestand der Berufsvertretung, nachdem bei einem Treffen der Obermeister und Stellvertreter die Diskussion entbrannte: Wofür brauchen wir eine Kreishandwerkerschaft? „Wir haben ein Handwerk, wir haben eine Tradition, wir müssen zusammenhalten“, bekräftigte Vilgertshofer die Solidarität zu der Berufsvertretung. 

Sinn und Zweck der Kreishandwerkerschaft

„Ohne Innungen und Kreishandwerkerschaft wäre der Verlust für das Handwerk riesengroß“, so Höfelsauer. Volkwein erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Workshop Anfang Mai über Sinn und Zweck von Kreishandwerkerschaft und Innung. Vor der Eröffnung der Versammlung überreichte Vilgertshofer den beiden Fliesenlegern Thomas Kastner und Vincenzo Torre aus Puchheim die Gesellenbriefe.

red

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