Solidarität mit Brasilien

Verein Campo Limpo: Aufruf für Corona-Hilfsaktion in Brasilien

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In Brasilien werden Hilfspakete verteilt.

Puchheim – „Die Corona-Pandemie hat Brasilien voll getroffen unter einer völlig unfähigen Regierung“, schreibt der Verein Campo Limpo.

Der Puchheimer Verein erhalte eindrückliche Berichte von seinen zahlreichen Partnerorganisationen. Die Situation in den bedrängten Wohnverhältnissen der Favelas sei besonders bedrohlich. Die Zahl der Infizierten in den Großstädten steigt dabei in erschreckender Weise.

Kein Gehalt, mehr Gewalt

Ländliche Gebiete im Nordosten, wo der Verein vornehmlich die regionale ökologische Landwirtschaft fördert, waren bislang weniger betroffen. Selbst dort mehren sich die Ängste und Konflikte. Die Dorfgemeinden haben Verwandte in São Paulo und die wollen jetzt zurück aufs Dorf und bringen unter Umständen das Virus mit. Auswärtige Unternehmen dringen in Bezirke südlich von Juazeiro im Bundesstaat Bahia ein, bestärkt durch ein Dekret des Präsidenten , um die Agroindustrie und den Erzabbau auszuweiten. Die alteingesessene Bevölkerung wird dadurch gefährdet ebenso wie indigene Völker in Amazonien bei zunehmender unkontrollierter Abholzung des Regenwalds. Für die Bewohner in den ärmeren Vierteln der Großstädte ist die Krise existenziell, denn sie haben nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs. Seitdem die Geschäfte geschlossen sind, ist überhaupt kein Einkommen mehr da. Die Gewalt nimmt zu. Es droht eine Hungerkatastrophe. Deshalb hat sich Campo Limpo entschlossen, die inzwischen von zahlreichen Organisationen gestartete Aktion „Cesta Básica“ zu unterstützen. An bedürftige Familien werden Lebensmittel- und Hygienepakete verteilt. Eine Ordensschwester berichtet aus Recife, dass einheimische Firmen und Einzelpersonen bereits spenden. Das reicht jedoch bei weitem nicht aus. Das Stadtviertel Novos Alagados am Stadtrand von Salvador ist völlig abgeriegelt. Die dort von Campo Limpo seit Jahrzehnten mit aufgebauten und geförderten Kindertagesstätten und Vorschulen mussten schließen. Dort läuft bereits eine beispielhafte Hilfskampagne der Brasilien-Cooperative Haltern an. 

20 Euro für 4-köpfige Familie

20 Euro etwa reichen aus, um eine vierköpfige Familie eine Woche lang zu versorgen. Der Einkauf und die Verteilung der Pakete erfolgt in mehreren Teams, die die Menschen auch über die Ansteckungswege und notwendige Hygiene-Maßnahmen informieren. Ein ähnliches Hilfsersuchen kommt von einem Team aus Duque de Caxias unweit von Rio de Janeiro. Die Freiburger Brasilieninitiative ruft zur Unterstützung der Wohnungslosenbewegung MTST in São Paulo auf. Die laufende Unterstützung von Bildungseinrichtungen und Sozialstationen bei 16 Partnerorganisationen hat Campo Limpo gemäß des genehmigten Haushaltsplans bereits zugesagt. 

Spendenkonto

Um das akute Überleben von Ärmsten über bekannte und vertrauenswürdige Organisationen vor Ort zu sichern, bittet der Verein deshalb um zusätzliche Spenden unter dem Stichwort „Nothilfe“ auf sein Konto: IBAN DE34 7005 3070 0003 5892 98.

Falls eine Spendenquittung erwünscht, wird gebeten die Adresse anzugeben.

red

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