Ein ganz besonderer Aus-Flug

Kinder mit Handicap steigen mit Proluftfahrt in die Höhe

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Graue Wolken bedecken den Himmel und dicke Regentropfen benetzen die Start- und Landebahn des Flugplatzes in Jesenwang. Gut geschützt im Restaurant „Fly In“ nippen die Kinder des heilpädagogischen Heims „Die Wiege“ an ihren Getränken. Währenddessen erläutern die Organisatoren der Veranstaltung „Fliegen für Menschen mit Handicap“ den vorläufigen Plan B, da das Wetter erst einmal keine Ausflüge mit den Flugzeugen erlaubt. 

Jesenwang - „Wir warten jetzt einmal ab, wie sich das Wetter entwickelt und bis dahin zeigen wir euch den Tower, die Flugzeuge in unseren Hallen und dann darf jeder mal in ein Cockpit,“ erklärt Heinz Bassner, Mitglied des Vereins Pro Luftfahrt. Daraufhin bricht Jubel aus, es wird sich eilig in Gruppen aufgeteilt und das schlechte Wetter ist schon fast vergessen.

Seit 15 Jahren werden Einrichtungen ausgewählt

Seit ungefähr 15 Jahren organisiert der Verein gemeinsam mit den Flugplatzbetreibern, der Familie Walch, diese Veranstaltung. Dafür wählen die Organisatoren jedes Jahr eine andere Einrichtung aus, die den Flugplatz besuchen darf. Außerdem können sich die Teilnehmer auf einen unvergesslichen Flug freuen. Über den Wolken zu schweben ist natürlich aufregend und so manchen zittern dann schon einmal die Knie. „Viele sind angespannt, aber sobald sie in der Luft sind, fangen sie oft an zu jubeln und verlieren die Angst,“ erzählt Bassner. Nun geht es aber erst einmal nicht in die Lüfte. Trotzdem ist die Stimmung ausgelassen als die Kinder und ihre Betreuer durch die Hallen voller Flugzeuge streifen. Doch dann leuchten auf einmal Sonnenstrahlen durch die Fenster. 

Anschnallen und Kopfhörer auf

Schnell begeben sich alle nach draußen und plötzlich heißt es: „Es geht los!“ Der Regen hat aufgehört, die Sonne wagt sich durch die Wolken und das Lächeln der Kinder wird größer, als klar wird, es wird geflogen. Einer nach dem anderen traut sich in das Cockpit der beiden Cessnas. Schließlich sind auch Sarah und ihre Schwester Sophie an der Reihe. Hand in Hand nähern sie sich gemeinsam mit ihrer Mama der Maschine. Vorsichtig heben die Vereinsmitglieder die Mädchen in das Kleinflugzeug, schnallen sie an und setzen ihnen die etwas zu großen Kopfhörer auf. Dabei schwankt der Gesichtsausdruck der beiden zwischen Ungläubigkeit und purer Freude. Dann geht es auch schon los, die Türen werden geschlossen und der Motor wird gestartet. Erwartungsvoll beobachten die übrigen Teilnehmer das davonfliegende Gefährt. 

Ammersee und Starnberger See aus der Vogelperspektive

Nachdem die beiden Mädchen gemeinsam mit ihrem Piloten den Ammersee umkreist haben und einen Blick auf den Starnberger See erhaschen konnten, wird gewendet. Nach einer sanften Landung öffnen sich die Türen wieder. Mit roten Wangen und einem riesengroßen Lächeln werden die Schwestern aus dem Flugzeug gehoben. „Wir haben den Ammersee gesehen und es hat nur ganz wenig gewackelt,“ erklären Sarah und Sophie aufgeregt. 

Entspannen bei Schnitzel und Limonade

Am Ende finden sich alle Flugbegeisterten wieder im Inneren des Restaurants zusammen, um bei Schnitzel und Limonade das Erlebte Revue passieren zu lassen. Während die Kinder ihre Pommes verschlingen, lässt die Nervosität allmählich nach. „Seit einer Woche sind alle schon aufgeregt und fragen, wann es endlich losgeht. Viele konnten vor Aufregung kaum schlafen,“ erzählt die Heilpädagogin und Betreuerin Stephanie Böck. Nun hat sich die Aufregung aber in große Freude verwandelt. „Ich bin dankbar für diese Möglichkeit. Damit ermöglicht der Verein unseren Kindern etwas ganz Neues zu erleben,“ sagt Böck. 

Julia Huß

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