Verleihung des Handwerkerpreises beim 9. Wirtschaftsempfang der Großen Kreisstadt FFB

Die Preisträger des ersten Brucker Handwerkerpreises (von links): 1. Platz. Andreas Moser, 2. Platz: Alexander Pätzold, 3. Platz Cornelia Bosch. Im Hintergrund: Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer und OB Sepp Kellerer. Alle Fotos: Dieter Metzler

Der heuer erstmals ausgelobte Brucker Handwerkerpreis stand beim diesjährigen 9. Wirtschaftsempfang der Großen Kreisstadt im Mittelpunkt des Meetings der Vertreter aus Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe sowie Politikern und Mandatsträgern des öffentlichen Lebens. Knapp 200 Gäste nutzten auch diesmal die Einladung des Brucker Oberbürgermeisters Sepp Kellerer zur Kontaktpflege und zum Meinungsaustausch. Als Gast referierte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Bertram Brossardt, über das Thema „Perspektive Standort Bayern“. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Stadtkapelle Fürstenfeldbruck.

Mit der Wirtschaft gehe es dank des Mittelstands wieder aufwärts, sagte der Brucker Rathauschef bei seiner Begrüßungsansprache. Er hoffe nur, dass durch die Katastrophe in Japan jetzt nicht wieder ein Einbruch erfolge. Erstmals seit dem vergangenen Jahr habe die Kreisstadt mehr Ein- als Auspendler zu verzeichnen. Auch die Ansiedlung von Firmen und damit die Schaffung weiterer Arbeitsplätze schreiten voran. Er hoffe nicht, so Kellerer, dass die Gewerbesteuer abgeschafft werde. Die bringe der Kreisstadt ca. 15 bis 18 Millionen Euro, so Kellerer, auf die die Stadt nicht verzichten könne. Ein anderes Phänomen stelle der große Fachkräftemangel dar. Über umfassende Betreuungsangebote soll es gelingen, mehr Schülern einen guten Abschluss zu ermöglichen. Als Beispiel erfolgreicher Unternehmen stellte Kellerer die Auszeichnungen der ESG – Elektroniksystem- und Logistik GmbH heraus, das 2010 einen Spitzenplatz unter den „Top 100“ in Deutschland belegte, das Schmuckgeschäft von Gerda Schön, das als „1a-Juwelier“ ausgezeichnet wurde, den Schreinerbetrieb Lignum Arts von Tobias Jung und Denis Dorstmann, die ein „Möbel des Jahres 2010“ kreierten, sowie das Ehepaar Musmann vom Autohaus A.u.F., das mit dem Existenzgründerpreis der Sparkasse 2010 ausgezeichnet wurde. Man könne keine Politik machen, die 80 Prozent der Bevölkerung ablehne, meinte Kellerer zu den aktuellen Laufzeiten der Atomkraftwerke (AKW). Die Stadt und die Stadtwerke versuchen seit Jahren, das Angebot an erneuerbaren Energien zu vermehren. Derzeit werde der Energienutzungsplan im Stadtrat beraten. „Wir brauchen dringend Verbesserungen bei der S4-Linie“, wandte sich Kellerer eingangs seiner Begrüßung an die anwesende neue CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sowie an den ersten Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet (CSU) und die Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner (SPD). Bevor Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer mit OB Kellerer die ersten Preisträger des neu ausgelobten Brucker Handwerkerpreises kürte, stellte er die Bedeutung des Handwerks in der Region heraus. Im Landkreis erwirtschaften 3368 Betriebe mit 11.800 Beschäftigten einen Umsatz von 1,275 Milliarden Euro. „Das Handwerk leistet so einen großen Beitrag zum bürgerlichen Wohlstand und zum sozialen Frieden“, so Höfelsauer. Das Thema der ersten Auslobung lautete: Erhalt und Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise haben diese Betriebe überzeugt, so Höfelsauer. Mit dem ersten Preis wurde der Elektrotechnik-Fachbetrieb von Andreas Moser ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte die Firma APT Alexander Pätzold und das Brillengeschäft Winkler von Cornelia Bosch kam auf den dritten Rang. Die Preisträger erhielten ein gestaffeltes Preisgeld, gesponsert von der Sparkasse und der Volks- und Raiffeisenbank, in Höhe von 500, 300 und 200 Euro sowie eine Urkunde. Auf dem Weg zur regenerativen Energie komme man ohne die Kernenergie als Brückenenergie nicht aus, meinte eingangs seines Vortrags Gastredner Brossardt, der im Übrigen ebenfalls die Sicherung des Bedarfs an Fachkräften als große Herausforderung für die bayerische Wirtschaft herausstellte. Beitragen könne seiner Ansicht nach dazu eine bessere Qualifizierung von Arbeitslosen, eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung insbesondere von Frauen, eine Ausweitung der Lebensarbeitszeit, eine Bildungsoffensive auf allen Ebenen und eine gezielte Zuwanderung von ausländischen Fachkräften. Der Landkreis Fürstenfeldbruck liege mit 16,2 Prozent Industriebesatz deutlich unter dem Landesdurchschnitt, führte Brossardt zur regionalen Situation aus und meinte, Stadt und Landkreis besitzen im Bereich des Mittelstands durchaus noch Entwicklungspotential.

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