Vermüllte Amperauen

Seit dem Lockdown nimmt der Abfall in der Natur zu – ein Appell

Parkbank im Grünen, unter der Müll und leere Dosen rumliegen.
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Vor allem Jugendliche nähmen es laut dem Olchinger Rolf Marthaler mit dem Müllentsorgen nicht so genau.
  • vonMaximilian Geiger
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Olching – Im Lockdown lässt sich außer dem täglichen Spaziergang kaum etwas unternehmen, weshalb die Massen vor allem bei schönem Wetter ihre Abwechslung in der Natur suchen – in Olching ist das vorzugsweise in den idyllischen Amperauen. Doch mehr Menschen bedeutet auch mehr Müll – so sieht es jedenfalls der Olchinger Rolf Marthaler, der sich mit seinen Beobachtungen an die Stadt Olching wandte.

„Dadurch, dass jetzt mehr Menschen nach draußen streben, ergibt sich zwangsläufig, dass mehr Schmutz und Dreck produziert wird“, sagt Marthaler, der ebenfalls gerne in den Amperauen spazieren geht. Die vielen achtlos weggeworfenen Flaschen, Dosen, Verpackungspapiere und Folien sind ihm ein Dorn im Auge. „Ganze Horden von Jugendlichen sitzen auf den gefällten Bäumen zwischen Bahndamm und Amperkanal und haben Getränke dabei. Der Unrat wird irgendwo in die Büsche oder untere die Bänke geworfen“, schildert er seine Beobachtungen. Deshalb wandte er sich bereits bei der Bürgersprechstunde an Michael Kirchner. Der Grünen-Stadtrat ist Läufer und dadurch selbst oft in den Amperauen unterwegs. „Auch ich nehme das so wahr, dass seit kurzem mehr Müll in der Natur liegt“, bestätigt er und möchte die Bürger für das Thema sensibilisiert wissen. „Die Amperauen sind ein Naturschutzgebiet“, erzählt Kirchner und appelliert an Spaziergänger und Jugendliche, ihren Müll wieder mitzunehmen.

Marthaler ist sich sicher: „Wenn an Schlüsselstellen und an jeder Bank ein Müllbehälter platziert werden würde, dann gibt es eher Menschen, die ihren Unrat in diese Behälter werfen.“ Als zweite Notwendigkeit sieht er, dass diese Behälter auch wöchentlich geleert werden.

Müll wird achtlos und scheinbar spontan frei in die Umgebung entsorgt

Das Amt für Bauen und Stadtentwicklung/Grünplanung und Umweltschutz in Olching nahm zur Kritik Marthalers ebenso Stellung: „Die Problematik hierbei ist, dass die meisten Wege beziehungsweise Trampelpfade in den Amperauen von den Entsorgungsfahrzeugen des Bauhofes nicht angefahren werden können“. Thomas Neubert vom zuständigen Amt sieht das Problem aber sowieso woanders: „Wir sehen darin eher ein gesellschaftliches Problem, das nicht mit mehr aufgestellten Mülleimern zu lösen ist.“ Denn auch im Stadtgebiet, wo der nächste Abfallbehälter nicht weit ist, stelle die Stadt fest, dass Müll achtlos und scheinbar spontan frei in die Umgebung entsorgt wird. Neubert versichert dennoch: „Wir werden insbesondere an den Zugangsbereichen und an ausgebauten Wegen des Auwaldes prüfen, ob zusätzliche Behälter dort möglich sind.“

Thomas Neubert sieht zudem ein weiteres Problem: „Leider beobachten wir bei vielen Hundebesitzern häufig, dass diese ihre Hunde frei im Auwald laufen lassen. Neben der dadurch gegebenen Störung des noch vorhanden Wildtierbestands erfolgt hierbei eine zusätzliche Überdüngung durch Hundekot, da die meisten dieser Hundebesitzer diese Ausscheidungen nicht entfernen.“ Auch Stadtrat Kirchner vermutet ein starkes Anwachsen der Hundepopulation während der Corona-Pandemie. Die Stadt Olching kann dies allerdings mit ihrer Statistik nur bedingt bestätigen: „Die Zahl der angemeldete Hunde in Olching steigt tatsächlich, wenn auch nicht stark, sondern eher kontinuierlich von Jahr zu Jahr.“ 2010 waren bei der Stadt 969 Hunde angemeldet, 2020 waren es 1.200. Der Anstieg von 2019 zum Corona-Jahr 2020 lag bei 47 Hunden. Ob dieser Anstieg coronabedingt erfolgt, „können wir natürlich nicht genau sagen“, heißt es von Olchings Pressesprecherin Martina Sohn. Aufgrund des stetigen Anstiegs, habe man im gesamten Olchinger Stadtgebiet mittlerweile 25 Hundebeutelstationen installiert. Diese müssten nur auch benutzt werden.

Kohr

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