Insektenfreundlicher Garten

LBV verrät fünf Tipps, um Wildbienen im Garten ein Zuhause zu geben

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Eine Steinhummel an blauem Ysop.

Landkreis - Sie heißen Graue Sandbiene, Gehörnte Mauerbiene oder Wald-Schenkelbiene – mehr als 560 Wildbienenarten gibt es in Deutschland. Sie sind keineswegs immer so groß und auffällig wie die Honigbiene. Allerdings sind Wildbienen besonders fleißige Bestäuber und entsprechend wichtig für eine lebendige Natur. Gleichzeitig sind Wildbienen bei uns stark gefährdet, da die Einzelkämpfer oft auf bestimmte heimische Pflanzen spezialisiert sind. Man muss jedoch kein Insektenexperte sein, um die kleinen Bestäuber vor der eigenen Haustür zu unterstützen.

Für den LBV Fürstenfeldbruck hat Franziska Fröhlich fünf einfache Tipps aus ihrer eigenen Erfahrung zusammengestellt, mit denen sich Wildbienen ohne großen Aufwand in den eigenen Garten locken lassen. Die Hobbyfotografin beschäftigt sich seit etwa zwei Jahren intensiver mit den vielfältigen Insekten. Mit der Ausstellung „Germeringer Wildbienen“ im vergangenen Jahr hat sie ihre Faszination in Fotos einem breiteren Publikum nahegebracht. 

Hier fünf Tipps für Wildbienen im eigenen Garten: 

1. Einzelne Blühpflanzen in den Rasen setzen 

Eine Blühwiese richtig anzulegen ist ein gutes Stück Arbeit, bei der die Grasnarbe abgetragen und der Boden mit Sand ausgemagert wird. Weitaus weniger aufwendig ist es, einzelne Blühpflanzen als kleine Akzente in den Rasen zu setzen und dort verwildern zu lassen. Für die frühen Mauerbienen, Sandbienen und Hummelköniginnen eignen sich beispielsweise Frühblüher wie Krokusse, sibirische Blausternchen und Traubenhyazinthen, die im Herbst als Zwiebeln eingepflanzt werden. Johanniskraut, Taubenkropf-Leimkraut oder Hornklee erfreuen dann später im Jahr als Farbtupfer im Grün. Für ein optimales Wildbienen-Nahrungsangebot sollte der Rasen an diesen Stellen nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Das macht gleichzeitig weniger Arbeit im Garten.

 2. Eine hängende Kätzchenweide pflanzen

 Die Kätzchenweide ist eine wichtige Futterpflanze für Wildbienen. Die kleine Variante „Salix caprea var. Pendula/Kilmarnock“ dieser in Mitteleuropa heimischen Weide ist auf einen Stamm von einem bis eineinhalb Meter veredelt. Dadurch passt sie auch in kleine Gärten. Beim Einpflanzen sollte der Boden der Pflanzstelle gut gelockert sein. Wer nach dem Einpflanzen noch einen kreisförmigen Wall aus lockerer Erde mit etwas Abstand um den Stamm formt, erhält nicht nur einen Gießring, der das Wasser am Bäumchen hält. Die Graue Sandbiene kann dort gleich ihre Bodennester anlegen. 

3. An hummelfreundliche Pflanzen denken 

Hummeln gehören ebenfalls zu den Wildbienen. Besonders viele dieser fliegenden „Teddybären“ lassen sich am Ehrenpreis (zum Beispiel Veronica spicata für trockene Standorte) und Blauen Ysop beobachten. Mit jeweils zwei bis drei Pflanzen an einem sonnigen Standort finden sich immer Hummeln im Garten. 

4. Einfach mal wachsen lassen 

Eigentlich gibt es kein Unkraut, sondern nur Wildkräuter – und viele Wildbienen brauchen sie als Nahrungsquelle. Deshalb gilt: Nicht jedes Wildkraut gleich ausreißen, sondern erst einmal beobachten, was da wächst. So ziehen Dost, Ruprechtskraut, Königskerze und viele mehr von allein in den Garten ein und locken zahlreiche Wildbienen an. Gekaufte Kräuter für das Kräuterbeet sollten Gärtner auch blühen lassen. Besonders beliebt bei den kleinen Bestäubern sind zum Beispiel Schnittlauch oder Gewürzsalbei. 

5. Mut zu „kahlen“ Stellen

75 Prozent aller Wildbienenarten nisten im Boden. Sie brauchen deshalb sonnige, spärlich bewachsene bis kahle Flecken, um ihre Nester im Garten bauen zu können. Ist ein Bereich nicht bewachsen, diesen auf keinen Fall mit Rindenmulch oder Kies abdecken – dann hat auch der Wildbienennachwuchs eine gute Kinderstube.„Findet man manche Wildstaude mal nicht in der Staudengärtnerei, lässt sich das entsprechende Saatgut online beziehen. Wer Spaß daran hat, kann die Pflanzen dann in Pflanztöpfchen auf dem Fensterbrett selbst ziehen. Insbesondere Wegwarte, Johanniskraut und Wilde Karde keimen sehr einfach“, ergänzt Franziska Fröhlich. 

Weitere Informationen zu Bienen

Weitere Empfehlungen für wildbienenfreundliche Pflanzen und ihre Ansprüche gibt der Wildbienenpflanzenfinder auf www.wildbienenwelt.de. Wer sich noch genauer zu Wildbienen informieren will, ist auf den Seiten www.wildbienen.de oder www.wildbienen.info gut aufgehoben.

red

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