30 Quadratmeter Ärger

Versetzen einer Trafostation geht nach hitziger Debatte in die zweite Runde

30 Quadratmeter Ärger: Das Trafohäuschen an der Julie-Mayr-Straße steht einer Wohnbebauung im Weg und muss verlegt werden.
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30 Quadratmeter Ärger: Das Trafohäuschen an der Julie-Mayr-Straße steht einer Wohnbebauung im Weg und muss verlegt werden.

Fürstenfeldbruck – Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) räumt zwar eine fehlerhafte Informationspolitik ein, bleibt aber dabei, dass der von der Verwaltung vorgeschlagene Standort für das neue Trafohäuschen der geeignetste sei. Trotzdem beschließt der Stadtrat nach einer hitzigen und teils lautstarken Debatte, das Vorhaben für weitere Beratungen wieder an den Planungs- und Bauausschuss zu verweisen.

Wie man die simple Verlegung eines 30 Quadratmeter großen Trafohäuschens besser nicht angeht, wurde auf der jüngsten Sitzung des Brucker Stadtrats eindrucksvoll dargelegt. Dass besagte Trafostation einer geplanten Wohnbebauung im Weg steht, ist bereits seit zwei Jahren klar. 2019 beschloss der Stadtrat, auf dem städtischen Grundstück Sozialwohnungen zu errichten. Seit aber bekannt wurde, diese auf den Pausenhof der Schule an der Philipp-Weiß-Straße zu versetzen, ist die Aufregung groß.

Elternvertreter und Rektorin Isabel Martins ärgerten sich darüber, in die Planungen nicht miteinbezogen worden zu sein. Ein Baum wurde bereits auch schon gefällt und es entbrannte ein Sturm der Entrüstung. Der Elternbeirat ging auf die Barrikaden, die Schulleitung organisierte Proteste. Ein gemeinsames Gespräch mit dem Oberbürgermeister, an dem neben der Schulleitung und Vertretern des Elternbeirats auch drei Lehrer teilnahmen, verlief ergebnislos. Schließlich forderten SPD, BBV, Linke, Die Partei und ÖDP in einem gemeinsam gestellten Eilantrag, das Thema wieder auf die Tagesordnung des Planungs- und Bauausschusses zu setzen. Dem stimmte nun der Stadtrat mit überwältigender Mehrheit gegen die Stimmen von Raff und Franz Höfelsauer (CSU) zu.

Raff räumt fehlerhafte Informationspolitik ein

„Es tut uns leid, erst Ende April den Elternbeirat informiert zu haben. Dies war ein Fehler und hätte schon im Januar oder Februar erfolgen können“, räumte Raff eingangs der Debatte ein, beharrte aber darauf, dass alles andere nicht zu bemängeln sei. Es sei die kostengünstigste Variante und die benötigten 30 Quadratmeter würden bei 4.500 Quadratmetern Pausenfläche nicht weiter ins Gewicht fallen. Zudem sei zu befürchten, dass die Station an einem anderen Standort späteren Planungen wieder im Weg stehen könnte.

„Eine Trafostation hat auf dem Schulgelände nichts verloren“, konterte BBV-Sprecher und Planungsreferent Christian Götz. Auch Markus Droth (Freie Wähler) forderte, „zwei, drei Alternativstandorte“ aufzuzeigen. Für Andreas Rothenberger (BBV) offenbart der Vorgang gar „Kernprobleme der Verwaltung und Stadtspitze.“ Es würde „minimalst kommuniziert und nach Gutsherrenart agiert.“ Zumindest die zuständigen Referenten hätten miteinbezogen werden müssen. Die Art und Weise zeuge von einem „schlechten Stil, der angeprangert werden muss.“

„So könne man sich auch Wutbürger heranziehen“, zeigte sich selbst CSU-Fraktionschef Andreas Lohde verärgert. „Es ist wichtig vonseiten der Amtsleiter, solche Eskalationsfallen zu vermeiden“, nahm Lohde die Verwaltung in die Pflicht. „Es wurde viel Porzellan zerschlagen“, konstatierte Willi Dräxler (BBV) und Adrian Best (Linke) hält den Standort mittlerweile für „verbrannt. Damit wird niemand mehr glücklich.“

Peter Fischer

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