Verteidigungsminister zu Guttenberg besuchte das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe in Fursty

Während seines Aufenthaltes am 30. Juli wurde der Bundesminister vom Generalarzt der Luftwaffe, Generalarzt Dr. Jörg Binnewies, begleitet. Minister zu Guttenberg verschaffte sich einen Eindruck über die Aufgaben und Einrichtungen des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck.

Neben der Begutachtung der körperlichen Fitness und Gesundheit von Luftfahrzeugbesatzungen der Bundeswehr, die einmal jährlich überprüft wird, ist die Auswahl und Eignungsfeststellung von Bewerbern für den fliegerischen Dienst eine wesentliche Leistung des Instituts. Die physischen Anforderungen an Piloten entsprechen hinsichtlich mancher Parameter denen von Leistungssportlern, variieren jedoch je nach Waffensystem. Eine sorgfältige flugmedizinische und flugpsychologische Auswahl ist daher zwingend notwendig, um Bewerber den entsprechenden Waffensystemen zuordnen zu können. Auf dem Besuchsprogramm stand auf besonderen Wunsch des Ministers zudem eine Einweisung in die verschiedenen Untersuchungen, die Anwärter für den fliegerischen Dienst zu absolvieren haben. „Ich möchte mir auch einen ganz persönlichen Eindruck von den körperlichen Anforderungen verschaffen, die unser fliegerisches Personal erfüllen muss“, betonte Minister zu Guttenberg. Aus diesem Grund absolvierte er selber verschiedene Gesundheitstests, unter anderem auch ein Belastungs-EKG. Gespräche mit den Soldaten und zivilen Mitarbeitern des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe rundeten den Besuch des Bundesverteidigungsministers auf dem Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck ab. Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe (FlMedInstLw) ist die zentrale flugmedizinische Einrichtung der Bundeswehr und beschäftigt unter der Leitung von Oberstarzt Dr. Wolfgang Krause 108 zivile sowie 110 militärische Mitarbeiter. Der Auftrag besteht in der Auswahl, Untersuchung und flugphysiologischen Ausbildung von Luftfahrzeugbesatzungen der Bundeswehr. Flugunfalluntersuchungen, Ergonomie, Flugpsychologie und wissenschaftliche Bearbeitung flugmedizinischer Problemkreise vervollständigen das Aufgabenspektrum. Die Abteilung Forschung, Wissenschaft und Lehre, Luft- und Raumfahrtmedizin ist im wissenschaftlichen Bereich für die Koordination der im FlMedInstLw laufenden Forschungsprojekte verantwortlich und ist darüber hinaus Ansprechpartner für alle an flugmedizinischer Forschung Interessierten. Die Abteilung Klinische Flugmedizin ist die größte Abteilung des FlMedInstLw. Sie ist mit den acht Fachgruppen Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie, Augenheilkunde, HNO, Zahnheilkunde, diagnostische Radiologie und Zentrallabor ein interdisziplinär arbeitendes poliklinisches diagnostisches Zentrum. Ihr Aufgabenbereich erstreckt sich auf die Untersuchung und Begutachtung aller Anwärter, Piloten und Waffensystemoffiziere des fliegerischen Dienstes. Sie ist zudem eines von fünf anerkannten Aeromedical Centers (AMC) im Auftrag des Luftfahrtbundesamtes. Die Abteilung Rechtsmedizin und Flugunfallmedizin führt die flugunfallmedizinischen Untersuchungen bei allen militärischen und im Rahmen der Amtshilfe bzw. auf Anforderung auch bei zivilen Flugunfällen durch. Die Abteilung Flugpsychologie ist die psychologische Untersuchungsstelle für das fliegende und Flugsicherungspersonal sowie für das Personal des Einsatzführungsdienstes. Sie führt zudem die flugpsychologische Auswahl und Eignungsfeststellung von Bewerbern des fliegerischen Dienstes durch. Die Abteilung Ergonomie in Manching bearbeitet alle ergonomischen Fragestellungen bei fliegendem Gerät in enger Zusammenarbeit mit der Wehrtechnischen Dienststelle 61. Die Abteilung Flugphysiologie in Königsbrück ist die einzige Dienststelle der Luftwaffe im Freistaat Sachsen. Hier werden Flugzeugbesatzungen, Höhenfallschirmspringer, Fliegerärzte und Flugmedizinische Assistenten theoretisch und praktisch aufgabenspezifisch in Flugphysiologie ausgebildet. Für die Ausbildung stehen moderne Simulationsanlagen wie eine Humanzentrifuge und eine Höhen-Klima-Simulationsanlage zur Verfügung. Rund 3.000 Erst- und Nachbegutachtungen werden im Jahresdurchschnitt im FlMedInstLw durchgeführt. Darüber hinaus werden jährlich mehr als 1.000 junge Frauen und Männer durch das FlMedInstLw hinsichtlich Auswahl und Eignung für eine Verwendung im fliegerischen Dienst der Bundeswehr geprüft.

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