Verwaltung soll Vor- und Nachteile der Sportstättenförderung durch den Freistaat prüfen

Stadtrat will Fördermittel auf Prüfstand stellen

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Die Fördermittel des Freistaates für den vereinseigenen Sportstättenbau sind mit Auflagen verbunden.

Öffentliche Zuschüsse beim Bau von Sportanlagen sind mit Auflagen verbunden und erfordern einen hohen bürokratischen Aufwand. Die Stadt will nun künftig prüfen, ob eine Inanspruchnahme staatlicher Fördermittel beim Sportstättenbau im Einzelfall sinnvoll ist oder nicht. 

Fürstenfeldbruck - Der Bau von Sportanlagen wird in der Regel über den Bayerischen Landessportverband (BLSV) mit öffentlichen Geldern gefördert. Beim geplanten Sportzentrum III in der Cerveteristraße etwa könnte die Stadt bei geschätzten Baukosten von rund 5,2 Millionen Euro mit etwa 1,12 Millionen Euro Zuschuss vom Freistaat rechnen. Allerdings sind die Fördergelder mit einem hohen bürokratischen Aufwand und bestimmten Auflagen verbunden. Neben einem Geflecht von Verträgen zwischen Kommune, Verein und BLSV muss der Verein, in diesem Fall der TSV West, und nicht die Stadt als Bauherr auftreten. Zudem muss die Stadt in Vorleistung gehen und sich verpflichten, dem Verein das Grundstück für mindestens 25 Jahre unkündbar zu überlassen. 

Verwaltung soll Risiken und Vor- und Nachteile herausarbeiten

Auch darf mit dem Bau der Sportanlage nicht vor dem Erteilen der Förderzusage begonnen werden, da sonst die Ansprüche verfallen. In einem Grundsatzantrag zum Thema Sportförderung warf Walter Schwarz (SPD) im Finanz- und Hauptausschuss die Frage auf, ob dies immer sinnvoll wäre und verwies unter anderem auf die jüngsten Erfahrungen mit dem Sportclub Fürstenfeldbruck und den Fußballplätzen an der Klosterstraße. Um Fördergelder zu erhalten müssen die Vereine einen Eigenanteil von zehn Prozent aufbringen und „dafür müssen die Vereine meist ein Darlehen aufnehmen, für das die Stadt wiederum bürgt“, so der Finanzreferent. Die Verwaltung solle bei Sportinvestitionsmaßnahmen künftig Risiken als auch Vor- und Nachteile herausarbeiten und darstellen, ob es im Einzelfall nicht sogar vorteilhafter wäre, auf Fördermittel zu verzichten. 

Gesetzliche Änderungen der Sportförderung findet keine Mehrheit

Auch sollte die Stadt ihre eigenen Förderrichtlinien überarbeiten, da bisher nur, wie vom BLSV auch, die Sportstätten gefördert werden – Veranstaltungsräume, Vereinsheim und Parkplätze dagegen nicht. Klaus Quinten (BBV) bezweifelt, dass man beim Bau des Sportzentrums III auf öffentliche Zuschüsse verzichten könne. Aufgrund der angespannten Haushaltslage wurde von der Kommunalaufsicht bereits die geplante Halle des TuS auf dem Gelände gestrichen. Sportreferent Martin Kellerer (CSU) plädierte dafür, die Vereine auch weiterhin grundsätzlich zu unterstützen. Der geforderte Eigenanteil von zehn Prozent könne zum Teil auch über Eigenleistungen, zum Beispiel beim Innenausbau, erbracht werden. Die Forderung der SPD, der Oberbürgermeister möge sich über Städtetag und Landtag für gesetzliche Änderungen der Sportförderung einsetzen, wurde zwar von Jan Halbauer (Grüne) unterstützt, fand im Ausschuss jedoch keine Mehrheit. Stattdessen wurde der einstimmige Beschluss gefasst, dass die Verwaltung im Einzelfall künftig prüfen soll, ob eine Förderung sinnvoll ist oder nicht. Peter Fischer

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