Gutachten spricht Neugestaltung Wirtschaftlichkeit ab

Dunkle Wolken über Viehmarktplatz

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Dunkle Wolken über dem Viehmarktplatz – bleibt doch alles beim Alten?

Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sich keiner der beiden in die engere Auswahl gekommenen Entwürfe zur Neugestaltung des Viehmarktplatzes wirtschaftlich trägt. Es müssten wesentlich mehr Verkaufs- und Lagerflächen zur Verfügung stehen. Die Stadt sucht dennoch das Gespräch mit potentiellen Investoren und Betreibern.

Fürstenfeldbruck - Workshops, Ideenwettbewerb, Bürgerbeteiligung – zur Umgestaltung des zentrumsnahen Viehmarktplatzes zwischen Schöngeisinger- und Pucher Straße ist in den letzten Jahren viel diskutiert und gestritten worden. Nachdem ein Bürgerbegehren im März 2012 den Plänen eines Investors, auf dem nördlichen Teil des Platzes ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus samt großem Elektromarkt zu errichten, einen Riegel vorschob, wurde viel unternommen. 

Beide Varianten rechnen sich nicht

Aus einem unter dem 2014 ins Rathaus gewählten Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ausgelobten Ideen- und Architekturwettbewerb gingen schließlich zwei Entwürfe als Sieger hervor: Die von den Bürgern favorisierte sogenannte „Loop-Variante“, ein geschwungener Gebäudekomplex mit integrierten Marktständen und begehbarem Dach, sowie eine klassische Markthalle auf dem nördlichen Teil des Areals, die von der Stadtverwaltung bevorzugt wurde. Nun stellt ein von der Gesellschaft für Markt- Absatzforschung (GMA) vorliegendes Gutachten die Rentabilität beider Modelle infrage. „Beide Varianten rechnen sich nicht“, erklärt Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) im Beisein seines Stellvertreters Christian Götz (BBV) bei einem informellen Pressegespräch im OB-Büro. Die Expertise kommt zu dem Schluss, dass die bisher geplante Verkaufsfläche auf mindestens 800 Quadratmeter nahezu verdoppelt werden müsste, damit sich das Projekt wirtschaftlich trägt. „Wenn überhaupt“, so Raff, „dann lässt sich noch am ehesten die Loop-Variante realisieren“, da hier auf aufgrund der modularen Konzeption der Marktstände und Läden noch Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. 

Bis zum Ende des Jahres will man sich Zeit geben

Allerdings ohne den im Modell noch vorgesehenen Turm an der Pucher Straße mit Wohnungen, Café und Tiefgarageneinfahrt. Das bekäme man bei den Anwohnern schon wegen der Baudichte nicht durch. Zwar sucht momentan Aliki Bornheim von der kommunalen Wirtschaftsförderung das Gespräch mit potentiellen Investoren und Betreibern für die 3,8 Millionen teure Loop-Variante, allzu viel Hoffnung macht man sich im Rathaus jedoch nicht. Da das Gelände laut Stadtratsbeschluss nicht verkauft werden darf, käme nur ein Erbpachtvertrag in Betracht. Ein Umstand, der die Investorensuche nicht gerade vereinfacht, selbst wenn durch entsprechende Neuplanungen die nötige Fläche geschaffen werden könnte. Dass die Stadt das Projekt in Eigenregie auf den Weg bringt, schließt Raff kategorisch aus: „Es kann nicht Aufgabe der Stadt sein, Gebäude zu errichten und zu vermarkten.“ Bis Ende des Jahres will man sich noch Zeit geben. Im Dezember sollen die Ergebnisse dann dem zuständigen Ausschuss vorgestellt werden, so dass bis spä- testens Januar nächsten Jahres Klarheit darüber herrscht wie es weitergeht. „Sollten bis dahin keine Investoren gefunden worden sein, bleibt alles erst einmal so wie es ist“, betont Raff. 

Peter Fischer

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